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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-43771
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2009/4377/


Untersuchungen zum Einfluss von Morinda citrifolia L. Fruchtsaft auf den Infektions - und Entzündungsstatus einer Gingivitis/Parodontitis

Studies on the effect of Morinda citrifolia L. fruit juice on the infection - and inflammatory status of gingivitis / periodontitis

Glang, Jonas

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SWD-Schlagwörter: Morinda citrifolia
Freie Schlagwörter (Deutsch): Noni , Gingivitis , Parodontitis , Entzündung
Freie Schlagwörter (Englisch): Noni , gingivitis , parodontitis , inflammation
Basisklassifikation: 44.96
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Westendorf, Johannes (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 09.11.2009
Erstellungsjahr: 2009
Publikationsdatum: 24.11.2009
Kurzfassung auf Deutsch: Die zentrale Fragestellung der Dissertation war, ob und inwieweit Nonisaft Einfluss auf
Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) bei betroffenen Patienten hat. Fast jeder Mensch leidet
unter Gingivitis. Daraus ergibt sich der Bedarf nach effektiven, wenig belastenden
Behandlungsmethoden. Da Nonisaft einen generellen entzündungshemmenden Effekt
besitzt, der in zahlreichen Experimenten belegt werden konnte, sollte diese Studie
feststellen, welche Besserungen bei Patienten mit bestehender Gingivitis bzw. Parodontitis
erzielt werden könnten. Als Grundlage für die Studie wurden elf Patienten für einen in vivo
Versuch ausgewählt, die über die Dauer der Studie eine standardisierte Mundhygiene
betrieben haben. In einem in vitro Versuch wurden bakteriologische Analysen durchgeführt
auf Basis der den Patienten im in vivo Versuch entnommenen oralen Bakterien. In den in
vitro Analysen konnte eine direkte Hemmung der Bakterien durch den im in vivo Versuch
eingesetzten Nonisaft nicht gezeigt werden. Erst unter Einsatz eines Konzentrates, das
sechsmal konzentrierter ist, als der normale Nonisaft, konnte eine Hemmung der Bakterien
nachgewiesen werden. Für zusätzliche Aussagen diesbezüglich wären weitere
Untersuchungen erforderlich. Das deckte sich auch mit den in vivo Versuchen, da sich auch
hier eine bakterielle Reduktion zwischen der Anfangsuntersuchung und vier Wochen später
bei der Abschlussuntersuchung nicht nachweisen ließ. Im in vivo Versuch zeigten sich
allerdings erhebliche Verbesserungen der klinischen Situation der Patienten. Im Verglich mit
der Kontrollgruppe waren die klinischen Ergebnisse der Nonigruppe bedeutsam besser. So
gingen in der Nonigruppe die °4 Blutungen der Inter dentalpapillen (gemessen mittels WHO
Sonde und Papillen-Blutung Index-PBI) um 78,6 % zurück und die entzünduzngsfreien °0
Situationen nahmen um 72% zu. In der Kontrollgruppe stellte sich ebenfalls eine Besserung
ein, auch wenn diese weniger deutlich war: Die °4 B lutungen gingen um 13,6 % zurück und
die entzündungsfreie °0 Situation nahmen um 30 % zu . Im Vergleich beider Gruppen
miteinander stellte sich heraus, dass sich die Werte (PBI) der Nonigruppe statistisch
hochsignifikant (Konfidenzniveau alpha = 0,01) besser entwickelten als die der
Kontrollgruppe. Auch eine bessere Heilungskinetik konnte bei den Patienten festgestellt
werden, die insbesondere unter dem Einfluss des IL-1 Gen Polymorphismus stehen und
damit eine höhere Entzündungsneigung haben. Bei diesen Patienten hat der Nonisaft stärker
gewirkt als bei denen, die keinen Gen Polymorphismus hatten. Somit könnte man eine
Downregulierung der Zytokine annehmen, die damit die Stärke der Entzündungsreaktion
herabsetzen, und u.a. eine Reepithelialisierung des Gewebes, und damit eine bessere
klinische Situation möglich machen könnte. Die Tatsache, dass die Entzündung und nicht die
bakterielle Ursache beeinflusst wurde, zeigt sich anhand der Ergebnisse der eineiigen
Zwillinge. Beide hatten eine etwa gleich starke Gingivitis - allerdings nicht Plaque-induziert,
sondern anderer Genese – wobei die Reduktion des entzündlichen Geschehens bei
derjenigen, die in der Nonigruppe war, weit deutlicher war. Im unmittelbaren Vergleich
zwischen der Nonigruppe und der Kontrollgrupe bedeutet dies, dass die Therapie mit guter
Mundhygiene und Nonisaft eine vielversprechendere Therapie der Gingivitis darstellt als eine
gute Mundhygiene allein. Der Einsatz von weiteren Medikamenten zur
Entzündungshemmung wie NSAR oder die Darreichung von Low Dose Doxycyclinen zur
Herabsetzung der MMP Aktivität oder die Einnahme von Bisphosphonaten zur Beeinflussung
der Osteoklastenaktivität kann im Zusammenhang mit schweren Parodontitiden neu
überdacht werden. Nicht zuletzt wegen der teils schwerwiegenden Nebenwirkungen, die die
eben genannten Medikamente verursachen können, könnte der Nonisaft eine geeignete
Unterstützung zu den klassischen Therapien darstellen. Es bleibt damit festzuhalten, dass
die Patienten der Studie unter Verabreichung von Nonisaft eine weit bessere Heilung der
Gingivitis erfuhren als die Patienten ohne Nonisaft.
Kurzfassung auf Englisch: The central question of the thesis was, whether and to what extent Noni juice would influence
the gingival inflammation (gingivitis) with patients concerned. Almost everyone suffers from
gingivitis. This is why effective and less burdensome treatment is needed. Since Noni juice
possesses a general anti-inflammatory effect, which is proven in numerous experiments, this
study should determine which improvements in patients with existing gingivitis or periodontal
disease could be achieved. As a basis for the study, eleven patients for an in vivo experiment
were selected. Through the duration of the study a standardized oral hygiene was operated.
Bacteriological analyses were carried out in an in vitro experiment based on the taken oral
bacteria of the patients in the in vivo experiment. In the in vitro analysis, a direct inhibition of
bacteria through Nonijuice in mouthflora could not be shown. Only under employment of a
concentrate, which is 6 times more concentrated as the normal Noni juice, an inhibition of the
bacteria was proven. This would require further investigation for additional comments on this
subject. This also coincides with the in vivo experiments, since a bacterial reduction between
the initial investigation, and four weeks later at the final examination, was not demonstrated.
The in vivo experiment showed, however, significant improvements in the clinical situation of
patients. Comparing the results of the Noni group with the results of the control group, the
clinical results of the Noni group were significantly better. Thus, the bleeding °4 in the Noni
group (using the WHO probe and bleeding index PBI) were reduced by 78.6% and the
inflammation-free ° 0 situations increased by 72%. In the control group an improvement was
measurable also, even if this was less clear: the ° 4 bleeding decreased by 13.6% and the
inflammation-free ° 0 situation decreased by 30%. C omparing both groups, regarding the PBI
Values, it turned out, that the Noni group developed better than the control group. This was
evaluated on a statistically highly significance level (confidence level alpha = 0.01). Also
better healing kinetics could be determined with the patients, who stand - in particular- under
the influence of the IL-1 gene polymorphism so they have a higher inflammation inclination.
The effect of Noni juice on patients with a gene Polymorphism was stronger than on patients
with no polymorphism. Thus, one could assume a down regulation of cytokines which would
reduce the strength of the inflammatory response. Beyond, this effect leads to a better
healing of the tissue, thus to a better clinical situation. The fact that the inflammation and not
the quantity or quality of the bacterial influence was altered is once more proven by the
results of the identical twins. Both had a roughly equal gingivitis - not plaque-induced
gingivitis, but other etiology - the reduction of inflammatory events of the twin in the Noni
group, was far clearer. In direct comparison between the Noni group and Control Group, this
means that the therapy with good oral hygiene and Noni juice is a promising treatment of
gingivitis compared to a good oral hygiene alone. The use of other drugs to inhibit
inflammation, such as NSAID or the administration of Low Dose Doxycycline for the
reduction of MMP activity or the use of bisphosphonates to influence the activity of the
osteoclasts may be rethought in context with peridontal diseases. Not least because of
serious side effects, the above mentioned drugs can cause, Noni juice could be an
appropriate support to traditional therapies represent. Under the administration of Noni juice
it is thus noted that the patients had a far better healing of gingivitis than patients without
Noni juice.

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