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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-36875
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2008/3687/


Intersektorale Kommunikationsprozesse in der Versorgungskette des Mammakarzinoms aus der Sicht von Patientinnen

Intersectoral comunication processes in the supply chain of breast cancer from the patients point of view

Koch, Veronika

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Basisklassifikation: 44.07
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Psychologie
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Schmidt, Silke (PD Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 06.05.2008
Erstellungsjahr: 2007
Publikationsdatum: 10.06.2008
Kurzfassung auf Deutsch: Zusammenfassung

Hintergrund: In der Versorgungskette von Brustkrebspatientinnen haben Kommunikationsprozesse zwischen allen beteiligten Behandlern für den Informationsfluss eine immense Bedeutung. Es liegen derzeit verschiedene Konzepte zur Verbesserung des Informationsflusses vor, wie diese aber von den Patientinnen beurteilt werden, ist noch nicht ausreichend untersucht.

Die vorliegende Studie beschäftigt sich mit der Frage, ob sich aus der Perspektive von Patientinnen der Informationsfluss und die Kommunikation anhand solcher Programme verbessern. Dabei wurden herkömmliche Kommunikationsstrukturen mit der Gesamtzahl innovativer und elektronischer Kommunikationsformen verglichen.

Ziel der Studie: Es wurden insgesamt drei Gruppen von Patientinnen befragt, wie sie die Kommunikation, den Informationsfluss und die Behandlung generell bewerten. Ziel war es herauszufinden, ob die vernetzt, zertifiziert oder konventionell behandelten Patientinnen mit den einzelnen Aspekten ihres Behandlungsverlaufs zufriedener waren. Ferner wurde untersucht, ob die Art der Behandlung einen Einfluss auf die subjektive Gesundheit/Lebensqualität besaß.

Methodik: In einem Zeitraum von zwölf Monaten, von November 2004 bis Oktober 2005, wurden an insgesamt 514 Patientinnen Fragebögen verschickt, die entweder im UKE oder im LBK Barmbek innerhalb der letzten zehn Monate behandelt wurden.
Die Patientinnen wurden in drei Gruppen aufgeteilt. Eine „konventionelle Gruppe“, eine „zertifizierte Gruppe“ und eine „vernetze Gruppe“. Die Patientinnen der vernetzten Gruppe wurden mittels Interviews prospektiv befragt. Das in der Studie verwendete Instrument wurde von der Deutschen Krebshilfe entwickelt. Dieser Fragebogen wurde von uns übernommen, adaptiert, weiterentwickelt und stellt den ersten Teil des von uns verwendeten Instrumentes dar. Der zweite Abschnitt beschäftigt sich mit der Lebensqualität der Patientinnen und verwendet den SF-12.

Ergebnisse: Die drei Gruppen, die jeweils konventionell, oder zertifiziert/vernetzt behandelt wurden, zeigten in Abhängigkeit von ihrer Behandlung unterschiedliche Zufriedenheitswerte.

Die vernetzt behandelten Patientinnen bewerteten den Bereich der Gespräche, insbesondere die Aspekte Informationsgehalt und Zeit mit signifikant größerer Zufriedenheit als Patientinnen anderer Behandlungsgruppen. Als Beispiel sei hier die Informiertheit über die Erkrankung und Operation genannt.
Hier geben 95,7% der Netzpatientinnen an ausreichend informiert worden zu sein. Dies geben nur 82,0% bzw. 85,5% der Patientinnen der anderen beiden Patientinnengruppen an.
Das Gleiche trifft für die Informationsweitergabe zu. Diese betraf sowohl die Informationen an die Patientinnen selbst als auch zwischen den Ärzten oder dem medizinischen Personal. In Abhängigkeit von ihrer Behandlung (p= 0,010) bewertete die telematisch vernetzte Patientinnengruppe diese Aspekte aufgrund ihrer Behandlungsart signifikant besser. Dasselbe trifft für die Zusammenarbeit der beteiligten Ärzte untereinander zu (p= 0,030 für die vernetzte Gruppe).

Vor allem im Bereich der Diagnostik waren die Netzpatientinnen in Abhängigkeit von ihrer Behandlung signifikant zufriedener als Patientinnen anderer Behandlungsgruppen (p= 0,018 für den zeitlichen Aspekt; p= 0,004 für den Informationsgehalt). Die telematische Gruppe war ebenfalls am zufriedensten mit der Zusammenarbeit zwischen den Krankenhausärzten und den niedergelassenen Ärzten.

Betreffend der Lebensqualität und des Gesundheitszustandes zeigte sich, dass diese Faktoren keinen signifikanten Einfluss auf die Zufriedenheit der Patientinnen hatten.

Diskussion: Die Ergebnisse der vorliegenden explorativen Studie zeigen eine höhere Zufriedenheit in der vernetzt behandelten Gruppe. In nahezu allen Bereichen gibt die telemedizinisch betreute Gruppe die besten Werte an. Die Ergebnisse zeigen, dass die Art der Behandlung (konventionell, zertifiziert oder vernetzt) einen signifikanten Einfluss auf die Zufriedenheit der Patientinnen hatte. Die in der vorliegenden Studie befragten Patientinnen wiesen zwischen den Gruppen jedoch einen Altersunterschied von bis zu zehn Jahren auf. Hier liegt die Vermutung nahe, ob jüngere Patientinnen den Behandlungsprozess allgemein kritischer beurteilen oder ob hinsichtlich telematischer Anwendungen die Sichtweise jüngerer Patientinnen generell skeptischer ist. Daher sollte in zukünftigen Studien der Einfluss des Alters auf die Zufriedenheit überprüft werden. Zudem müsste in künftigen Studien untersucht werden, ob die Qualität der ärztlichen Behandlung einen signifikanteren Einfluss auf die Zufriedenheit der Patientinnen hatte als die Tatsache, dass die Behandlung vernetzt stattfand. Hier müsste ein randomisierter Vergleich zwischen den Ärztegruppen durchgeführt werden.



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