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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-42766
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2009/4276/


Riskante Kalküle - Über Paradigmen und Kontexte informatischen Handelns

Clasen, Brigitte

pdf-Format:
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SWD-Schlagwörter: Risikotheorie , Risikomanagement , Risiko , Risikoanalyse , Entscheidung bei Risiko , Logikkalkül , Kalkül , Paradigma <Wissenschaftstheorie> , Kontex
Freie Schlagwörter (Deutsch): Geschichte der Informatik , Theorie der Informatik , Kritische Informatik , IT-Risiko , Paradigmen der Informatik
Freie Schlagwörter (Englisch): History of Computer Science , Theory of Computer Science , IT-Risk , Paradigms of Computer Science
Basisklassifikation: 54.52 , 54.01 , 54.08
Institut: Informatik
DDC-Sachgruppe: Informatik
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Brunnstein, Klaus (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 10.02.2009
Erstellungsjahr: 2007
Publikationsdatum: 24.08.2009
Kurzfassung auf Deutsch: Informatisches Handeln entfaltet vermittels Modellbildung Definitions- und durch die Implementation von Modellen Entscheidungsmacht. Informatiker besitzen jedoch bereits wegen der zeitlichen, räumlichen und sachlichen Trennung ihrer Arbeit von deren Gebrauch keine Kontrolle über Anwendung und Wirkung. Informatisches Handeln ist eine Form von Risikohandeln. Die Erzeugung von Risiken und Gefahren zweiter Ordnung durch ihre Arbeit wird von Informatikern verkannt, weil das vorherrschende Modellverständnis einerseits gegenüber der Komplexität und dem Zeitaspekt von Wirklichkeit defizitär ist und weil es andererseits in Hinblick auf das Verhältnis von Modell und Wirklichkeit auf naturalistischen Annahmen beruht.
Die Analyse von Modellen, Verfahrensweisen und Konzepten der Softwaretechnik erlaubt es, eine Vielzahl von Paradigmen zu identifizieren, die informatisches Handeln leiten. Sie erweisen sich als semantisch-kognitive, sozial-interaktive und situativ-praktische Paradigmen. Anhand einer systematischen und historischen Untersuchung von Paradigmen der Informatik wird verständlich, weshalb Informatiker denken, Sicherheit herstellen zu können, wo es tatsächlich um Handeln unter der Bedingung von Unsicherheit geht. Für die Theoriebildung in der Informatik sind dabei die Kalkülvorstellung, e i n Konstitutionssystem für den Aufbau der Welt und ein bestimmtes Konzept der Berechen-barkeit von größtem Gewicht. Und auf die Art und Weise, wie Informatik in der Gesellschaft funktioniert, hat ihre Entstehung im Kontext des Zweiten Weltkrieges als ein von der industriellen Arbeitsteilung geprägtes Element des militärisch-industriell-akademischen Komplexes bis heute Auswirkungen.
Die explizite Kenntnis der Paradigmen und der auf sie zurückzuführenden Defizite und Risiken macht es aber auch möglich, auf das, wenngleich gegenwärtig noch geringe, Potential für Veränderungen im informatischen Handeln ein Licht zu werfen. Überlegungen zur Logik der Farben, zu einem allgemeinen Datenmodell für Banken und zum IT-Risikomanagement umreißen beispielhaft solche Möglichkeiten.
Kurzfassung auf Englisch: Informational acting develops by means of modelling power of definition and by means of implementing models power of decision. But computer scientists don't possess control over uses and effects of their work for the very fact of temporal, spatial, and factual separations. Informational acting is a form of risk acting. Generation of risks and second order dangers through their work is misjudged by computer scientists because of a predominant understanding of models which is insufficient regarding complexity and temporality of reality on the one hand, and is based on naturalistic assumptions conceming the relationship between models and reality on the other hand.
Analyzing models, procedures, and conceptions of software engineering allows to identify a multitude of paradigms leading informational acting. They prove to be semantic-cognitive, social-interactive, and situationtied-practical. It becomes comprehensible from systematical and historical research on paradigms of computer science why computer scientists think they could create certainty where in fact acting on condition of uncertainty is on the agenda. The idea of the calculus, o n e constitutional system for structuring the world, and a particular conception of computability are major topics for the construction of theory. In the way how computer science functions in society today its early development is still present: it was stamped by the division of labour as an element embedded into the military-industrial-academic complex of World War Two.
Explicit knowledge of paradigms as well as deficits and risks which can be traced back to them makes possible to cast light on the today still tiny potential for changes in informational acting. Considerations concerning a logic of colours, a general data model for banks, and IT risk management outline examplarily such possibilities.

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