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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-37862
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2008/3786/


Anästhesieverfahren im Kindesalter am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Busch, Geetha Dorothee

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SWD-Schlagwörter: Elektroencephalogramm , Intravenöse Anästhesie , Kinderheilkunde , Propofol
Freie Schlagwörter (Deutsch): hypersynchrone elektroenzephalographische Aktivität
Basisklassifikation: 44.66
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Bischoff, Petra (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 12.06.2008
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 11.08.2008
Kurzfassung auf Deutsch: Die Kooperation von Kindern bei der Narkoseeinleitung wird häufig bestimmt durch deren Toleranzschwelle gegenüber interventionellen Eingriffen wie z.B. die Venenpunktion für die Applikation von Propofol. Die inhalative Maskenbeatmung mit Sevofluran stellt eine häufig genutzte Alternative dar. In jüngerer Zeit mehren sich jedoch Publikationen, die Sevofluran mit hypersynchroner elektroenzephalographischer Aktivität (Spikes, Sharp Waves und Spike-Wave-Komplexe) in Verbindung bringen. Ob letztere einen relevanten Krankheitswert haben ist unklar. Auch für intravenöse Anästhetikum Propofol werden neurologische Nebenwirkungen beschrieben, so dass eine EEG-Überwachung Vorteile und mehr Informationen über den cerebralen Funktionszustand erbringen kann.

Im ersten Teil der vorliegenden Arbeit wurde anhand einer Archivdatenanalyse die Anwendungshäufigkeit einzelner intravenöser und inhalativer Anästhestika im Rahmen der Kinderanästhesie am UKE in den Jahren von 1997 bis 2003 retrospektiv untersucht. Im zweiten Teil der Arbeit wurde anhand einer EEG-Anwendungsbeobachtung die Inzidenz hypersynchroner elektroenzephalographischer Aktivität während der intravenösen Narkoseeinleitung mit Propofol analysiert.

In die vorliegende retrospektive Datenanalyse wurden insgesamt 25097 Kindernarkosen der Jahre 1997 bis 2003 eingeschlossen. Das insgesamt am häufigsten verwendete Anästhetikum war Sevofluran mit 16834 Fällen und 67% am Gesamtanteil. Es folgt Propofol, welches in insgesamt 11408 Fällen (46%) appliziert wurde.

Die nähere Untersuchung der Jahre 2002-2003 zielte auf die Verfahrenstechniken bei der Einleitung und Aufrechterhaltung der Narkosen ab. Die Analyse von insgesamt 7420 einbezogenen Fällen zeigte, dass die Narkoseeinleitungen am häufigsten, nämlich in 64% und insgesamt 4734 Fällen, intravenös durchgeführt wurde. Dabei wurde hin-sichtlich der Altersabhängigkeit für die Verfahrenstechniken (intravenös oder inhalativ) festgestellt, dass nur die Altersgruppe der Säuglinge überwiegend inhalativ (48% versus 42%) eingeleitet wurde. Für die intravenöse Einleitung kann festgehalten werden, dass abgesehen von ganz kleinen Kindern (62% Neugeborene), Kinder mit zunehmen-dem Alter ausgehend von Säuglingen (42%), zu Kleinkindern (58%) bis hin zu Schul-kindern (87%) zunehmend häufiger intravenös als inhalativ eingeleitet werden. Die Aufrechterhaltung der Narkose wurde hingegen altersunabhängig meist inhalativ mit Sevofluran vorgenommen.

Von den 69 EEG-untersuchten Kindern, die während der Anwendungsbeobachtung eine Einleitung mit Propofol erhalten hatten, wiesen insgesamt zwei Kinder (3%) Hinweise auf eine hypersynchrone elektroenzephlographische Aktivität in Form von vereinzelten Spike-Wave-Abläufen auf. Eine Polyspike-Aktivität wurde unter Propofolnarkosen nicht festgestellt.

Die Archivdatenanalyse spiegelt den quantitativen Stellenwert von Sevofluran und Propofol in der Kinderanästhesie wieder und begründet die Notwendigkeit für Untersuchungen möglicher Nebenwirkungen, insbesondere wenn diese, durch EEG-Befunde dokumentiert, das Zielorgan der Anästhetika - das Gehirn - betreffen. In einer weiteren, parallel ausgewerteten EEG-Anwendungsbeobachtung mit Sevofluran, deren Ergebnisse in dieser Arbeit nicht im Detail dargelegt sind, wurden bei insgesamt 66% der untersuchten Kinder Hinweise auf hypersynchrone elektroenzephalographische Aktivität festgestellt. Im Gegensatz zu den hier vorliegenden Propofoluntersuchungen wurden darüber hinaus bei einem Großteil der Sevofluran-behandelten Kindern Polyspikes festgestellt. Die Daten der vorliegenden Arbeit zeigen, dass das Auftreten von hyper-synchroner elektroenzephalographischer Aktivität unter Propofol im Vergleich zu den Sevofluranbefunden anderer Untersucher eher ein seltenes Phänomen darstellt. Die in der Literatur als problematisch beschriebene Polyspike-Aktivität trat nach Propofol in keinem Fall auf. Die Folgen der hypersynchronen elektroenzephalographischen Aktivität sind derzeit noch unklar und sollten bis zum sicheren Ausschluss potentieller Schädigungsmechanismen kritisch betrachtet und in weiteren Studien z.B. zur möglichen Dosisabhängigkeit im Detail näher untersucht werden.

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