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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-37662
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2008/3766/


Todesursache Lungenembolie

Cause of death embolism of the lung

Thesenfitz, Sabine

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SWD-Schlagwörter: Lungenembolie
Freie Schlagwörter (Deutsch): Sektionsprotokolle , Rechtsmedizin
Freie Schlagwörter (Englisch): protocol of autopsy
Basisklassifikation: 44.72
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Püschel, Klaus (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 07.07.2008
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 08.08.2008
Kurzfassung auf Deutsch: Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurden 537 Sektionen ausgewertet, die zwischen 1993 und 2004 im Institut für Rechtsmedizin der Universität Hamburg mit dem Kennzeichen "Tod durch Lungenembolie" durchgeführt wurden. Das Durchschnittsalter der Verstorbenen lag bei 65 Jahren. Von den 537 Verstorbenen konnte in 427 Fällen pathologisch-anatomisch eine Lungenembolie
als Todesursache nachgewiesen werden. Es handelte sich um 189 Männer (44%) und 238 Frauen (56%). Frauen waren zum Todeszeitpunkt signifikant älter als Männer (68 Jahre vs. 63Jahre).
In der Vergleichsarbeit von Lignitz (1992) fanden sich für den Zeitraum 1983-1992 in Hamburg unter 10.963 Sektionen 303 Lungenembolien. Im Rahmen der eigenen Studie zeigte sich, dass zwischen 1993 und 2004 von insgesamt 13.492 Sektionen 427 Lungenembolien (3,15%) morphologisch bestätigt wurden.
Dies bedeutet eine leichte Zunahme der Lungenembolien um knapp einen halben Prozentpunkt. Die eigene Studie zeigte, dass das Übergewicht eine große Rolle für die Thromboembolie spielte. Etwa ein Viertel der Verstorbenen hatte Adipositas. Da in den letzten 30 Jahren in den entwickelten Ländern die
Prävalenz des Übergewichts sehr stark zugenommen hat und Übergewicht mit erhöhten Risiken für zahlreiche Erkrankungen einhergeht, könnte dies wiederum einer der Gründe darstellen, dass die Lungenembolietodesrate angestiegen
ist. Ein weiterer Grund könnte in der Zunahme der Hamburger Bevölkerung in den letzten 12 Jahren liegen, vor allem die Zunahme älterer Menschen. Auch die Hypertonie war ein wichtiger Risikofaktor für Lungenembolie in der eigenen
Studie. Etwa jeder 7. Patient war von ihr betroffen. Etwa jeder 10. Patient war immobil und jeder 13. Patient litt an einer Pankreaserkrankung oder einer Rechtsherzinsuffizienz. Nikotinabusus, Tumorleiden, Schwangerschaft, Cor pulmonale und Kontrazeptiva spielten als Risikofaktoren nur eine untergeordnete Rolle. Unter den morphologischen Begleitbefunden waren am häufigsten die chronische Rechtsherzinsuffizienz und die Wandverstärkung des rechten
Ventrikels vorhanden. Eine chronische Linksherzinsuffizienz, Tumorerkrankungen und Cor pulmonale waren selten anzutreffen. Die hier ermittelten Risikofaktoren und Begleitbefunde wurden überwiegend in der Literatur bestätigt. Wenn junge Menschen von der Lungenembolie betroffen sind, sollte nach seltenen spezifischen Risikofaktoren gefahndet werden. Ein Fall aus dem vorliegenden Obduktionsgut betraf eine junge, 17jährige Frau mit Faktor-V-Leiden. Dabei handelt es sich um den in Europa am weitesten verbreiteten erblichen Risikofaktor für venöse Thrombosen. Betroffene Patienten sind vor allem bei
Kombinationen mit anderen Risikofaktoren (Kontrazeptiva, Rauchen, längere Immobilisation) stark gefährdet.
93,1% der Verstorbenen hatten eine massive Embolie, 1% nur eine periphere Embolie und 6% eine kombinierte Embolie. Ursprungsort von zwei Drittel aller Thromben, die in der vorliegenden Studie zum Tod durch Lungenembolie geführt hatten, waren Ober- oder Unterschenkelvenen.
Bei einer adäquat betriebenen Thromboseprophylaxe ließe sich
die Thrombembolietodesrate noch reduzieren. Dies gilt insbesondere für größere orthopädische Eingriffe (z.B.Hüftendoprothesenoperationen). In dieser Studie waren 46 Patienten nach Hüftendoprothesenoperation verstorben, wobei es bei diesen Patienten eventuell eine Lücke in der Thromboseprophylaxe beim Übergang vom Krankenhaus in das häusliche Milieu gegeben haben dürfte.
Insgesamt wurden 185 Lungenembolien nach Totenschein zu 91% (169 Fälle) pathologisch-anatomisch bestätigt. Bei 64 Verstorbenen waren im Totenschein andere Todesursachen angegeben worden, obwohl sich als Todesursache eine
Lungenembolie herausstellte. Also wurden 39,5% der Lungenembolien klinisch richtig erkannt, 10,5% wurden falsch-positiv erkannt. Die Hälfte der Lungenembolien
waren klinisch nicht identifiziert worden, da keine Angaben zur Todesursache im Totenschein vorlagen. Dies zeigt, dass auch heute noch die Autopsie von hoher Bedeutung vor allem bei schwierig zu diagnostizierenden Todesursachen wie der Lungenembolie ist.

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