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Hamburg, Carl von Ossietzky

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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-37606
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2008/3760/


Analyse der Inanspruchnahme des kassenärztlichen Notfalldienstes in einem Hamburger Notfalldienstbezirk im Zeitraum August 1996 bis August 1997

Analysis of patients demands of out of hour GP´s emergency services in a district of Hamburg from august 1996 to august 1997

Staffa, Gerlinde

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SWD-Schlagwörter: Ärztlicher Notdienst , Inanspruchnahme , Ambulante Behandlung , Hausbesuch , Fahrdienst , Notfall
Basisklassifikation: 44.15
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Bussche, Hendrik van den (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 23.05.2008
Erstellungsjahr: 2007
Publikationsdatum: 08.08.2008
Kurzfassung auf Deutsch: Die vorliegende Studie untersuchte die Inanspruchnahme des kassenärztlichen Notfalldienstes in Hamburg vom August 1996 bis zum August 1997. Die Autorin entwickelte einen Erhebungsbogen, der jeweils direkt nach dem Einsatz bei dem Patienten ausgefüllt wurde. Der Auswertung liegen 539 Fragebögen zu Grunde.

Die Auswertung ergibt eine Übereinstimmung der Stichprobe mit den demographischen Daten vergleichbarer Studien. Ebenso wie in der allgemeinmedizinischen Praxis zu normalen Sprechstundenzeiten, zeigt sich in der Studie eine gehäufte Inanspruchnahme des Notfalldienstes durch kleine Kinder, Frauen und ältere Menschen. Patienten mit Migrationshintergrund nahmen den Notfalldienst etwas häufiger in Anspruch als Patienten deutscher Herkunft. In Bezug auf Wohnsituation und Bildungsstand wurde die Mehrheit der Patienten in die Kategorie der mittleren Wohnlage und mittlerer Bildungsstand eingeordnet.

Die häufigste Inanspruchnahme betraf die Infekte der oberen Luftwege gefolgt von den Erkrankungen aus dem orthopädischen Formenkreis, hier als häufigste Einzeldiagnose die Lumbalgie. Nur 57 Prozent der Anforderungen hatten als Hintergrund eine akute Erkrankung. Der Schmerz als Anforderungsgrund stand nur bei vier Prozent der Patienten im Vordergrund. Nur 58 Prozent der in der Erhebung genannten Patienten konnten sich auf eine zuverlässige soziale Unterstützung in der Notsituation verlassen. Acht Prozent hatten keinerlei Unterstützung. Nach Auflistung dieser Ergebnisse zeigt sich, dass ab dem 40. Lebensjahr der Anteil der Patienten zunimmt, die nur eine unzureichende oder fehlende soziale Unterstützung aufweisen.

Darüber hinaus zeigte sich bei vielen Patienten eine mangelnde Selbsthilfekompetenz. So hatten z.B. 51 Prozent der Untersuchungsklientel vor dem Eintreffen der Ärztin nichts zur Linderung der Beschwerden unternommen, obwohl es sich z.T. um banale Infekte handelte oder erforderliche Medikamente sogar in der Hausapotheke vorhanden waren.

Bei 15 Prozent der Patienten kam es zu einer kleineren oder auch größeren Diskrepanz in Bezug auf vorgeschlagene Medikation oder weiteres Procedere, z.B. Krankenhauseinweisung ja oder nein. Allerdings konnte im weiteren Verlauf in den meisten Fällen dieser Dissens geklärt werden.

Das Anforderungsverhalten kann in einen psycho-sozialen Kontext gestellt werden. Mit 16 Prozent nehmen die neurologisch-psychiatrischen Diagnosen den dritten Rang in den Diagnosehäufigkeiten ein. Der KV-Notfallarzt kann, insbesondere wenn es um psychiatrische Notsituationen geht, nicht ausreichend kompetent Einflüsse nehmen. Allerdings gibt es in der Zeit des Notfalldienstes meistens keine andere Institution, an die sich die Patienten wenden können.

Es gibt einen nicht unerheblichen Anteil an Fehlinanspruchnahme des Notfalldienstes. Dazu gehören Patienten, die sehr bequem sind und ein hohes Anspruchdenken haben. Der Hausbesuch im System des KV-Notfalldienstes in Hamburg scheint die Dienstleistungs-Abrufmentalität mancher Patienten zu bedienen. Diesem Aspekt und anderen, den Missbrauch begünstigenden Faktoren, widmet sich die Autorin ausführlich in der Diskussion.

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