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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-42919
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2009/4291/


In vitro Untersuchung dreier Endodontiegeräte zur maschinellen Aufbereitung mit integrierter Apexlokalisation

Roderjan, Marc Cord

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Wurzelkanalbehandlung , Endometrie , maschinelle Aufbereitung , Apexlokalisation
Basisklassifikation: 44.96
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Platzer, Ursula (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 15.09.2009
Erstellungsjahr: 2009
Publikationsdatum: 21.09.2009
Kurzfassung auf Deutsch: In einer in vitro Studie an extrahierten Zähnen wurden drei Endodontiegeräte zur maschinellen Aufbereitung untersucht. Die Geräte bieten die Möglichkeit, die Arbeitslänge endometrisch während der Aufbereitung zu bestimmen. Die Genauigkeit dieser Funktion sollte untersucht werden.
Dazu wurden Messreihen in einem mit Kochsalzlösung gefüllten Röntgenmodell (Frasaco GmbH, Tettnang, Deutschland) durchgeführt. Vor der eigentlichen Aufbereitung wurde eine klassische röntgenologische Arbeitslängenbestimmung mittels digitaler Sensortechnik durchgeführt. Die Arbeitslänge wurde auf 1 mm vor dem röntgenologischen Apex festgelegt.
Untersucht wurden die Geräte VDW.Gold (VDW GmbH, München, Deutschland), Dentaport ZX (J. Morita Corporation, Tokyo, Japan) und EndoPilot (Schlumbohm GmbH & Co. KG, Brokstedt, Deutschland). Sie wurden nach Herstellerangaben so eingestellt, dass die Aufbereitung mit endometrischer Arbeitslängenbestimmung bis zum physiologischen Foramen erfolgen sollte. Für die Aufbereitung wurde das FlexMaster-Feilensystem (VDW GmbH, München, Deutschland) verwendet.
In die Auswertung wurden die Messungen von 165 Wurzelkanälen einbezogen. Hiervon wurden 58 mit dem VDW.Gold, 53 mit dem Dentaport ZX und 54 mit dem EndoPilot aufbereitet. Das letzte Aufbereitungsinstrument auf endometrisch ermittelter Arbeitslänge wurde mit Klebewachs fixiert. Anschließend wurden die Kanäle apikal längsseits aufgeschnitten, um die Messungen zu objektivieren. Mit Hilfe eines Mikroskops wurde die Lage der Instrumentenspitze zum physiologischen und anatomischen Formamen vermessen. Die Ergebnisse der röntgenologischen Arbeitslängenbestimmung und der endometrischen Arbeitslängenbestimmung während der Aufbereitung wurden statistisch verglichen.
Bei der röntgenologisch festgelegten Arbeitslänge lag die Entfernung zum Foramen physiologicum im Mittel bei -0,27 mm +/- 0,34 mm. In 98% der wurde auf diese Weise die Arbeitslänge im Bereich zwischen 1 mm vor und 0,5 mm nach dem physiologischen Foramen bestimmt. Es wurde mit der Röntgenmethode keine Arbeitslänge jenseits des Foramen apicale, also außerhalb des Zahnes, bestimmt. Die Röntgenmethode unterschied sich signifikant von der endometrischen.
Beim Gerät von VDW wurde in 91,38%, beim Gerät von Morita in 90,57% und beim Gerät von Schlumbohm in 90,74% der Fälle das physiologische Foramen überschritten. Im Mittel betrug die Überschreitung beim VDW.Gold 0,45 mm +/- 0,29 mm, beim Dentaport ZX 0,42 mm +/- 0,30 mm und beim EndoPilot 0,43 mm +/- 0,31 mm. Zwischen den Geräten konnte hierbei kein signifikanter Unterschied gefunden werden.
Durch die endometrische Messung während der Aufbereitung war es durchgängig nicht möglich, die Arbeitslänge bis zum angestrebten Aufbereitungspunkt, dem physiologischen Foramen, einzuhalten.
Mehr noch, es erfolgten Aufbereitungen über das Foramen apicale hinaus, beim VDW.Gold in 43,10% sowie den Geräten Dentaport ZX und EndoPilot in jeweils 13,21% bzw. 12,96% der untersuchten Wurzelkanäle. Der Abstand zwischen Instrumentenspitze und Foramen apicale betrug im Mittel beim VDW.Gold -0,17 mm +/- 0,38 mm, beim Dentaport ZX -0,30 mm +/- 0,35 mm und beim EndoPilot -0,33 mm +/- 0,36 mm.
Mit Blick auf das Foramen apicale sind die Unterschiede zwischen den Geräten VDW.Gold und Dentaport ZX (P = 0,027) sowie VDW.Gold und EndoPilot (P = 0,008) statistisch signifikant.
Die klinische Relevanz ist zu diskutieren, weil die Unterschiede im Bereich von lediglich 0,15 mm liegen.
Die untersuchten Kombinationsgeräte ermitteln nicht das physiologische Foramen als Endpunkt der Aufbereitung, sondern einen Punkt nach dessen Überschreitung. Dieses Ergebnis deckt sich auch mit anderen Studien.
Die endometrische und röntgenologische Arbeitslängenbestimmung vor Aufbereitungsbeginn lässt sich daher durch die simultane endometrische Messung während der Aufbereitung nicht ersetzen. Jedoch wird die maschinelle Aufbereitung durch diese Technik sicherer.
Die vorliegende Untersuchung stellt die Erhaltung des physischen Foramens für eine gute Prognose zur Erhaltung der behandelten Zähne in den Vordergrund. Dieses Ziel ohne Abstriche mit verringertem Behandlungsaufwand zu erreichen, bleibt Aufgabe für Zahnmedizin und Gerätetechnik.

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