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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-33871
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2007/3387/


Bindungsstile als Determinanten von Behandlungserfolg auf einer Psychotherapiestation für Patienten mit Persönlichkeits- und Belastungsstörungen : Eine prospektiv-naturalistische Studie

Waldmann, Angela

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Bindungsstile , Prädiktorenforschung , Behandlungserfolg , Psychotherapie
Freie Schlagwörter (Englisch): attachment styles , outcome , predictor , psychotherapy
Basisklassifikation: 77.79 , 44.91
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Thomasius, Rainer (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 17.07.2007
Erstellungsjahr: 2006
Publikationsdatum: 30.07.2007
Kurzfassung auf Deutsch: Hintergrund: Im Rahmen einer Qualitätssicherung auf der Station für Persönlichkeits- und Belastungsstörungen (PS1) der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) wird als Teilaspekt in der vorliegenden, prospektiv-naturalistischen, Studie vor dem Hintergrund der Bindungstheorie und entsprechender empirischer Befunde untersucht inwiefern die unterschiedlichen Bindungsstilmerkmale der PS1-Patienten (N=54) das Behandlungsergebnis vorhersagen können.
Methoden: Die Bindungsmerkmale wurden über den BFKE (Bielefelder Fragebogen zu Klientenerwartungen; Selbstbeurteilungsverfahren) und das BAIC (Bartholomew Attachment Interview Coding System; Expertenbeurteilungsverfahren) erhoben und jeweils zwei Bindungsdimensionen für den BFKE und BAIC gebildet. Jede Bindungsdimension wurde für sich als Determinante von Behandlungserfolg untersucht. Hierzu wurden die Patienten jeweils in die Gruppen „bedingt un-/sicher versus anklammernd“ und „anklammernd-ambivalent versus abweisend“ nach dem BFKE sowie in die Gruppen „ängstlich versus sicher“ und „abweisend versus anklammernd“ nach dem BAIC unterteilt und miteinander verglichen. Der Behandlungs-Outcome wurde, zum einen differenziert über die standardisierten klinischen Fragebögen SCL-K-9, BDI, IIP-D und zum anderen über ein daraus gebildetes globales Outcome-Maß, operationalisiert. Die Auswertung erfolgte über Varianzanalysen mit Messwiederholung (MANOVA) bzw. beim globalen Outcome über t-Tests. Zur Interpretation wurden Effektstärken (eta2, |d| ) verwendet.
Ergebnisse: Für den Gesamtdurchschnitt der PS1-Patienten kann die Behandlung als erfolgreich angesehen werden. Entsprechend der Prognose konnte die BFKE-Dimension Bindungssicherheit zwischen eher besserem und eher schlechterem Behandlungserfolg differenzieren. Ein „eher bedingt un-/sicherer“ Bindungsstil erwies sich hierbei als guter Prädiktor für einen „relativ besseren“ (=besser im Vergleich zu „eher anklammernden“ Bindungsstil) Behandlungserfolg auf der Ebene des globalen Gesamt-Outcome, der selbstgeschilderten „Distanziertheit“ (IIP-D-DE) und der selbstgeschilderten „Streitsüchtigkeit“ (IIP-D-BC).
Limitationen: Der Bedeutungsgehalt aller Bindungsskalen ist bis jetzt nur mäßig erforscht, so dass auch bei ähnlichen Bezeichnungen unklar ist, ob auch etwas Ähnliches gemessen wird. Aussagen über längerfristige Veränderungen können nicht getroffen werden.
Schlussfolgerungen: Bestimmte Bindungsstilmerkmale können als Prädiktor für den Behandlungserfolg genutzt werden. Die guten Ergebnisse im Gesamtdurchschnitt dieser Untersuchung sprechen für die Qualität der Behandlung auf der PS1; die Ergebnisse der BFKE-Dimension Bindungssicherheit offerieren eine Möglichkeit zur Steigerung der Qualität, sofern zukünftig noch stärker auf die Belange der „eher anklammernden“ Patienten eingegangen werden kann. Weitere Forschung ist notwendig um hierfür Maßnahmen zu entwickeln und zu überprüfen.

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