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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-43548
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2009/4354/


Evaluation der Rezeptierung von Antibiotika bei niedergelassenen Zahnärzten in Norddeutschland

Analysis of antibiotic prescribing by dentists in north germany

Lübcke, Jan von

pdf-Format:
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SWD-Schlagwörter: Antibiotikum , Ärztliche Verordnung
Freie Schlagwörter (Deutsch): zahnärzte , rezeptierung
Freie Schlagwörter (Englisch): antibiotic , prescribing , dentists
Basisklassifikation: 44.96
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Platzer, Ursula (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 29.10.2009
Erstellungsjahr: 2009
Publikationsdatum: 26.11.2009
Kurzfassung auf Deutsch: Hintergrund: Antibiotika spielen in der Medizin eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung bakterieller Infektionen. Auch in der Zahnmedizin werden Antibiotika häufig in der antiinfektiven Therapie eingesetzt. Das vermehrte Auftreten von Resistenzen und Ergebnisse ausländischer Studien, die über fehlerhafte beziehungsweise unzureichende Verordnungen von Antibiotika berichten, waren Anlass, das Rezeptierverhalten bei norddeutschen Zahnärzten zu untersuchen. Bis zu diesem Zeitpunkt liegen diesbezüglich keine Daten für das Bundesgebiet vor.

Methode: Unter 1800 norddeutschen Zahnärzten wurde mittels eines postalisch versandten Fragebogens eine Umfrage hinsichtlich ihres Rezeptierverhaltens von Antibiotika durchgeführt. Dabei wurden Parameter wie die Patientenanzahl pro Woche, die am häufigsten verordneten Antibiotika oder die Diagnosen, nach denen eine Antibiose erfolgt, abgefragt. Die Ergebnisse wurden mit SPSS 15.0 statistisch (oneway ANOVA-Varianz-Analyse, t-Test und chi²-Test nach Pearson) ausgewertet.

Ergebnisse: Von 1800 versandten Fragebögen wurden 59,7% zurückgeschickt und ausgewertet. Unter den Befragten gaben 75,2 % an, selbstständig zu sein; 25,2% Zahnärztinnen und 74,8% Zahnärzte befanden sich unter den Befragten.
Die Patientenanzahl pro Woche lag bei den meisten Befragten zwischen 50 und 150. Zahnärzte behandeln im Schnitt mehr als Zahnärztinnen, was nach dem chi²-Test nach Pearson einen signifikanten Unterschied darstellt (p=0,006).
Über 79% der Befragten verordnen nicht mehr als 3 Mal ein Antibiotikum pro Woche.
Die drei am häufigsten verordneten Antibiotika waren Clindamycin, Amoxicillin und Metronidazol. Unter den Befragten wurde die Dauer der Antibiose mit 3-5 und mehr als 5 Tagen angegeben; lediglich 38 Befragte verordnen eine Antibiose für weniger als 3 Tage.
Vor der Verordnung einer Antibiose lassen 16% ein Antibiogramm erstellen. Die Auswertung der geschlechts- und altersspezifischen Daten ergab, dass die kürzer approbierten Zahnärzte mehr Clindamycin und weniger Penicillin verordnen als die, die ihre Approbation schon über einen längeren Zeitraum besitzen. Clindamycin wird von Zahnärztinnen mit 63,6% signifikant häufiger verwendet (p=0,004) als von Zahnärzten (55,4%).

Schlussfolgerung: Der Vergleich der Daten mit ausländischen Studien zeigt, dass sich die norddeutschen Zahnärzte beim Umgang mit Antibiotika weitestgehend an die Empfehlungen der Fachgesellschaften halten. Außerdem werden weniger Antibiotika als im Ausland verordnet, was für eine strenge Indikationsstellung spricht.
Bei der Wahl des Antibiotikums wird mit Clindamycin und Amoxicillin den Empfehlungen der Fachgesellschaften entsprochen.

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