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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-35984
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2008/3598/


Die Auswirkung unterschiedlicher Cholecystokinin-Tetrapeptid Dosierungen auf das subjektive Empfinden, die endokrinen und mimischen Veränderungen unter dem gesonderten Gesichtspunkt der Konditionierung

Heidenreich, Henrike

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SWD-Schlagwörter: Angstsyndrom , Klassische Konditionierung , Mimik , Elektromyographie
Freie Schlagwörter (Deutsch): Cholecystokinin-Tetrapeptid , CCK-4
Basisklassifikation: 44.91
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Wiedemann, Klaus (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 08.01.2008
Erstellungsjahr: 2006
Publikationsdatum: 10.03.2008
Kurzfassung auf Deutsch: Bei der Studie wurde 20 männlichen Probanden entweder 25 µg oder 50µg CCK-4 und ein Placebo randomisiert an 3 Versuchstagen gespritzt. Die nichtsichtbare Mimik wurde über 10 mimischen Muskeln mittels eines EMG-Gerätes abgeleitet. Um die endokrinen Veränderungen bestimmen zu können, wurde den Probanden 10 Mal Blut abgenommen, aus welchem dann ACTH und Cortisol bestimmt wurden. Das subjektive Empfinden wurde mit Hilfe unterschiedlicher Fragebögen vor und nach der Injektion evaluiert.

Hypothesen:
1.CCK-4 löst ein subjektives Angstempfinden und eine endokrine Veränderung als Ausdruck eines pharmkotrophen Effekts aus.
2.CCK-4 löst ein dosisunabhängiges spezifisches Angst-Muskelmuster aus.
3.Die allgemeine Muskelaktivität ist analog zum subjektiven Empfinden von der CCK-4 Dosis abhängig.
4.Die psychotrophe Reaktion ist nach dem Modell der klassischen Konditionierung konditionierbar, die pharmakogene hingegen nicht.

1. Das subjektive Empfinden wurde exemplarisch anhand des Fragebogens IDCL before/after ausgewertet. Hierbei konnte sowohl für die 25µg CCK-4-Gruppe, als auch für die 50µg CCK-4-Gruppe eine Differenzierung zwischen Verum und Placebo mit hochsignifikanten p-Werten festgestellt werden (mittels Friedmann Rangvarianzanalyse). Ein Unterschied des subjektiven Angstempfindens zwischen 25µg und 50µg CCK-4 konnte nicht festgestellt werden. Dieses erklärt sich aus dem Studienaufbau, da ein Proband immer nur jeweils eine Höhe der CCK-4-Dosis erhielt.
Bei der Untersuchung der 10 Blutproben zeigte sich ein eindeutiger Peak der ACTH-Konzentration und einen weniger eindeutigen Anstieg der Cortisolplasmakonzentration zur Zeit der CCK-4 Injektion.
Da diese Ergebnisse mit denen Ströhles (2003) übereinstimmen, könne wir davon ausgehen, das die weiteren Ergebnisse auf der CCK-4 typischen Reaktion basieren.

2. Zur Klärung der Frage, ob CCK-4 in unterschiedlichen Dosierungen unterschiedliche Muskelmuster auslöst, wurden die über das EMG-Gerät gewonnenen Daten mittels Friedmann Rangvarianzanalyse berechnet.
Hierbei zeigte sich eindeutig ein unterschiedliches Pattern für 25µg und 50µg CCK-4.
Unter der Wirkung von 25µg CCK-4 fand sich eine Aktivitätssteigerung des Muskulus risorius, des Platysmas und des M. frontalis venter medialis, dieses entspricht den von Ekman und Darwin postulierten Muskeln.
Unter 50µg CCK-4 hingegen fand sich eine Aktivitätssteigerung des M. risorius, des Platysmas und des M. depressor anguli oris. Dieses entspricht nicht der sonst vertretenden Mimik für Angst. Hervorgerufen könnte diese Diskrepanz sein, dadurch dass in dieser Studie die nicht sichtbare Mimik gemessen wurde und bei den anderen bisherigen Studien immer auf sichtbare Mimik zurück gegriffen wurde (Ekman, Darwin, Dimberg). Außerdem ist nicht auszuschließen, dass in den anderen Studien eine Vermengung unterschiedlicher Emotionen zur postulierten Mimik führte und das CCK-4 nur einen Teil, vielleicht den Kernausdruck der Angst pharmakogen auslöst.
Untersucht man nun die gewonnen Daten mittels des Wilcoxon Test für die jeweilige V1,V2 und P Bedingung einer Dosisgruppe, zeigt sich bei 25µg CCK-4 unter der V2 Bedingung das gleiche Muskelmuster wie unter 50µg CCK-4. Dieses könnte als ein Hinweis auf Sensibilisierung, wie es auch von Bradwejn beschrieben wurde, gedeutet werden.
Zusammengefasst findet sich ein dosisabhängiges Muskelmuster unter CCK-4, sodass die Hypothese 2 nicht gehalten werden kann.

3. Es zeigte sich bei einer Übersichtsberechnung, dass 45% der Muskeln eine höhere Aktivität, 55% eine gleiche und 0% eine geringere Aktivität in der 50µg CCK-4 Gruppe gegenüber der 25µg CCK-4 Gruppe aufwiesen. Selbst in der Placebobedingung findet sich eine allgemeine gesteigerte Muskelaktivität unter der höheren Dosis CCK-4, was ein Hinweis für eine Sensibilisierung sein könnte.
Diese Ergebnisse passen sowohl zu den Beobachtungen von de Montignys und Bradwejns, die eine subjektive und endokrine Variabilität abhängig von der CCK-4 Dosis beschrieben, als auch zu den Ergebnissen in Hypothese 2.

4.Der Versuchsaufbau entspricht dem der Pawlowschen Kammer. Der zu untersuchende EMG-Abschnitt wurde in die Bedingung x (neutrales Dia, Injektion, psychotrophe Reaktion) und die Bedingung y ( 57sec. nach der CCK-4 oder Placebo, pharmakogenen Reaktion) eingeteilt.
Bei den Berechnungen für die 2. Hypothese mittels Wilcoxon Test zur Bedingung y fiel auf, dass es zu keiner Spannungsdifferenz zwischen dem Placebo an erster Stelle oder letzter Stelle kam (P1 vs. P2). Dieses könnte ein Beleg dafür sein, dass es zu keiner Konditionierung der pharmakogen Reaktion kommt.
Vergleicht man jedoch V2 mit V1 und P2 mit P1 zur Bedingung x, dann zeigen sich signifikante bis hoch signifikante Spannungsanstiege der angsttypischen Muskeln. Die Reaktion von V1 zu V2 hin wird intensiver und wird bei P2 auch durch ein Placebo ausgelöst.
Eine Konditionierung der psychotrophen Reaktion ist anzunehmen.


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