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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-43306
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2009/4330/


Retrospektive Analyse autoptischer Befunde und klinischer Diagnosen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf der Jahre 1998-2006

Retrospective analysis of autopsy findings and clinical diagnoses of the University Hospital Hamburg-Eppendorf in the years 1998-2006

Berlit, Sebastian

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SWD-Schlagwörter: Autopsie , Obduktion , Fehldiagnose , Übereinstimmung , Kongruenz , Diagnose
Basisklassifikation: 44.47
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Sauter, Guido (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 18.09.2009
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 16.11.2009
Kurzfassung auf Deutsch: Eine Erklärung für die rückläufige Sektionsfrequenz auf nationaler und internationaler Ebene ist die Annahme, dass moderne diagnostische Verfahren die Diagnosestellung von Krankheiten bereits zu Lebzeiten der Patienten ermöglichen, so dass eine autoptische Qualitätskontrolle seltener notwendig ist. Aus diesem Grund war das Ziel der Studie die retrospektive Erfassung und Auswertung des Sterbe- und Sektionsgeschehens am Universitätskrankenhaus Eppendorf, Hamburg.
Für die Jahre 1989 bis 2006 wurden insgesamt 2546 Sektionsprotokolle und 9068 Totenscheine ausgewertet. Schwerpunkt der Arbeit war die Gegenüberstellung klinischer und autoptischer Diagnosen, um zu untersuchen wie häufig wichtige Diagnosen klinisch verpasst worden sind und ob sich die Rate von klinisch nicht erkannten, wesentlichen Krankheiten tatsächlich mit der Zeit verändert. Dabei wurden sowohl Grundleiden als auch Todesursachen untersucht.
Die Häufigkeit von fehlerhaften und nicht gestellten klinischen Diagnosen beträgt für den Untersuchungszeitraum durchschnittlich 39,74%. Im zeitlichen Verlauf wurde eine Abnahme der Fehlerhäufigkeit, von 41% für die Jahre 1998-2000, 45% für die Jahre 2001-2003 auf 34% für die Jahre 2004-2006, festgestellt. Da der Anteil klinisch inkorrekt angegebener Todesursachen im Verlauf der Zeit weitgehend konstant blieb (1998-2000 28,77%, 2001-2003 32,65% und 2004-2006 27,95%) ist davon auszugehen, dass diese signifikante Reduktion der Fehlerhäufigkeit im Bezug auf das Gesamtautopsieaufkommen auf die niedrige Autopsiefrequenz der Jahre 2005 und 2006 zurückzuführen ist. Diesbezüglich zu betonen ist, dass die durch die niedrige Sektionsfrequenz gegebene Selektion des Sektionsgutes viel Platz für Spekulationen lässt.
In Bezug auf die einzelnen Krankheitsentitäten wurde im Verlauf der Zeit jeweils ein weitgehend gleich bleibender Anteil sowohl klinisch nicht erkannter als auch klinisch falscher Todesursachen festgestellt. Als Ausnahmen sind einerseits die Lungenembolie zu nennen, welche im Verlauf der Zeit häufiger klinisch falsch angegeben wurde, sowie andererseits der Anteil klinisch falsch angenommener Malignome, der im zeitlichen Verlauf deutlich abnimmt.
Dementsprechend kann die Annahme nicht bestätigt werden, dass die Autopsie, welche der Abklärung von Grund- und Nebenerkrankungen, sowie der Feststellung des Krankheitsverlaufs bzw. der Todesursache dient, durch moderne diagnostische Verfahren ersetzt oder weniger häufig durchgeführt werden kann. Die Funktion der Obduktion als essentielles Instrument der medizinischen Qualitätssicherung, sowie ihre Bedeutung in Lehre und Forschung widersprechen der kontinuierlich abnehmenden Sektionsfrequenz.

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