FAQ
© 2015 Staats- und Universitätsbibliothek
Hamburg, Carl von Ossietzky

Öffnungszeiten heute09.00 bis 24.00 Uhr alle Öffnungszeiten

Eingang zum Volltext in OPUS

Hinweis zum Urheberrecht

Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-40692
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2009/4069/


Frühe Traumatisierungen und elterliche Erziehungsgewohnheiten bei Patientinnen und Patienten mit Zwangsstörungen

Early traumatic experience and parental rearing practices in patients with obsessive - compulsive disorders

Köhler, Sandra

pdf-Format:
 Dokument 1.pdf (1.170 KB) 


Freie Schlagwörter (Deutsch): Zwangsstörung , interpersonale Traumatisierung , Sexueller Missbrauch , Körperliche Misshandlung , Vernachlässigung , elterliches Erziehungsverhalten
Freie Schlagwörter (Englisch): obsessive-compulsive disorder , childhood , trauma , abuse , neglect , parent-child relationship , rearing practices
Basisklassifikation: 44.91
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Naber, Dieter (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 05.01.2009
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 07.04.2009
Kurzfassung auf Deutsch: Einleitung: Interpersonale Traumatisierungen in Kindheit und
Jugend gelten als Risikofaktor für das Auftreten psychischer
Störungen. Auch die Relevanz dieser Erfahrungen für Verlauf
und Therapie wird zunehmend deutlich. Zur Häufigkeit und Bedeutung früher Traumatisierungen bei Zwangserkrankungen
gibt es bislang wenig Befunde. Besonders die Bedeutung von
emotionaler Misshandlung sowie emotionaler und körperlicher
Vernachlässigung wurde bisher kaum untersucht. Bezüglich der
Behandlungsrelevanz gibt es Hinweise, dass Traumatisierungen
mit einem ungünstigeren Therapieergebnis verbunden sind.
Dies wurde jedoch nur für rein symptomzentrierte Ansätze belegt. Das Ziel der vorliegenden Untersuchung war es daher, die Häufigkeit verschiedener Formen kindlicher Traumatisierungen und etwaige Zusammenhänge mit der Zwangssymptomatik bzw. Psychopathologie und komorbide Symptomkomplexe zu untersuchen. Darüber hinaus betrachtet die vorliegende Untersuchung in Übereinstimmung mit dem klinischen Eindruck und den Befunden aus der Literatur zu
elterlichem Erziehungsverhalten Zusammenhänge
zwischen einer bestehenden Zwangsstörung, verschiedenen Traumatisierungsformen und elterlichem Kontrollverhalten und/oder mangelnder elterlicher Fürsorge.
Patienten und Methode: Bei 41 Zwangserkrankten, die stationär zu einer multimodalen Verhaltenstherapie (mit oder ohne adjuvanter Pharmakotherapie) aufgenommen wurden, wurden interpersonale Traumatisierungen in Kindheit und Jugend und erlebtes elterliches Erziehungsverhalten sowie nach Aufnahme und vor Entlassung Zwangs- und andere psychopathologische Symptome mittels verschiedener Instrumente (u.a. Structured Trauma Interview, STI; Childhood Trauma Questionnaire, CTQ; Yale Brown Obsessive-Compulsive Scale, Y-BOCS; Fragebogen zu Erziehungseinstellungen und Erziehungspraktiken, FEPS) erfasst.
Ergebnisse: Mehr als ein Drittel der Patienten berichtete
von Erfahrungen sexualisierter Gewalt und/oder körperlicher
Misshandlung, mehr als die Hälfte erlebte emotionale Misshandlung und/oder Vernachlässigung. Traumatisierende Erfahrungen in der Vorgeschichte waren mit einem stärkeren Ausmaß an psychischer Beeinträchtigung, höherer Depressivität, tendenziell stärkerer Zwangssymptomatik sowie stärker wahrgenommenem elterlichem Kontrollverhalten und/oder mangelnder elterlicher Fürsorge verbunden, ein negativer Einfluss auf den Therapieerfolg ließ sich jedoch nicht belegen.
Schlussfolgerung: Interpersonale Traumatisierungen
wurden relativ häufig berichtet. Betroffene sind zwar insgesamt stärker beeinträchtigt als Patienten ohne Traumatisierung, sie können jedoch ebenfalls von der Behandlung profitieren. Dennoch lässt sich zusammenfassend
sagen, dass Personen, die angaben, dass sie in der Kindheit missbraucht und/oder misshandelt worden waren, sich als Gruppe nicht nur durch größere Häufigkeit von
Symptomen und Diagnosen, sondern auch durch weitere belastende Entwicklungsfaktoren von den Nicht-Traumatisierten unterschieden.
Hinsichtlich dieser trotz der geringen Stichprobengröße beobachteten Ergebnisse und Zusammenhänge in der vorliegenden Pilotstudie erscheint eine Folgestudie mit
größeren Fallzahlen vielversprechend.
Kurzfassung auf Englisch: Background: Early traumatic experiences are discussed as risk factors for the development of psychiatric disorders and are suspected to influence treatment and outcome. Yet, few empirical studies have assessed the association between these life events and obsessive-compulsive disorder (OCD). Especially the role of emotional abuse and physical and emotional neglect has rarely been examined. Therefore, the aim of the present study was to investigate the prevalence of early traumatic experiences in patients with OCD and the impact of such experiences on OCD severity and comorbid symptom features. Moreover observes the present study according to clinical impression and results from research into parental rearing practices relations to an existent OCD, different traumatic experiences and parental overprotection and/or failed parental care.
Patients and Methods: 41 patients fulfilling criteria of OCD were investigated with several instruments(Structured Trauma Interview, STI; Childhood Trauma Questionnaire,
CTQ; Yale Brown Obsessive-Compulsive Scale, Y-BOCS; Fragebogen zu Erziehungseinstellungen und Erziehungspraktiken, FEPS etc.) before and after treatment. Patients were consecutively referred to a behaviour therapy inpatient unit. Treatment consisted of an individualized and multimodal cognitive behaviour therapy (with or without drug therapy).
Results: The findings indicate a high prevalence of childhood traumatic experiences in OCD patients. Traumatic experiences were associated with a higher level of psychiatric symptoms in general, depressive symptoms and severity of OCD (on a trend level) as well as observed parental overprotection and/or failed parental care. The results are not supportive of a relationship between traumatic experiences and treatment failure.
Conclusion: Adverse childhood experiences such as abuse and neglect are relatively prevalent among patients with OCD. These experiences are associated with greater psychopathology, but not necessarily with an unfavourable outcome. However, in regard to the observed results and relations in the present study seems further investigation in the future with a bigger sample to be promising.

Zugriffsstatistik

keine Statistikdaten vorhanden
Legende