FAQ
© 2015 Staats- und Universitätsbibliothek
Hamburg, Carl von Ossietzky

Öffnungszeiten heute09.00 bis 24.00 Uhr alle Öffnungszeiten

Eingang zum Volltext in OPUS

Hinweis zum Urheberrecht

Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-40090
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2009/4009/


Analyse von 94 Patienten mit einem fortgeschrittenen Gallengangs- oder Gallenblasenkarzinom in Bezug auf klinische Charakteristika, therapeutische Strategien sowie prognostische Faktoren

Adler, Sabrina

pdf-Format:
 Dokument 1.pdf (517 KB) 


Basisklassifikation: 44.61
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Bokemeyer, Carsten (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 10.12.2008
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 12.02.2009
Kurzfassung auf Deutsch: Das Ziel der vorliegenden retrospektiven Studie bestand darin, die verschiedenen klinischen und histopathologischen Charakteristika, den Krankheitsverlauf und das Überleben von 94 Patienten mit einem inoperablen, fortgeschrittenen Gallengangs- und Gallenblasenkarzinom zu untersuchen. Des Weiteren sollten diagnostische und therapeutische Strategien erfasst, sowie Faktoren mit prognostischer Relevanz identifiziert werden. Die Analysen erfolgten mit Hilfe statistischer Berechnungen. Die Ergebnisse wurden vor dem Hintergrund zahlreicher internationaler Gallengangs- und Gallenblasenkarzinom-Studien interpretiert und bewertet.

Das Patientenkollektiv bestand aus jeweils 47 Frauen und Männer. Das mediane Alter betrug 59 Jahre und der mediane Karnofsky-Index lag zum Zeitpunkt der Erstdiagnose bei 90%. Bei den meisten Patienten lag histologisch ein Adenokarzinom (94,7%) vor. Jeweils ein Patient hatte ein Plattenepithelkarzinom, ein anaplastisch-kleinzelliges Karzinom, ein Karzinom vom Spindelzelltyp, ein adenosquamöses Karzinom und ein nicht-squamöses Karzinom. Metastasen ließen sich am häufigsten in der Leber, in den lokoregionären Lymphknoten und im Peritoneum nachweisen.
Die mediane Überlebenszeit der Patienten in dieser retrospektiven Studie betrug 12,2 Monate. Die 1-Jahres-Überlebensrate lag bei 51,1%, die 5-Jahres-Überlebensrate bei knapp 10%.
Eine Erstlinienchemotherapie mit 10 unterschiedlichen Therapieregimen erhielten 72 Patienten (76,6%). Die Ansprechrate auf die Erstlinienchemotherapie betrug 8,3%. Bei einem Drittel der Patienten konnte eine Krankheitsstabilisierung erreicht werden. Eine Zweitlinienchemotherapie wurde bei 28 Patienten (29,8%) durchgeführt, wobei es bei keinem Patienten zu einer Tumorremission kam. Bei 22% der Patienten wurde eine Stabilisierung der Erkrankung mit der Zweitlinienchemotherapie erreicht. Bei 8 Patienten (8,5%) wurde anschließend noch eine Drittlinienchemotherapie durchgeführt. Auch hier zeigte sich bei keinem Patienten eine Tumorremission.
Eine statistische prognostische Signifikanz für eine längere Überlebenszeit konnten in der univariaten Cox-Regressions-Analyse für eine extrahepatische Lokalisation des Gallengangkarzinoms und eine Resektion des Primärtumors in der Vorgeschichte nachgewiesen werden. Prognostisch signifikant ungünstig waren eine niedrige Differenzierung des Primärtumors, das Vorliegen einer Peritonealkarzinose, erhöhte Leukozytenwerte und erhöhte Thrombozytenwerte. In der multivariaten Cox-Regressions-Analyse konnten die extrahepatische Manifestation des Gallengangskarzinoms und eine Resektion des Primärtumors in der Vorgeschichte als günstige sowie ein niedriger Differenzierungsgrad des Tumors und erhöhte Leukozytenwerte als ungünstige unabhängige prognostische Faktoren identifiziert werden.
Zusammengefasst haben Patienten mit einem inoperablen, fortgeschrittenen Gallenblasen- oder Gallengangskarzinom eine schlechte Prognose. Die Ansprechraten auf die herkömmlichen Chemotherapie-Regime sind gering. Daher sollte die Therapie mit gut verträglichen Zytostatika erfolgen und der Einsatz neuer Therapiemodalitäten, wie die molecular-targeted-therapy, weiter in Studien geprüft werden. Des Weiteren kommt der Vorsorgeuntersuchung bei Patienten mit Risikofaktoren eine besondere Bedeutung zu, um die Erkrankung möglichst im Frühstadium zu entdecken und einer potentiell kurativen Resektion zuführen zu können.

Zugriffsstatistik

keine Statistikdaten vorhanden
Legende