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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-43102
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2009/4310/


Der Höhbeck: Vegetationskundliche, faunistische und biogeographische Bedeutung einer glazialen Geestinsel im Mittleren Elbetal

Christier, Hartmut

pdf-Format:
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Freie Schlagwörter (Deutsch): Naturschutz , Ökologie , Biologie
Basisklassifikation: 43.31
Institut: Biologie
DDC-Sachgruppe: Pflanzen (Botanik)
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Wilkens, Horst (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 31.10.2008
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 27.10.2009
Kurzfassung auf Deutsch: Die gebietsmonographische Untersuchung des Höhbeck, eines Höhenrückens im östlichen
niedersächsischen Tiefland ergab 140 Pflanzengesellschaften, sowie 18 ZEH und fünf
Subassoziationen aus 21 Klassen. Hinzu kommen sieben Forstgesellschaften und fünf
Gesellschaften aus dem Formationskreis der „Anthropogenen Gehölz- und Ruderalfluren“.
Damit weist das Untersuchungsgebiet weit mehr als doppelt so viele synsystematische Einheiten
auf als ein angrenzendes, für die Elbtalaue typisches Niederungsgebiet etwa gleicher
Größe, die „Untere Seegeniederung“.
Es wurden 681 Gefäßpflanzen, 109 Moosarten, 30 Flechtenarten und 380 Pilzarten determiniert.
Weiterhin konnten 150 Vogel-, 14 Reptilien- und Amphibien- und 47 Säugetierarten
sowie 71 Laufkäfer-, 32 Heuschrecken-, 35 Libellen-, 262 Hymenopteren-, 122 Schmetterlings-,
198 Spinnen- und 146 Wanzenarten ermittelt werden. Insgesamt ergaben die Untersuchungen
etwas mehr als 2300 Arten. Unter diesen Arten finden sich viele, welche in der
Elbtalaue sonst nur sehr wenige oder keinerlei Vorkommen aufweisen, da die entsprechenden
Lebensräume (nahezu) nicht vorhanden sind. Darüber hinaus kommen mit 681 Pflanzenarten
deutlich mehr als die Hälfte aller im LKR Lüchow-Dannenberg nachgewiesenen Arten (ca.
1200 (KALLEN, 2002)) auf dem Höhbeck vor.
Das Untersuchungsgebiet zeichnet sich durch verschiedene Charakteristika aus. Es weist eine
außergewöhnlich hohe Struktur- und Artenvielfalt auf kleinem Raum auf. Zudem bietet es
diversen seltenen und gefährdeten Arten und Gesellschaften, sowie solchen mit besonderen
(klein)-klimatischen Ansprüchen, insbesondere wärmeliebenden, Lebensraum. Die biogeographische
Bedeutung als Insel- und Trittsteinbiotop für wandernde und sich ausbreitende
Arten ist als höchst bedeutsam einzustufen. Darüber hinaus finden sich auf dem Höhbeck
zahlreiche Arten der Roten Liste sowie national und international geschützte Arten, Pflanzengesellschaften
und Biotoptypen. Von überregionaler floristischer Bedeutung sind die Vorkommen
von Epipactis purpurata, Fragaria moschata, Silene otites, Polygonatum odoratum,
Myosotis sparsiflora und Vincetoxicum hirundinaria. Bezüglich der Pflanzengesellschaften
sind insbesondere das Senecionetum fluviatilis und der Flechten-Kiefernforst von größter
Wichtigkeit. Mykologisch ist das Auftreten von Leucopaxillus rhodoleucus niedersachsenweit
einmalig. Faunistisch sind Gryllus campestris, Prostemma guttula, Polymerus microphthalmus,
Spiris striata, Boloria dia und Catocala fraxini unter den Wirbellosen besonders
hervorzuheben. Unter den Wirbeltieren stellen die Brutvorkommen von Wanderfalke und
Sperbergrasmücke eine große Besonderheit dar, aber auch das Vorkommen von Rotbauchunke,
Zauneidechse und zahlreichen Fledermausarten ist höchst bedeutsam. Die Existenz
einer seit fast 100 Jahren per Sensenmahd bewirtschafteten Streuobstwiese ist sowohl unter
Naturschutzaspekten als auch kulturhistorisch von überregionaler Bedeutung.
Unter naturschutzfachlicher Betrachtungsweise ist der Wert des Höhbeck von erheblichem,
für die Region nahezu einzigartigem Ausmaß. Zugleich ist festzustellen, dass in vielen Bereichen
dringender Handlungsbedarf besteht, um die heutige Arten- und Strukturvielfalt zu erhalten.
Bleiben entsprechende Maßnahmen auch weiterhin langfristig aus, wird die rezent
noch vorhandene Biodiversität in absehbarer Zeit zusammenbrechen.
Der Höhbeck ist als Landschaftselement der Region Untere Mittelelbe als höchst schutzwürdig
und von überregionaler Bedeutung für Arten- und Lebensraumvielfalt, Biogeographie
und Geomorphologie sowie als Standort alter Kulturlandschaftselemente zu bewerten.

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