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Hamburg, Carl von Ossietzky

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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-41637
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2009/4163/


Morphologische Untersuchungen des Kleinhirns und des visuellen Kortex im Hinblick auf die Hauptzellpopulationen in der erwachsenen CHL1-defizienten Maus

Stereological analysis of major cell populations in the cerebellum and visual cortex of the adult CHL1-deficient mouse

Siering, Janina Effi

Originalveröffentlichung: (2008) The Journal of comparative neurology : Close homologue of adhesion molecule L1 promotes survival of Purkinje and granule cells and granule cell migration during murine cerebellar development.
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Freie Schlagwörter (Deutsch): CHL1 , Körnerzellen , Purkinjezellen , Kleinhirnentwicklung , visueller Kortex
Basisklassifikation: 44.34
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Schachner, Melitta (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 05.06.2009
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 18.06.2009
Kurzfassung auf Deutsch: Die Entdeckung des CHL1-Moleküls liegt noch nicht lange zurück. In den ersten Studien zu diesem Molekül stellten die Forscher ein interessantes Expressionsmuster fest und ermittelten wichtige funktionelle Eigenschaften von CHL1, wie die Förderung von Neuritenwachstum, neuronalem Überleben und neuronaler Migration. In weiteren Untersuchungen stellte sich ein Einfluss des CHL1-Moleküls auf die Regeneration von Nervengewebe heraus.
Ebenso wie das verwandte und schon länger bekannte L1-Molekül stand auch das CHL1 Molekül sehr bald unter Verdacht, eine wichtige Rolle bei der Entstehung von neuropsychiatrischen Krankheiten zu spielen. Es konnten bei Patienten mit bestimmten Erkrankungen, wie Schizophrenie und dem 3p-Syndrom, Fehler im CHL1-Gen identifiziert werden. Verschiedene Untersuchungen bestätigten daraufhin die CHL1-/- Maus als ein geeignetes Modell für bestimmte Symptome von neuropsychiatrischen Erkrankungen (u.a. Schizophrenie).
Analysen dieser CHL1-/- Mäuse deckten diverse Abnormalitäten im Neokortex, Hippocampus, Corpus amygdaloideum, Riechkolben und Substantia Nigra auf. Dabei ließen sich insbesondere Veränderungen im Laufe der embryonalen und postnatalen Entwicklung der Mäuse beobachten.
Diese Studie beschäftigte sich mit zwei weiteren Gehirnregionen: dem cerebellären und dem visuellen Kortex. Die Untersuchungen wurden an sechs CHL1+/+ und sechs CHL1-/- Mäusen im Alter von zwei Monaten durchgeführt. Dabei wurde die Dichte der Hauptzellpopulationen (Neurone, neuronale Subpopulationen, Astrozyten, Oligodendrozyten und Mikroglia) mittels einer stereologischen Methode erfasst, die die Identifizierung von immunhistochemisch gefärbten Zelltypen ermöglichte.
Im Kleinhirn der zwei Monate alten CHL1-/- Mäuse konnte eine signifikant geringere Anzahl an Purkinje- und Körnerzellen festgestellt werden. Der Purkinjezellverlust war bereits in einer vorausgegangenen Studie an sieben Tage alten CHL1-/- Mäusen offensichtlich und ist bis zu einem Alter von zwei Monaten etwa gleich geblieben. Ursächlich hierfür ist vermutlich ein veränderter synaptischer Input an den Dendriten der Purkinjezellen durch die Kletter- und Parallelfasern während der frühen postnatalen Entwicklung. Der Körnerzellverlust wurde erst in dieser Arbeit an zwei Monate alten CHL1-/- Mäusen festgestellt. Folglich muss er in einem Zeitraum nach dem siebten postnatalen Tag stattgefunden haben. Da sich die Anzahl der beiden Zelltypen (Purkinje- und Körnerzellen) proportional verringert hat, handelt es sich hierbei am wahrscheinlichsten um eine Anpassung der Körnerzellpopulation auf die bereits reduzierte Purkinjezellpopulation. Möglicherweise wird diese Anpassung durch die Purkinjezellen reguliert, indem sie die Körnerzellproliferation nach der ersten postnatalen Woche abschwächen.
Im visuellen Kortex ergaben die quantitativen Analysen der Hauptzellpopulationen keine signifikanten Unterschiede zwischen den CHL1+/+ und CHL1-/- Mäusen.
Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass CHL1 gebietsspezifisch die Größe der Hauptzellpopulationen beeinflusst, und liefern somit neue Beweise für eine Bedeutung des CHL1 Moleküls bei der Kleinhirnentwicklung.

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