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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-42728
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2009/4272/


Bundesweite Studie zur Anwendung alternativer Therapien bei Patienten mit Gliomen

Schmidt, Mareike

pdf-Format:
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Freie Schlagwörter (Deutsch): alternative Therapien , unkonventionelle Therapien , Gliome , Hirntumor
Basisklassifikation: 44.81
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Heese, Oliver (PD Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 13.07.2009
Erstellungsjahr: 2009
Publikationsdatum: 24.08.2009
Kurzfassung auf Deutsch: Im Zeitraum von Juni bis September 2007 wurden von den neurochirurgischen Zentren der Kliniken, die dem Gliomnetzwerk angehören, Fragebögen an 939 Pattienten verschickt. Alle angeschriebenen Patienten sind an einem Gliom erkrankt. Die Rücklaufquote beträgt 65,53% und von den 614 zurückgesendeten Fragebögen waren 608 auswertbar.
Es zeigte sich, dass 40,3% der Patienten alternative Therapien anwenden. Die drei am häufigsten angewendeten alternativen Verfahren sind die Homöopathie (39,2%), die Vitamintherapie (31%) und psychologische Verfahren (29%). Meist therapiert sich der Patient (43,7%) selbst. Ansonsten führen hauptsächlich der Heilpraktiker (30%) und der Hausarzt (26,1%) die Anwendung durch. Die Anwender alternativer Therapien sind signifikant jünger, weiblich und haben eine höhere Schulausbildung. Bezüglich des Erwerbstatus, des Familienstandes und der Elternschaft zeigen sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen der Gruppe der Anwender und der Nicht-Anwender. Auch der Schweregrad der Erkrankung weist statistisch keine Signifikanz auf. Jedoch wenden Patienten mit einem Tumor WHO-Grad III und IV tendenziell häufiger alternative Therapien an, als Patienten mit einem Tumor WHO-Grad I und II.
Weit mehr als die Hälfte aller Patienten fühlen sich voll und ganz über ihre Krankheit und deren Behandlungsmethoden aufgeklärt. Auffallend ist, dass sich eher Nicht-Anwender schlechter aufgeklärt fühlen.
Aufmerksam auf alternative Therapien wurden die Anwender überwiegend durch Freunde und Bekannte, Ärzte und Familienangehörige. Die Mehrheit (82,7%) hat sich über alternative Therapien beraten lassen. Dies geschah vorwiegend durch den Hausarzt (48,5%) und den Heilpraktiker (30,6%).
Als Hauptbeweggrund für die Einnahme gaben die Patienten die Unterstützung der Schulmedizin an. Ebenso möchten sie durch die Einnahme homöopathischer Mittel die Abwehrkräfte stärken und selbst etwas zur Behandlung beitragen. Der Gedanke, dass nichts unversucht bleibt, spielt auch eine große Rolle. Patienten mit einem WHO-Grad III und IV äußerten zusätzlich den Wunsch, durch die Anwendung alternativer Therapien die Nebenwirkungen der Strahlen- und Chemotherapie zu lindern.
Bei ca. 70% der Befragten hat sich sowohl das körperliche als auch das seelische Befinden durch die Einnahme alternativer Therapien leicht bis stark gebessert. Nebenwirkungen sind nur bei zwei Patienten aufgetreten.
Die Ausgaben liegen meist zwischen 50 und 100 Euro pro Monat. Nur Einzelne geben mehr als 500 Euro monatlich für alternative Therapien aus.
Insgesamt waren über 87% der Patienten mit der Behandlung zufrieden bis vollkommen zufrieden und bezeichnen die Anwendung als Erfolg. Nur 3,3% äußerten Unzufriedenheit über die Behandlung.
In den Kommentaren wurde häufig die fehlende Zusammenarbeit zwischen der Schulmedizin und der Alternativmedizin beklagt. Viele Anwender der alternativen Therapien wünschen sich mehr Unterstützung bei ihrer Anwendung durch die behandelnden Ärzte.

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