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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-44237
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2010/4423/


Private Initiativen für mehr Sicherheit als Form lokaler Vergesellschaftung am Beispiel der Bürgerinitiative "Mehr Sicherheit in Großhansdorf" e.V.

Birenheide, Almut

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SWD-Schlagwörter: Bürgerinitiative , Verbrechenskontrolle , Soziale Kontrolle , Innere Sicherheit , Kriminalitätsfurcht
Freie Schlagwörter (Deutsch): Kommunale Kriminalitätsprävention , subjektives Sicherheitsempfinden
Basisklassifikation: 71.99
Institut: Sozialwissenschaften
DDC-Sachgruppe: Sozialwissenschaften, Soziologie, Anthropologie
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Krasmann, Susanne (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 28.10.2009
Erstellungsjahr: 2009
Publikationsdatum: 04.01.2010
Kurzfassung auf Deutsch: Die zunehmende Tendenz der „Privatisierung der Inneren Sicherheit“ gehört zu den zentralen Themen der kriminologischen Diskussion der letzten Jahre. Die vorliegende Arbeit nimmt sich dieser Thematik an und betrachtet diese in einem Spannungsfeld zwischen einerseits gesellschaftlichen Strukturveränderungen und andererseits einem konkreten Fallbeispiel – die Bürgerinitiative „Mehr Sicherheit in Großhansdorf“ e.V., die sich eigenverantwortlich für die Sicherheit in ihrer Gemeinde einsetzt.
Die Einbindung bürgerschaftlichen Engagements in das Politikfeld „Innere Sicherheit“ ist in Deutschland im Vergleich zu den angelsächsischen Ländern wenig fortgeschritten und geschieht vorrangig unter staatlicher Federführung, beispielsweise im Kontext von freiwilligen Polizeidiensten, Sicherheitswachten oder kriminalpräventiven Räten. Tatsächlich selbsternannte, allein von privaten Akteuren gegründete und organisierte Sicherheitsinitiativen sind in Deutschland singulär; entsprechend handelt es sich hierbei um ein noch wenig beschrittenes Forschungsfeld. Die vorliegende Arbeit nimmt sich dieser Forschungslücke an und untersucht anhand einer qualitativen Studie die konstitutiven Bedingungen und sozialen Bedeutungen, die sich mit der Entstehung und den Handlungen einer privat agierenden Sicherheitsinitiative verbinden. Dies geschieht vor dem Hintergrund der analytischen Perspektive der gouvernmentality studies, insbesondere der Responsibilisierungsthese, die eine Individualisierung von Verantwortung diagnostiziert. Gefragt wird, ob das Handeln der Bürgerinitiative als eine Anpassung an die neoliberale Regierungsstrategie betrachtet werden kann. Im Hinblick auf die sozialwissenschaftlichen Gegenwartsanalysen, insbesondere die Inklusions- und Exklusionsdebatte, wird nicht nur die vorherrschende lokale Verunsicherungsstruktur rekonstruiert, sondern auch der mit dem kollektiven Sicherheitshandeln der Bürgerinitiative entstehende Kontrollmodus, der für klare Grenzziehungen steht. Im Rückgriff auf die unterschiedlichen Konzepte zur Gemeinschaftsbildung erscheint die untersuchte Sicherheitsinitiative als eine Form lokaler Vergesellschaftung, die quer zu den Weber’schen Kategorien Vergemeinschaftung und Vergesellschaftung liegt und hier begrifflich als Sicherheitscommunity gefasst wird.
Die Ergebnisse der Arbeit leisten einen Beitrag, die mit der „Privatisierung Innerer Sicherheit“ neu herauskristallisierenden Konturen näher zu beleuchten.

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