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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-35999
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2008/3599/


Der Levodopa-Test : Retrospektive Analyse der Resorption, Metabolisierung und motorischen Wirksamkeit von Levodopa bei Patienten mit Parkinson-Syndrom

Ebers, Maren

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SWD-Schlagwörter: Parkinson-Krankheit , L-Dopa
Basisklassifikation: 44.90 , 44.38
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Buhmann, Carsten (PD Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 28.02.2008
Erstellungsjahr: 2007
Publikationsdatum: 10.03.2008
Kurzfassung auf Deutsch: Das Ansprechen auf L-Dopa, welches mit dem L-Dopa-Test geprüft wird, gehört zu den bestätigenden diagnostischen Kriterien für ein idiopathisches Parkinson-Syndrom. In dieser Arbeit wurden erstmalig im Rahmen des L-Dopa-Tests die Resorption L-Dopas, seine Metabolisierung in die drei Hauptmetabolite 3-OMD, DOPAC und HVA, seine motorische Wirksamkeit sowie die Sensitivität und Spezifität des L-Dopa-Tests für ein idiopathisches Parkinson-Syndrom bei bislang unbehandelten Patienten mit Parkinson-Syndrom untersucht. Als Testdosis wurden zwei verschiedene Dosierungen (100 mg und 200 mg) sowie zwei galenische Formen (T und LT-Form) des Präparates Madopar® verabreicht. Der Einfluss klinischer Parameter wie Alter, Gewicht und Geschlecht wurde in die Untersuchung der Pharmakokinetik L-Dopas einbezogen. Es zeigte sich eine regelrechte Resorption und Metabolisierung L-Dopas mit großen interindividuellen Unterschieden. Die LT-Form war der Standardform von Madopar® in der Resorptionsgeschwindigkeit nicht überlegen. L-Dopa und 3-OMD waren eng miteinander korreliert. L-Dopa Korrelationen zu den anderen Metaboliten sowie der Metaboliten untereinander waren schwächer ausgeprägt und variabel, der von L-Dopa unabhängigste Metabolit war DOPAC. Frauen erreichten, unabhängig von ihrem Körpergewicht höhere Plasmaspiegel von L-Dopa als Männer und wiesen auch mehr L-Dopa induzierte Nebenwirkungen auf. Dies bedarf weiterer Untersuchungen.
Der motorische Response, definiert als eine Verbesserung von >30% im Verhältnis zum Ausgangswert, wurde anhand drei verschiedener Tests, dem Fingertapping, der Pro-/Supination und dem Motor Score in Abhängigkeit der peripheren L-Dopa-Konzentrationen und den abschließend gestellten Diagnosen untersucht. Die Zeitpunkte der maximalen motorischen Antwort lagen hinter den maximalen Konzentrationen L-Dopas und waren sehr variabel. Patienten, die die LT-Form erhielten, zeigten keine schnellere motorische Antwort. Es zeigte sich kein höherer Anteil an Respondern in den Gruppen, die 200 mg L-Dopa erhielten. Es ist daher anzunehmen, dass bei de novo Patienten eine 100 mg Dosis zur Provokation einer motorischen Antwort ausreicht und die Gabe der LT-Form hier keine Vorteile ergibt.
Responder und Non-Responder unterschieden sich nicht in den peripheren L-Dopa-Konzentrationen. Der Response war somit primär von der abschließend erhobenen Diagnose der Patienten abhängig. Es zeigten sich unter den Respondern zwischen Patienten mit idiopathischem Parkinson-Syndrom und Patienten mit anderen Ursachen für ein Parkinson-Syndrom keine signifikanten Unterschiede in der Stärke des Response, jedoch in der Häufigkeit der motorischen Antwort in den einzelnen Tests.
Die abschließende Sensitivität des Tests für ein idiopathisches Parkinson-Syndrom lag bei 71,9%, die Spezifität war mit 41,7% relativ gering. Eine Veränderung in der Auswahl der motorischen Testverfahren könnte möglicherweise die Sensitivität und Spezifität des Tests erhöhen. Unterschiedliche motorische Untersuchungsverfahren sowie mehrfache Wiederholungen der motorischen Untersuchungen über einen längeren Zeitraum erscheinen in jedem Fall sinnvoll. Die gleichzeitige Betrachtung der peripheren L-Dopa-Konzentrationen erscheint bei unbehandelten und relativ gering beeinträchtigten Patienten nicht unbedingt erforderlich und sollte eher speziellen Fragestellungen vorbehalten bleiben, da unzureichende periphere Konzentrationen, z. B. aufgrund einer Resorptionsstörung, bei diesen Patienten unwahrscheinlich sind. Abschließend kann der L-Dopa-Test in der Diagnostik des idiopathischen Parkinson-Syndroms auch hier nur als bestätigendes Kriterium betrachtet werden, wobei insbesondere das Ausbleiben einer motorischen Reaktion eine andere Erkrankung wahrscheinlicher macht.

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