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Hamburg, Carl von Ossietzky

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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-34917
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2007/3491/


Drogentodesfälle in Hamburg im Zeitraum 1990 - 2005 : unter besonderer Berücksichtigung Methadon-assoziierter Todesfälle

Drug related deaths in Hamburg from 1990 - 2005 : in special consideration of methadone-related deaths

Bierhenke, Nicola Susann

Originalveröffentlichung: (2007) Bierhenke N, Heinemann A, Andresen H, Püschel K (2006) Mortalitätsrate unter Rauschgiftabhängigen in Hamburg unverändert. Hamburger Ärzteblatt 60(10):546 , Püschel K, Bierhenke N, Püschel V, Andresen H, Heinemann A (2005) Rauschgiftmortalität in Hamburg weiter rückläufig. Hamburger Ärzteblatt 59(10):470
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SWD-Schlagwörter: Methadon , Drogenabhängigkeit , Rauschgift , Todesfall , Hamburg
Freie Schlagwörter (Deutsch): Drogentodesfälle , Sucht , Intoxikationen
Freie Schlagwörter (Englisch): methadone , drug addiction , drug abuse , drug related death
Basisklassifikation: 44.72
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Püschel, Klaus (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 05.11.2007
Erstellungsjahr: 2007
Publikationsdatum: 03.12.2007
Kurzfassung auf Deutsch: Die Drogenmortalität in Hamburg ist seit dem Höchststand vom Anfang der Neunzigerjahre stetig gesunken und hat sich aktuell auf ca. 60 Tote pro Jahr stabilisiert.
Seit der Etablierung der Substitutionsbehandlung mit Methadon sind auch die Todesfälle mit Methadonnachweis angestiegen. Bei mehr als einem Drittel der jährlichen Drogentoten ließ sich Methadon im Blut nachweisen, dies betrifft mehr als die Hälfte der gesicherten Intoxikationen.
Im Rahmen dieser Arbeit lagen keine Daten über bestehende Substitutionsbehandlungen vor, so dass nur gemutmaßt werden kann, ob die Verstorbenen das todesmitursächliche Methadon im Rahmen einer Behandlung verabreicht bekommen oder auf dem Graumarkt erworben hatten. Die Dimensionen dieser beiden
Bezugswege müssen weiter analysiert werden, um Verbesserungen für die kontrollierte Methadonvergabe treffen zu können. Der Beikonsum, besonders mit Benzodiazepinen, sollte eingedämmt und der Verkauf an „wild“ substituierende Abhängige verhindert werden.
Der Frauenanteil unter den Toten blieb über den beobachteten Zeitraum von 1990 bis 2005 relativ konstant bei ca. 21%. Unter den Methadon-assoziierten Todesfällen fanden sich fast ein Drittel Frauen. Frauen wiesen außerdem einen höheren Anteil an Mischintoxikationen auf als Männer. Hier sind Mischintoxikationen mit Opiaten inklusive Methadon die häufigste Todesursache. Bei den männlichen Drogentoten fanden sich überwiegend Intoxikationen ohne Methadon-Beteiligung.
Der allgemeine Altersdurchschnitt hat sich in den letzten Jahren auf rund 37 Jahre stabilisiert. Im Speziellen ergab sich im Verlauf die Auffälligkeit, dass der Altersanstieg
der männlichen Toten mit Methadonnachweis sehr flach verläuft. Dies kann so verstanden werden, dass besonders junge Männer „wild“ substituieren, an unkontrollierten Methadondosen versterben und die Verlaufskurve abflachen
lassen. Junge Frauen haben anscheinend bessere Chancen oder eine höhere Motivation, in ein reguläres Substitutionsprogramm aufgenommen zu werden.
Hinsichtlich der Aussichtslosigkeit, in der sich besonders die jungen männlichen Abhängigen befinden, sollte der Gesetzgeber zur Verbreiterung des therapeutischen Angebotes und zur Individualisierung der Indikationsstellung die Voraussetzungen für eine Weiterführung bzw. Ausweitung der kontrollierten Diacetylmorphin-Vergabe schaffen, um so einen weiteren Teil der bislang von regulärer Substitution und psychosozialer Betreuung nicht erreichten Opiatkonsumenten in ein therapeutisches Setting einbeziehen zu können. Hier besteht dringender Handlungsbedarf.

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