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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-41866
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2009/4186/


Vergleich zwischen Oxazepam und Clomethiazol in der medikamentösen Behandlung des Alkoholentzugs

Comparison between Oxazepam and Clomethiazole in the medicamentous treatment of the alcohol withdrawal

Ganzer, Florian

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Alkohol , Alkoholentzug , Suchtkrankheit , Clomethiazol , Benzodiazepin , Alkoholismus , Entwöhnungsmittel  , Entzug , Entgiftung , Chlormethiazol
Freie Schlagwörter (Englisch): alcohol , withdrawal , addiction , clomethiazole , benzodiazepine
Basisklassifikation: 44.91
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Haasen, Christian (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 09.06.2009
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 06.07.2009
Kurzfassung auf Deutsch: HINTERGRUND: In Deutschland wird in den Leitlinien zur Alkoholentzugsbehandlung heute Clomethiazol als
Medikament der ersten Wahl genannt. Dies trifft sowohl auf die Behandlung des schweren
Entzugssyndroms, als auch auf die Therapie des Delirs zu. In den USA bevorzugt man
Benzodiazepine. Diese Empfehlungen sollten durch die vorliegende Studie überprüft werden.
Zweck der Untersuchung war ein Vergleich zwischen Oxazepam und Clomethiazol.
METHODEN: Retrospektiv wurden 786 Entzugsbehandlungen der psychiatrischen Abteilung des
Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf mit der Hauptdiagnose „Alkoholentzugssyndrom“
untersucht. Der Zeitraum vom 1. Januar 2005 bis einschließlich 30. September 2006 wurde
abgedeckt. Darin enthalten waren 88 stichprobenartig ausgewählte Behandlungen aus dem Jahr
2004. Besondere Beachtung fanden die Entzugsparameter, systolischer und diastolischer Blutdruck,
Puls und die vegetativen Reaktionen. Außerdem wurden aufgetretene Komplikationen und
unerwünschte Arzneimittelwirkungen als wichtig erachtet. RESULTATE:
Das Alter der Patienten, die suchtspezifische Anamnese, die physische und die psychiatrische
Komorbidität zeigten, bis auf wenige Ausnahmen, keine signifikanten Unterschiede zwischen den
Gruppen. Damit wurden gleichwertige Ausgangsbedingungen angenommen.
Die Behandlungsdauer war im Mittel in beiden Entzugsgruppen (16,57 versus 16,38 Tage) gleich.
Die Entzüge in der Oxazepam-Gruppe zeigten eine deutlich geringere Anzahl an Tagen mit
ausgeprägten Entzugssymptomen für alle vier Entzugsparameter (p<0,05).
Es war ein Delir in der Oxazepam-Gruppe zu beobachten. 14 Delirien und zwei Krampfanfälle
waren in der Clomethiazol-Gruppe festzustellen. Insgesamt traten damit signifikant häufiger
schwere Entzugskomplikationen in der Clomethiazol-Gruppe auf (p=0,046).
In 5,0% der Oxazepam- und in 3,1% der Clomethiazol-gestützten Entzüge traten definierte
Arzneimittelnebenwirkungen auf, der Unterschied war nicht signifikant (p=0,310). Fünf
Entzugsbehandlungen der Oxazepam-Gruppe wechselten zu Clomethiazol und 15 Behandlungen
der Clomethiazol-Gruppe wechselten zu Oxazepam, hauptsächlich wegen Nebenwirkungen.
FAZIT: Oxazepam ist im Alkoholentzug ein effizientes und sicheres Medikament. Es verringert das
Auftreten von Komplikationen im Vergleich zu Clomethiazol. Oxazepam verfügt über eine große
therapeutische Breite und ist kostengünstiger als Clomethiazol. Die eindeutige Empfehlung als Mittel
der ersten Wahl im Alkoholentzug kann, durch die Ergebnisse dieser Untersuchung, für Clomethiazol
nicht bekräftigt werden. Oxazepam sollte nicht nur im Falle von Kontraindikationen gegen Clomethiazol,
sondern verstärkt zur medikamentösen Behandlung im Alkoholentzug verwendet werden.

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