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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-34514
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2007/3451/


Kortikomotorische Exzitabilität und Ecstasy : Eine Studie mittels transkranieller Magnetstimulation

Lange, Antje-Carina

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Transkranielle Magnetstimulation , Ecstasy , Doppelpulsparadigma , Stimulus-Reizantwortkurve
Basisklassifikation: 44.90
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Liepert, Joachim (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 28.09.2007
Erstellungsjahr: 2007
Publikationsdatum: 24.10.2007
Kurzfassung auf Deutsch: In der vorliegenden Arbeit wurde die Exzitabilität des motorischen Kortex mit Hilfe der Transkraniellen Magnetstimulation bei Probanden mit chronischem und aktuellem Ecstasykonsum im Vergleich zu einer abstinenten Kontrollgruppe und zu Probanden mit polytoxikomanem Drogengebrauch untersucht. Insgesamt nahmen 51 Probanden an der Messung teil. Die Reize wurden links über dem Handareal appliziert, die Ableitung der motorisch evozierten Potentiale (MEP) erfolgte über dem entspannten rechten M. interosseus dorsalis I. Für die RMT und die AMT (Schwellenbestimmungen) ließen sich zwischen den Gruppen erwartungsgemäß keine signifikanten Unterschiede aufzeigen.
Zur Untersuchung der intrakortikalen Exzitabilität wurden Reize mit Interstimulusintervallen (ISI) von 3, 4, 5, 6, 7, 10 und 15 ms zwischen konditionierendem Puls und Testpuls in randomisierter Reihenfolge appliziert. Mit dieser Untersuchungsmethode ließ sich kein Unterschied zwischen den Gruppen belegen. Ein gleichzeitiges Auftreten bidirektionaler Veränderungen (sowohl fazilitierend als auch inhibitorisch) der hier gemessenen intrakortikalen Exzitabilität als Ecstasy-Konsumfolge ist als Erklärung für ein Fehlen signifikanter Abweichungen zwischen den Gruppen möglich. Auch durch das rasche Auftreten intrakortikaler plastischer kompensatorischer Prozesse, welche einen möglichen chronischen Effekt durch den Konsum von Ecstasy auf das System kompensieren und ausgleichen, lassen sich die Messergebnisse begründen.
Für die Erstellung der Stimulus-Reizantwort Kurven als Rekrutierungskurven des kortikospinalen Systems wurden in sechs Mess-Blöcken jeweils zehn TMS-Impulse in aufsteigender Intensität verabreicht. Die Reizintensität der Mess-Blöcke betrug 100%, 110%, 120%, 130%, 140% und zuletzt 150% der Ruheschwelle.
Für alle Intensitäten fand sich ein signifikanter Gruppenunterschied mit höheren Unterschieden in der Gruppe der Polytoxikomanen gegenüber den Gruppen der aktuellen User und der Abstinenten. Insgesamt ließ sich feststellen, dass bei höheren Stimulationsintensitäten die Gruppe der Polytoxikomanen eine stärkere Rekrutierung von Neuronen aufweist, als alle anderen Gruppen, dies ließ sich jedoch nur im Vergleich mit der Gruppe der aktuellen User und der Abstinenten statistisch belegen. Dieser Effekt ist erklärbar durch eine Veränderung des Neurotransmitter-Gleichgewichtes der Polytoxikomanen, hervorgerufen durch den Konsum serotonerg, dopaminerg und GABAerg wirksamer Substanzen bzw. als Folge von deren Wechselwirkungen untereinander. Der Unterschied zwischen den Polytoxikomanen und den aktuellen Konsumenten ist vergleichsweise, jedoch nicht signifikant, geringer, dies könnte man man als einen Hinweis auf einen dämpfenden Effekt durch den aktuellen Konsum von Ecstasy auf die SRC bei einer Vorschädigung durch polytoxikomanen Drogenkonsum deuten.

Die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit sind als Hinweise auf eine mögliche Veränderung der Exzitabilität des motorischen Systems, hervorgerufen durch den Konsum von verschiedenen Drogen zu interpretieren, ein eigenständiger Anteil von Ecstasy ließ sich in dieser Studie statistisch nicht belegen.

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