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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-41230
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2009/4123/


„Irrsinn" in Kunst - Öffentliche Auseinandersetzung zur Psychopathologisierung bildender Kunst (1910-1925)

Matzel, Marieluise

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SWD-Schlagwörter: Psychiatrie , Kunst , Expressionismus , Wahnsinn , Kunstkritik , Avantgarde , Kunstzeitschrift , Öffentlichkeit
Freie Schlagwörter (Deutsch): Psychopathologisierung , Der Sturm , Irrsinn , Psychiatriegeschichte
Basisklassifikation: 44.01
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Psychologie
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Schmiedebach, Heinz-Peter (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 08.04.2009
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 22.05.2009
Kurzfassung auf Deutsch: Der Expressionismus gilt, besonders in seinen Anfängen, als scharfe, intensive und freie
Kunst in einer spannungsreichen Zeit. Die im Spannungsfeld von Tradition und Moderne
entstandene künstlerische, angriffslustige, umbruchfordernde und starke Expressivität
eröffnete vielfältige Berührungspunkte zu seelischem Leid und fremdartigem Fühlen und
Denken. Die Psychopathologisierung dieser modernen Kunst in der Öffentlichkeit, auch
unter Einbeziehung der Expertise von namhaften Psychiatern, bot eine Möglichkeit, diese
befremdlichen Kunstphänomene in das große Gebiet der Geisteskrankheiten und der
Verrücktheit einzuordnen. Damit wurde die Avantgarde mit ihren Werken als
unzurechnungsfähig im Feld der Psychiatrie verortet.
Im Zentrum der vorliegenden Untersuchung steht die Analyse der Psychopathologisierung
als Deutungsmuster für Werke bildender Kunst der Avantgarde in der zeitgenössischen
Presse. In der hier vorgenommenen Betrachtung der Mechanismen
Psychopathologisierung spielt zum einen die Auseinandersetzung mit
dieser
den
Begrifflichkeiten des Normalen bzw. Unnormalen, zum anderen die Bedeutung des
Stigmas „Irresein" für Künstler und ihre Werke, aber auch für Kunstpublikum und
Psychiater, eine zentrale Rolle.
Hauptquelle dieser Arbeit ist die expressionistische Künstlerzeitschrift DER STURM, die
von 1910 bis 1932 erschien. In hier veröffentlichten Artikeln zeigte sich, dass der Umgang
mit dem Stigma „Irresein" zunächst nur zwischen Kunstpublikum und Künstlern, also
medizinisch-psychiatrischen Laien, stattfand und bis zu dem Zeitpunkt von aggressiver
Polemik zeugte, zu dem die psychiatrische Expertise sich in die Diskussion einbrachte:
Psychiater legitimierten den Standpunkt des Kunstpublikums durch ihre
wissenschaftlichen Erkenntnisse, erweiterten damit gleichzeitig die Deutungsmacht ihres
Faches auf kulturelle Belange.
Während Kunstpublikum und Psychiater größtenteils „unidirektional" agierten, also
diffamierend gegen die moderne Kunst, verdeutlicht die Analyse dieser
Psychopathologisierung der Kunst, dass Künstler in vielfältiger Weise mit diesem
Deutungsmuster umgingen und dabei u.a. auch Kritik an der psychiatrischen Expertise
übten.

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