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Hamburg, Carl von Ossietzky

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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-41795
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2009/4179/


Beobachtung, Information und Kommunikation.

Rathje, Dirk

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Information , Kommunikation , Konstruktivismus , Beobachtung
Basisklassifikation: 05.02 08.3
Institut: Sozialwissenschaften
DDC-Sachgruppe: Sozialwissenschaften, Soziologie, Anthropologie
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Neverla, Irene (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 10.12.2008
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 02.07.2009
Kurzfassung auf Deutsch: Diese Arbeit liefert Definitionsversuche im Umfeld der Begriffe Beobachtung, System, Information und Kommunikation. Methodisch wird dabei versucht, von einem Minimum an Annahmen auszugehen (1. Maxime) und ein Maximum an Anwendbarkeit zu erreichen (2. Maxime). Als Folgen dieser Maximen werden Systemorientierung, der Konstruktivismus sowie hohe Grade an Interdisziplinarität, Abstraktion und Formalisierung ausgemacht.

Die Beobachtung (und nicht das beobachterunabhängige Sein) wird in dieser Arbeit zum grundlegenden Begriff: Alles ist Beobachtung und kann in Beziehung zueinander beobachtet werden. Insbesondere ist auch die Beobachtung eine Beobachtung (1. Axiom). Zudem beobachten wir in einer Zeit: Wir beobachten immer im Jetzt, können aber vergangene Beobachtungen beobachten (erinnern) und mögliche zukünftige Beobachtungen beobachten (prognostizieren). Dabei können wir beobachten, dass bestimmte zukünftige Beobachtungen (viable Prognosen) in vergangene Beobachtungen übergehen (2. Axiom). Die wesentliche Funktion von Wissenschaft wird darin gesehen, unsere Prognosefähigkeit zu erhöhen.

Die erkenntnistheoretischen Axiome werden im Rahmen des so genannten minimalen Systemformalismus formalisiert. Darin werden unter anderem die Begriffe System, Beziehung, Bezeichnung, Vokabular, Abstraktion, Begriff, unscharfe Abstraktion, zeitliches System, Dynamik, Autopoiese und Kausalität entwickelt.

Mit dem Rüstzeug des minimalen Systemformalismus lassen sich Beobachtungsprozesse, informationsbasierte Prozesse und Kommunikationsprozesse als zeitliche Abläufe beschreiben, bei denen mindestens eine Beobachtung höherer Ordnung beobachtet wird. So sei ein Beobachtungsprozess die Beobachtung, dass etwas Beobachtetes (Beobachtung 0. Ordnung) eine Beobachtung (Beobachtung 1. Ordnung) in einem Beobachter bewirkt: Eine Bananenschale auf dem Gehweg (Beobachtung 0. Ordnung) etwa bewirkt die Beobachtung einer Bananenschale (Beobachtung 1. Ordnung) in einem sich nähernden Beobachter. Bei einem informationsbasierten Prozess werde hingegen beobachtet, dass eine Beobachtung (Beobachtung 1. Ordnung) eine Wirkung (Beobachtung 0. Ordnung) verursacht: Die Beobachtung der Bananenschale (Beobachtung 1. Ordnung) bewirkt im Beobachter B ein Ausweichen (Beobachtung 0. Ordnung). Und bei einem Kommunikationsprozess werde eine Ursache-Wirkungs-Beziehung zwischen zwei Beobachtungen 1. Ordnung festgestellt: Durch Zurufen „Vorsicht Bananenschale!“ bewirkt der Beobachter B eine Beobachtung in einem sich nähernden Beobachter C. Absolut wesentlich für alle drei Fälle ist, dass es sich jeweils um eine Beobachtung durch eine Beobachter A handelt und ein anderer Beobachter zu einem anderen Ergebnis gelangen kann.

Damit liefert die Arbeit eine einheitliche Beschreibung von für die
Kommunikationswissenschaft zentralen Begriffen wie System, Information und Kommunikation. Diese Beschreibung ist erkenntnistheoretisch fundiert, interdisziplinär anschlussfähig und erfolgt zudem in einem ausreichend formalen Rahmen, der für eine Etablierung der Simulation als zusätzliche Methode der Sozialwissenschaften hilfreich sein könnte.

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