FAQ
© 2015 Staats- und Universitätsbibliothek
Hamburg, Carl von Ossietzky

Öffnungszeiten heute09.00 bis 24.00 Uhr alle Öffnungszeiten

Eingang zum Volltext in OPUS

Hinweis zum Urheberrecht

Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-43011
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2009/4301/


Einfluss von Ethnie und Nationalität auf die Inzidenz des Plötzlichen Säuglingstodes (SIDS) in Hamburg von 1996 bis 2005

Influence of ethnic groups and nationality on the incidence of the sudden infant death syndrom (SIDS) in Hamburg between 1996 and 2005

Werner, Tobias

pdf-Format:
 Dokument 1.pdf (1.434 KB) 


SWD-Schlagwörter: Plötzlicher Kindestod , Ethnische Gruppe , Inzidenz <Medizin>
Freie Schlagwörter (Deutsch): SIDS , Plötzlicher Säuglingstod , Ethnie , Nationalität , Risikofaktoren
Freie Schlagwörter (Englisch): SIDS , crib death , ethnic influence , nationality
Basisklassifikation: 44.72
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Püschel, Klaus (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 21.09.2009
Erstellungsjahr: 2009
Publikationsdatum: 05.10.2009
Kurzfassung auf Deutsch: Die Häufigkeit des SIDS ist in Hamburg in den vergangenen zwei Jahrzehnten, auf Grund von Studien zu den Risikofaktoren des SIDS und durchgeführter intensiver Aufklärungsarbeit - in Hamburg insbesondere durch das Bündnis gegen den plötzlichen Kindstod - stark zurückgegangen. Dabei ist nicht bekannt, ob die Aufklärung auch in Familien mit einem „Migrationshintergrund“ ausreichend Wirkung zeigt. Ziel dieser Untersuchung war es, eventuell vorliegende Unterschiede in der Inzidenz des SIDS zwischen Migranten und Deutschen in Hamburg näher zu untersuchen und soweit möglich die Risikofaktoren hierfür zu erfassen.
Unter den 108 untersuchten Fällen (100 %) fanden sich 89 (82 %) Säuglinge mit deutscher Staatsangehörigkeit. Bei diesen 89 Säuglingen fand sich wiederum bei 12 (11 %) Fällen ein Migrationshintergrund. Für einen Säugling war die Staatsangehörigkeit unbekannt. Die verbleibenden 18 (17 %) Säuglinge hatten eine ausländische Staatsangehörigkeit, darunter 6 türkische Staatsangehörige, 4 aus dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien, 2 aus Togo und jeweils 1 Staatsangehöriger aus folgenden Ländern: Ägypten, Pakistan, Ghana, Tunesien, Russland und Vietnam.
Bei einer Gesamtinzidenz (SIDS-Fälle/1000 Lebendgeborenen) von 0,67 im Untersuchungszeitraum mit einem statistisch signifikanten Rückgang von 0,90 in 1996 auf 0,43 in 2005 (p=0,0028) ergibt sich in der Gruppe der Fälle mit Deutscher Staatsangehörigkeit ohne Migrationshintergrund eine durchschnittliche Inzidenz für den untersuchten Zeitraum von 0,71, in der Gruppe der Ausländer und Migranten dagegen nur 0,58. Demnach war die SIDS-Inzidenz bei Kindern mit deutscher Staatsangehörigkeit im Zeitraum 1996-2005 geringfügig höher als in der Gruppe der Ausländer und Migranten (p=0,29).
Im Vergleich der Soziallage der Meldeorte der SIDS-Fälle zwischen den deutschen Fällen und entsprechenden Lebendgeborenen (Kontrollpopulation) ergibt sich unter den verstorbenen Säuglingen eine Verschiebung zu einer benachteiligten Soziallage. Bei den Migranten und Ausländern ist der Unterschied zwischen SIDS-Fällen und Lebendgeborenen nicht zu finden, aber es findet sich insgesamt für beide eher ein Überwiegen der benachteiligten Soziallage, so dass der Anteil an SIDS-Fällen und Lebendgeborenen dort um ca. 25 % höher als unter den Deutschen ist.
Insgesamt wurden 83 % der SIDS-Fälle obduziert, wobei 86 % der deutschen Fälle ohne Migrationshintergrund und 77 % der ausländischen Fälle bzw. deutschen Fälle mit Migrationshintergrund obduziert wurden (p=0,26). Insgesamt ist die Sektionsrate im Verlauf deutlich angestiegen, so dass ab 1999 nahezu alle Fälle - wie auch für die Diagnose „SIDS“ gefordert - obduziert wurden.
Erweiterte Daten zur Evaluierung von spezifischen Risikofaktoren für den SIDS konnten bei retrospektiver Auswertung mit diesbezüglich nur unzureichender Dokumentation nicht in dem erhofften Maße erfasst werden.
Der bisherige Erfolg in der SIDS-Prävention in Hamburg, scheint auch in den Familien mit einem „Migrationshintergrund“ Wirkung zu zeigen. Hierbei sollte in zukünftigen Untersuchungen das Verhalten bezüglich bekannter Risikofaktoren für den SIDS prospektiv auch für diese Familien untersucht werden.

Zugriffsstatistik

keine Statistikdaten vorhanden
Legende