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Hamburg, Carl von Ossietzky

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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-38986
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2008/3898/


Stellenwert der winkelstabilen plattenosteosynthetischen Versorgung dislozierter proximaler Humerusfrakturen

Isermann, Hubert

Originalveröffentlichung: (2008) Leyer U, Isermann H, Langendorff H-U (2007) Erfahrungen und Langzeitergebnisse der Rekonstruktion am proximalen Humerus unter Verwendung einer winkelstabilen Oberarmplatte bei 524 Fällen, „HOMO REPARANDUS“ 10. Dortmunder Unfall- und Orthopädie-Tagung, Alter in Bewegung 22.-23.06.2007
pdf-Format:
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SWD-Schlagwörter: proximale Humerusfraktur , winkelstabile Plattenostesynthese , Fraktur , Oberarm , winkelstabil
Basisklassifikation: 44.80 , 44.52 , 44.03
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Langendorff, Hans-Ulrich (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 15.10.2008
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 05.12.2008
Kurzfassung auf Deutsch: In der vorliegenden retrospektiven Studie wurde der Stellenwert der winkelstabilen plattenosteosynthetischen Versorgung dislozierter proximaler Humerusfrakturen an 281 von 524 Fällen hinsichtlich der objektivierbaren Schulterfunktion sowie des subjektiven und objektiven Outcome evaluiert, die im Zeitraum vom 01.09.2000 bis 31.12.2006 in der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie der Klinikum Dortmund gGmbH operativ versorgt wurden. Das Durchschnittsalter lag bei 67,99 Jahre und verteilte sich auf 195 Frauen und 78 Männer bei einer Nachuntersuchungsrate der ausgewerteten Fälle von 53,63% bei einem mittleren Follow-up von 30,20 Monaten. Luxationsfrakturen und stark dislozierte, instabile Mehrfragmentfrakturen wurden mit höchster Dringlichkeit operativ versorgt. Die Indikation zur Prothesenimplantation stellten wir in der Mehrzahl der Fälle bei frustranem Repositionersgebniss und ungünstiger Prognose erst introperativ. Nach der AO-Klassifikation zeigten sich 49 A-, 128 B- und 104 C-Frakturen. In der Neer-Klassifikation lagen 84 2- Fragment-, 113 3-Fagment- und 81 4- Fragmentfrakturen sowie 3 Head Splits vor. Der rohe Constant Score lag im Durchschnitt bei 70,90 mit einem Median von 75 Punkten, während der unkorrigierte Neer Score einen absoluten Mittelwert von 74,38 bei einem Median von 77 Punkten aufwies. Im adaptierten Constant zeigten sich bei lediglich 13% und im korrigierten Neer bei 25% der nachuntersuchten Patienten schlechte bzw. mangelhafte Ergebnisse. Statistisch erwies sich für alle vier Scores ein zum Niveau von 5% signifikantes Abnehmen der Scorewerte mit der Zunahme des Schweregrades der Fraktur in der AO- und der Anzahl der Fragmente in der Neer- Klassifikation. Für alle vier Scores konnten keine signifikanten Unterschiede zwischen dem winkelstabilen Kleinfragment- („Stryker“) und dem Großfragment- („Königsee“) Implantat festgestellt werden. Ferner erschloss sich statistisch bis auf den adaptierten Constant eine signifikante Verschlechterung der Scoreergebnisse mit Zunahme des Alters der Patienten. In den beiden VAS (Schulnote 1-6 und Constant- Schmerzscore 0-15) zeigte sich eine sehr hohe subjektive Patientenzufriedenheit. Unsere implantatbedingte Komplikationsrate lag bei 7,1% (20/281). Insgesamt mussten wir 6-mal eine frühzeitige Reosteosynthese durchführen. In 2 Fällen war die Implantation einer Hemiendoprothese bei frustanem Rekonstruktionsversuch von 4- Fragmentfrakturen nach Neer unumgänglich. In 11 Fällen verzeichneten wir frühzeitig aufgetretene Schraubenperforationen durch die Kopfkalotte ins Gelenk hinein. Eine vollständige Oberarmkopfnekrose stellten wir in 3,56% (10/281) und eine partielle Kopfnekrose in 4,27% (12/281) der Fälle fest. Eine sekundäre Dislokation des Tuberkulum majus trat 15-mal auf und eine sekundäre Sinterung beziehungsweise Varusfehlstellung konnten wir bei 14 Patienten nachweisen. Nach unserem Kenntnisstand erweisen sich winkelstabile Implantate auch im osteoporotischen Knochen unter gleichzeitiger Wahrung biologischer Prinzipien als ein geeignetes Mittel für die osteosynthetische Versorgung dislozierter proximaler Humerusmehrfragmentfrakturen (1. Wahl). Die mit der Winkelstabilität verbundene Primärstabilität ermöglicht eine sofortige postoperative Krankengymnastik. Die Indikation zur primären Schulterprothesenimplantation stellen wir auf Grund unserer Ergebnnisse daher eher zurückhaltend. Größter Wert muß auf eine zusätzliche Refixation dislozierter Tuberkula gelegt werden. Im Vergleich zur Literatur liegen unsere Ergebnisse auf Augenhöhe derer, die winkelstabile Implantate bevorzugen und stellen sich bezogen auf die primäre und sekundäre Schulterprothetik bei 4- Fragment- und komplexen Luxationsfrakturen vergleichbar, wenn nicht deutlich besser dar.


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