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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-40673
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2009/4067/


Psychiatrische Transformationsprozesse und die Enthospitalisierung im Kontext der Einführung der Neuroleptika in der Bundesrepublik Deutschland

Psychiatric transformation processes and the dehospitalization in the context of the introduction of antipsychotic medication

Niemann, Peter

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SWD-Schlagwörter: Neuroleptikum , Entinstitutionalisierung , Deutschland <Bundesrepublik> , Transformation , Psychiatrische Versorgung , Psychiatrie
Freie Schlagwörter (Deutsch): Enthospitalisierung , Psychiatrieenquete , Transformationsprozess , Antipsychotika , Major tranquilizer
Freie Schlagwörter (Englisch): Dehospitalisation , deinstitutionalisation , antipsychotics , major tranquilizer
Basisklassifikation: 44.01 , 15.43
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Schmiedebach, Heinz-Peter (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 17.12.2008
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 08.04.2009
Kurzfassung auf Deutsch: Die Neuroleptika, seit dem Jahr 1952 in der Psychiatrie präsent, schienen einer Revolution gleichzukommen. Das Konzept, psychiatrische Krankheiten durch Pillen behandeln zu können, war zwar schon deutlich älter, schien aber erst durch die Neuroleptikaeinführung Realität geworden zu sein. Insbesondere die Schizophrenietherapie schien im Aufwind.
Unter den unzähligen Themen, welche um sie herum entstanden, fand sich auch eine aus nur wenigen Dutzenden von Publikationen bestehenden Diskussion, die versuchte, mögliche Veränderungen auf die Psychiatrielandschaft nachzuweisen. Sie werden als „Transformations-studien“, bzw. als „Transformationsdiskussion“ in diesem Text bezeichnet. Diese Diskussion fand vor allem in der westlichen Welt statt. Erste Arbeiten aus dem US-Raum erschienen im Jahr 1957; die Diskussion hielt bis in die späten 1960er Jahre hinein an, um dann zu verebben. Erst ab 1963 erschienen erste Arbeiten in der Bundesrepublik Deutschland.
Diese Studien untersuchten primär die stationäre Versorgung der psychisch Kranken in den Psychiatriekrankenhäusern. Sie waren gekennzeichnet von einer variablen Methodik, Studienobjekten, untersuchten Parametern, wie auch heterogenen Ergebnissen. Nur eine Minderzahl der Arbeiten konnte direkte positive Transformationsänderungen aufzeigen, die jedoch im Kontext multipler anderer Veränderungen nicht klar den Neuroleptika zuzuordnen waren. Die deutliche Mehrzahl hingegen zeigte auf, daß im Zeitraum der Einführung der Neuroleptika nur statistisch geringgradige oder gar negative Veränderungen eingetreten waren.
Ab den 1970er Jahren fand sich eine andere Diskussion: Die Frage nach einer neuroleptika-assoziierten, bzw. -ausgelösten Enthospitalisierung. Diverse Autoren – vor allem in der Psychiatrie tätig – gaben der Meinung Ausdruck, daß die Neuroleptika die Psychiatrie-landschaft im Sinne einer Enthospitalisierung verändert hätten, also eine Verkleinerung und teilweise sogar Schließung stationärer Psychiatriekrankenhäuser bewirkt hatten, wie auch die Errichtung einer Gemeindepsychiatrie mit verstärkter Fokussierung auf teilambulante, nachsorgende und ambulante Institutionen. Doch die als Untermauerung eingesetzten Argumente und Quellen – zum Teil auch Transformationsstudien – stellten sich durchweg als inadäquat heraus. Eine ausreichende Substantiierung war somit bei keinem der untersuchten Arbeiten gegeben. Da diese Hypothese im bundesdeutschen Raum bis zum heutigen Tag auf Kongressen und in Publikationen anzutreffen ist und bis dato ausreichende Belege fehlen, ist sie als persönliche Meinung zu betrachten, nicht als nachgewiesenes Faktum.
Kurzfassung auf Englisch: The antipsychotic medication was introduced in 1952 and seemed to dramatically change the nature and spectrum of the psychiatic hospital system. Several publications concerning this topic were published throughout the late 1950s and early 1960s. This dissertation analyzes the nature, validity and methods of these publications. Aditionally, it analyzes several publications of the 1970s, 1980s, 1990s up until the early 21st century in which it is postulated that antipsychotics revolutionized the psychiatric hospital system.

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