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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-38615
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2008/3861/


Visuell-räumliche Dysfunktionen bei Zwangsstörungen. Untersuchung komplexer und elementarer Komponenten der Raumverarbeitung.

Siemen, Christina

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Basisklassifikation: 77.50
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Psychologie
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Heesen, Christoph (PD Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 05.09.2008
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 22.10.2008
Kurzfassung auf Deutsch: Verschiedene Übersichtsarbeiten (z. B. Tallis, 1997; Härting & Markowitsch, 1997) gelangten zu der gemeinsamen Annahme, dass Zwangsstörungen mit Dysfunktionen des visuell-räumlichen und insbesondere des nonverbalen Gedächtnisses assoziiert sind. Jedoch wurden in den meisten neueren Studien die Leistungen der Zwangspatienten ausschließlich mit gesunden Kontrollgruppen verglichen, so dass sich daraus noch keine Rückschlüsse über die Spezifität dieser Defizite für die Zwangsstörung ziehen lassen. Weiterhin gelang es bisher u. a. aufgrund der Komplexität der eingesetzten Testverfahren (z. B. Mosaik-Test) nicht, diese Defizite auf der Elementarebene zu spezifizieren. Aufgrund der Vorgabe von komplexen und multifunktionalen Aufgaben können daher bisher keine definitiven Schlussfolgerungen über bestimmte kognitive Defizite gezogen werden.
An unserer Studie nahmen 71 Zwangspatienten, eine psychiatrische Kontrollgruppe, die aus 33 Patienten bestand, sowie 30 gesunde Probanden teil. Die Untersuchungen fanden an zwei Testzeitpunkten statt. Im Zentrum der Studie stand die umfangreiche computergestützte Testbatterie „VS“ (Kerkhoff & Markquardt, 1995, 1998), mit der sich wichtige elementare visuell-räumliche Wahrnehmungsleistungen erfassen lassen. Neben VS wurden in der Studie komplexe visuell-räumliche Testverfahren sowie Untersuchungen zum nonverbalen Gedächtnis durchgeführt, für die schon in früherer Forschung Unterschiede zwischen Zwangspatienten und Gesunden gefunden worden waren.
Während die Zwangspatienten in einigen komplexen Aufgaben (z. B. Mosaik-Test) schlechtere Leistungen als die gesunde Kontrollgruppe erzielten, erwies sich bei ihnen keine visuell-räumliche Komponente als spezifisch beeinträchtigt. Zwangspatienten sowie die Kontrollgruppen erreichten ähnliche Ergebnisse bei der Untersuchung des nonverbalen Gedächtnisses. Bezüglich der Organisationsstrategie erreichten die Zwangspatienten schlechtere Ergebnisse bei zwei von drei Rey-Figur-Trials (Kopie und sofortige Reproduktion) gegenüber der gesunden Kontrollgruppe, jedoch nicht gegenüber der psychiatrischen Kontrollgruppe. Die Ergebnisse dieser Studie deuten darauf hin, dass in früherer Forschung die Beeinträchtigungen des visuell-räumlichen sowie des nonverbalen Gedächtnisses bei Zwangspatienten in Schweregrad und Signifikanz überschätzt worden sind.


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