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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-36250
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2008/3625/


Die Ethik der Sorge bei Plotin

The Ethics of Care in Plotinus

Song, Euree

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SWD-Schlagwörter: Antike , Ethik , Plotinus , Vorsehung , Teleologie , Sorge , Freiheit , Tugend , Glück , Schicksal , Gnosis , Selbst
Freie Schlagwörter (Deutsch): Recht der Natur
Basisklassifikation: 08.22
Institut: Philosophie und Geschichtswissenschaft
DDC-Sachgruppe: Philosophie
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Frede, Dorothea (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 15.03.2008
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 01.04.2008
Kurzfassung auf Deutsch: Nach wie vor herrscht die Meinung, dass Plotin sich ganz und gar dem inneren Aufstieg zum jenseitigen Gott verschriebe, was eine völlige Abkehr vom Diesseits nach sich zöge. Von einem dermassen weltabgewandten Gottessucher wäre, wenn überhaupt eine, dann doch eine "Ethik der Weltflucht" zu erwarten, in der die Sorge um diese Welt und die Mitmenschen keinen Platz hätte. So bliebe nur noch eine Ethik der Sorge um die jenseitige Glückseligkeit der eigenen Person übrig. In meiner Dissertation vertrete ich jedoch die These, dass Plotins Ethik sich nicht in der Ethik des selbstbezogenen Aufstiegs ins Jenseits erschöpft, sondern eine Perspektive der Ethik des Abstiegs eröffnet, welche die providentielle Sorge um die anderen zur Geltung bringt. Diese providentielle, d.h. fürsorgliche Natur der Seele ist nach Plotin in eine wohlwollende Gesamtordnung der Natur eingebettet, die durch „das Gesetz der Natur“ gewährleistet wird. Signifikant ist, dass die providentielle Weltordnung „das Recht der Natur“ realisiert. Das Gesetz der Vorsehung stellt also eine allgemeine Rechtsordnung der Natur dar, die Plotin als Basis der Rechtfertigung der menschlichen Moral und des Rechtswesens in Anspruch nimmt. Dabei plädiert er keineswegs für blinden Rechtsgehorsam. Besonders sein Begriff der Freiheit als Selbstbestimmung unterstreicht die Selbstverpflichtung der Individuen als Vernunftwesen. So fordert er zum aktiven Gebrauch der eigenen Vernunft auf, und zwar in Übereinstimmung mit der richtigen Vernunft des Alls. Plotins Ethik der doppelten Sorge beruht auf der doppelten Natur der menschlichen Seele, welche teleologisch ausgerichtet ist. Seine Teleologie der Natur erweist sich als fruchtbar für die Erschließung seiner Ethik. Sie bietet nämlich eine übergreifende Perspektive, welche die Diskrepanz zwischen Weltabgewandtheit und Weltzugewandtheit aufzulösen vermag. Zu verwirklichen hat die Seele nicht nur das Vermögen zum Aufstieg ins Jenseits, sondern genauso ein zweites, auf das Diesseits gerichtetes Vermögen. Entsprechend trägt die Seele nicht nur für sich selbst, sondern auch für die anderen Sorge. In dieser Hinsicht ist die Sorge um die anderen in die Selbstsorge im weiten Sinne integriert. Eine solche umfassende Selbstsorge ist vom geläufigen Egoismus zu unterscheiden. Damit eröffnet sich eine ethische Perspektive, die „das Entweder Egoismus oder Altruismus“ aufheben kann. Plotin fasst in der Tat die Moral als etwas Gemeinsames, welches die Menschen miteinander verbindet, ins Auge. Die Ethik des Abstiegs bei Plotin ist in der bisherigen Forschung wenig beachtet worden, ohne deren Berücksichtigung allerdings ein ausgewogenes Bild der plotinischen Ethik ausbliebe.

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