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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-34840
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2007/3484/


Vergleich der klinischen und genetischen Definition des Familiären Mittelmeerfiebers

Comparison of Clinical and Genetic Definitions of Familial Mediterranean Fever

Nickels, Stefan

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SWD-Schlagwörter: Familiäres Mittelmeerfieber , Colchicin
Freie Schlagwörter (Englisch): Familial Mediterranean Fever , Colchicine
Basisklassifikation: 44.61 , 44.83 , 44.51
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Horstmann, Rolf (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 08.11.2007
Erstellungsjahr: 2007
Publikationsdatum: 16.11.2007
Kurzfassung auf Deutsch: Familiäres Mittelmeerfieber (FMF) ist eine autosomal rezessiv vererbte Erkrankung, die gekennzeichnet ist durch rezidivierende Fieberattacken, die meist von Bauch-, Brust- und Gelenkschmerzen begleitet sind. Unbehandelt kann FMF langfristig zur Amyloidose mit Nierenversagen führen. Betroffen sind hauptsächlich Menschen, die aus dem Mittelmeerraum und dem Mittleren Osten stammen. Lebenslange Kolchizintherapie schützt vor Amyloidose und verhindert meist die Krankheitsanfälle oder schwächt sie zumindest ab.

In der vorliegenden Arbeit wurden 256 Patienten aus Deutschland untersucht, bei denen klinisch ein Verdacht auf FMF geäußert wurde. Die Patienten wurden nach den klinischen Tel-Hashomer-Kriterien und genetischen Kriterien in Gruppen aufgeteilt und miteinander verglichen.
Die Untersuchung zeigt, dass die vorliegenden Kriterien teilweise widersprüchliche Diagnosen ergeben. Die Trennschärfe der gängigen klinischen Tel-Hashomer-Kriterien, die in Israel aufgestellt wurden, wurde für anderen Regionen mit geringerer FMF-Prävalenz oder untypischem Symptomenspektrum bisher nicht nachgewiesen. Auch die genetischen Kriterien sind nicht ausreichend: Nicht bei allen Patienten, die typische FMF-Symptome haben, kann die Diagnose genetisch bestätigt werden. Diese Ergebnisse decken sich mit anderen Studien und weisen darauf hin, dass es noch weitere, bisher unentdeckte FMF-Mutationen geben könnte.

Unsere Daten zur Kolchizintherapie zeigen, dass die strenge Anwendung der Diagnose-Kriterien im klinischen Alltag keine entscheidende Rolle spielt, denn viele Patienten werden mit Kolchizin behandelt, obwohl bei ihnen keine FMF-Diagnose nach etablierten Kriterien vorliegt. Die meisten Patienten profitieren von der Kolchizintherapie, 80 Prozent aller Behandelten geben an, dass sich ihre Symptome zumindest bessern. Die Erfolgsraten der einzelnen Gruppen unterscheiden sich nicht so sehr wie erwartet: Selbst 60 Prozent der behandelten genetisch FMF-negativen Patienten gaben eine Besserung an. Unsere Ergebnisse zeigen, dass Kolchizin auch bei nicht eindeutiger FMF-Diagnose wirksam sein kann und möglicherweise auch eine unspezifische Wirkung bei autoinflammatorischen Erkrankungen haben könnte.

Aufgrund der Unsicherheit der FMF-Diagnostik und einer möglicherweise breiteren Kolchizinwirkung sollte die Indikation zur Kolchizintherapie großzügig gestellt werden.

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