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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-38124
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2009/3812/


Empowerment von Patienten- und VerbrauchervertreterInnen durch wissenschaftliche Kompetenz und evidenzbasierte Patienteninformation

Patient and consumer representatives empowerment through critical appraisal skills and evidence based patient information

Berger, Bettina

Originalveröffentlichung: (2008) Harnischmacher U, Ihle P, Goebel J, Scheller J, Berger B.
pdf-Format:
 Dokument 1.pdf (10.507 KB) 


SWD-Schlagwörter: Evidenz-basierte Medizin , Patientenorientierte Medizin , Patienteninformation , Empowerment , Curriculumentwicklung , Verbraucherberatung
Freie Schlagwörter (Deutsch): Informierte Entscheidungsfindung , Patienten-/Probandeninformationen , Patientenzufriedenheit
Freie Schlagwörter (Englisch): Informed decision making , patient empowerment , advocacy training , critical appraisal skills
Basisklassifikation: 08.38
Institut: Chemie
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Mühlhauser, Ingrid (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 10.07.2008
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 07.01.2009
Kurzfassung auf Deutsch: Die vorliegende Dissertation umfasst verschiedene Forschungsarbeiten zur Entwicklung und Evaluation von Interventionen zur Befähigung von Patienten und Patientinnen zur informierten Entscheidung auf verschiedenen Ebenen und in unterschiedlichen Bereichen des Gesundheitswesens. Obwohl die Beteiligung von Patienten und Patientinnen an den sie betreffenden gesundheitspolitischen Entscheidungen eine ethische Selbstverständlichkeit darstellt, mangelt es in vielen Bereichen an den dafür notwenigen Kompetenzen. Diese Dissertation trägt einige der Bausteine zusammen, die dafür geeignet sind, Patientinnen und Patienten die erforderlichen Informationen und Kompetenzen zur Verfügung zu stellen.

1. Training in wissenschaftlicher Kompetenz für Patienten- und Verbrauchervertreterinnen als Empowermentstrategie
Teil 1 der Arbeit stellt die Entwicklung und Evalution eines Trainings für Patienten- und Verbrauchervertreter und –vertreterinnen in wissenschaftlicher Kompetenz dar. Das Training soll die erforderlichen Kenntnisse im kritischen Umgang mit wissenschaftlichen Studien vermitteln, die sie benötigen, um die für Patienten und Patientinnen notwendigen Informationen und Entscheidungshilfen einzufordern und sich in den Strukturen des Gesundheitswesen für mehr Patientenorientierung einzusetzen. Der anschließende Artikel (Kap. 1.5) diskutiert die Missverständnisse, die es um die Begrifflichkeiten wie Empowerment derzeit gibt und zeigt am Beispiel der Multiplen Sklerose auf, dass evidenzbasierte Patienteninformationen durchaus in der Lage sind, informierte Entscheidungen zu ermöglichen.

2. Patienten- und Probenandeninformationen zur Teilnahme an klinischen Studien
Teil 2 beschäftigt sich mit Informationen für die Teilnahme an klinischen Studien. Als es um die Entwicklung des entsprechenden Schulungsbausteines für unser Trainingsprogramm (Kap. 1) ging, standen keine standardisierten Vorlagen für die Erstellung von Patienten- und Probandeninformationen zur Teilnahme an klinischen Studien in Deutschland zur Verfügung.
Im Rahmen eines von mir geleiteten studentischen Projektes beschäftigten wir uns deshalb mit der Erstellung einer einheitlichen Checkliste zur Erstellung von Patienten-/Probandeninformationen. Der Artikel (Kap. 2.2) beschreibt die Evaluierung dieser Checkliste. Die Ergebnisse dieser Studie wurden durch die Studierenden bei der öffentlichen Anhörung der Kommission für Ethik und Recht in der Medizin im Bundestag am 24.10.2004 vorgestellt. In Zusammenarbeit mit der Telematikplattform für medizinische Forschungsnetze e.V., entstand das Buch „Checkliste und Leitfaden zur Patienteneinwilligung - Grundlagen und Anleitung für die klinische Forschung“ (Kap 2.3).

3. Evidenzbasierte Patienteninformationen
Durch die Erarbeitung der Unterrichtsmaterialien für das wissenschaftliche Kompetenztraining wurde ebenfalls deutlich, dass in Deutschland zunehmend der Begriff „evidenzbasierte Patienteninformation“ verwendet wird, aber es darüber sehr unterschiedliche Vorstellungen gibt. Deshalb trugen wir die Forschungsergebnisse für die Erstellung evidenzbasierter Patienteninformationen für die deutschsprachige Diskussion zusammen und publizierten sie (Kap. 3.1). Die Tatsache, dass auch Patienten und Patientinnen einen Anspruch auf evidenzbasierte Patienteninformationen, also Informationen über den Nutzen, den fehlenden Nutzen und den Schaden medizinischer Interventionen auf Grund der jeweiligen Studienlage auch unter Angabe von Zahlen haben, wird in bisherigen Qualitätsstandards und Bewertungsinstrumenten von Patienteninformationen nicht ausreichend berücksichtigt. Das ist Ergebnis des Artikels in Kap. 3.2, der sich mit den in Deutschland derzeitig verwendeten Bewertungsinstrumenten beschäftigt.

4. Informationen über die Qualität der ambulanten Versorgung
Die systematische Übersichtsarbeit in Kap. 4 beschäftigt sich mit der Frage, ob die Ergebnisse von Patientenzufriedenheitsbefragungen geeignet sein könnten, Patienten und Patientinnen bei der Auswahl der für sie geeigneten Arztpraxis behilflich zu sein. Da diesen Zufriedenheitsinstrumenten in der Regel ein Patientenbild zugrunde liegt, das den Patienten die Fähigkeit zur Einschätzung der Qualität der Gesundheitsleistungen abspricht und ihnen die dafür erforderlichen Informationen nicht zur Verfügung stellt, wird diese Frage eindeutig mit nein beantwortet.

5. Ausblick
Als Ausblick wird in Kap. 5 der neue Bachelorstudiengang der Gesundheitswissenschaften der Universität Hamburg vorgestellt, der den Absolventinnen und Absolventen ermöglichen soll, Patienten und Patientinnen durch Interventionen wie Schulungen, Beratungen oder Informationen zu einer informierten Entscheidungsfindung zu verhelfen.
Kurzfassung auf Englisch: Although participation of patients in the health care system is an ethic obligation, health care professionals and patients often lack the necessary competencies. This thesis presents research on the development and evaluation of interventions, which empower patients to take part in informed decision making on different levels of health care interventions and in different areas of health care services. It also presents articles, which clarify some misconceptions about patient orientation.

1. Educating patient and consumer representatives in evidence based medicine as an empowerment strategy.
The first part of this thesis documents the developement and evaluation of an advocacy training programme for patient and consumer representatives. We investigated whether motivated patient representatives of various fields can achieve EbM skills and whether they could apply these skills. 161 participants were educated in 14 critical appraisal skills courses. Evaluation included formative evaluation to improve course performance as well as summative evaluation. The results show, that critical appraisal skills programmes for laypersons are feasible. Laypersons are highly motivated to achieve critical appraisal skills with regard to participation in health care decision making. Implementation of skills is limited among professional counsellors, who demand prepared evidence based patient information and decision aids. Further research and intervention needs is discussed.
The following article (1.5) discusses misunderstandings about conceptions like empowerment, adherence and compliance. Using the example of patients suffering from multiple sclerosis the article shows, that evidence based patient information might be able to support informed decision making of patients.

2. Information for research participants
The second part of this thesis deals with information for research participants. Based on a systematic literature research we developed a checklist to ask the institutional review boards of medical associations in Germany about important aspects of information for research participants.
This article describes the evaluation of this checklist. The results have been presented during a public hearing of the Enquete-Commission of Ethic in Modern Medicine of the German Parliament in October 2004. As a result, this results have been included in the “Checklist and guidance to informed consent – standards and guidelines for clinical research” (chapter 2.3, in German), which - as a whole - has been developed in cooperation with the Telematikplattform e.V., a network for medical research networks.

3. Evidence based patient information
During our appraisal skills training programmes, we identified more and more misconceptions concerning the terminus „evidence based patient information“ in Germany. Here, a fundamental discussion about aspects belonging to the concept of evidence based patient information is still lacking. We, therefore, realised a systematic literature research to collect the current evidence concerning the communication of research results to patients (chapter 3.1). Chapter 3.2 presents a review article concerning assessment instruments used in Germany to evaluate patient information. The fact that patients have a right to get information about benefits, missing benefits and possible harms of medical interventions based on research results is still not acknowledged of most quality assessment instruments of patient information.

4. Information about the quality of ambulatory care
‘‘How can I find a good doctor?’’ is one of the most frequent requests patients’ help desks receive. The aim of the study is to appraise whether current available patient satisfaction surveys reflect the quality of ambulatory care from the patients’ perspective, and whether this information can be used to choose an adequate care facility.
A systematic literature search and a critical appraisal of validated German instruments for the evaluation of patient satisfaction in ambulatory care were conducted. Four instruments were evaluated. Controlled trials proving the efficacy of the instruments were not identified. It remains unclear whether the use of these instruments has beneficial or adverse effects. Patient satisfaction will be discussed as an aspect of ambulatory care. However, quality of ambulatory care is not reflected by patient satisfaction alone. The instruments analysed cannot be used to answer the question: ‘‘Is this a good doctor?’’, unless they consider the availability of adequate patient information.

5. Prospects
As a prospect I present the new course of study, which we developed in the department of health sciences and education. This course aims to qualify the graduates to enable patients in informed decision making about their health aims and interventions.

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