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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-44901
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2010/4490/


Tissue Microarrays zur Evaluation der molekularen Eigenschaften von Cronkhite-Canada-Polypen und nicht adenomatösen Polypen

Bralla, Pawel Mariusz

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Cronkhite-Canada-Syndrom,Adenome vom Sägeblatttyp , nicht adenomatöse Polyen
Basisklassifikation: 44.47
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Sauter, Guido (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 16.12.2009
Erstellungsjahr: 2009
Publikationsdatum: 08.03.2010
Kurzfassung auf Deutsch: Das Kolonkarzinom ist bei Männern und Frauen die zweithäufigste Neoplasie und die zweithäufigste Krebstodesursache. Die meisten Kolonkarzinome entstehen aus nicht-invasiven Vorstufen (Polypen). Bisher war man der Meinung, dass Kolonschleimhautadenome die einzigen polypösen Kolonkarzinomvorstufen darstellen. In letzter Zeit wurde aber klar, dass auch zumindest ein Teil der bisher als komplett benigne interpretierten Hyperplastischen Polypen eine Krebsvorstufe darstellen. Diese Erkenntnis hat bei den polypösen Darmerkrankungen auch zur Schaffung einer neuen Entität dem so genannten „Adenom vom Sägeblatttyp“ geführt. Ausgangspunkt dieser Doktorarbeit war der Fall einer 58-jährigen Patientin mit Cronkhite-Canada-Syndrom, deren Kolon eine ungewöhnliche Kombination von massenhaft vielen Cronkhite-Canada-Polypen und zahlreichen Adenomen vom Sägeblatttyp enthielt. Das Vorliegen dieses einzigartigen Darms inspirierte uns zur Bearbeitung der folgenden Fragestellung:
Gibt es molekulare Unterschiede zwischen Adenomen vom Sägeblatttyp, Hyperplastischen Polypen, Cronkhite-Canada-Polypen bzw. normaler Darmschleimhaut?
Zur Klärung dieser Frage wurden Gewebeproben von 38 Adenomen vom Sägeblatttyp, 108 Cronkhite-Canada-Polypen und 13 Proben von normaler Darmschleimhaut auf einen Tissue-Micro-Array (TMA), 165 hyperplastische Polypen auf einen zweiten TMA gebracht. Die TMA-Technik erlaubt die gleichzeitige Untersuchung von bis zu 600 Gewebeproben auf einem einzigen Objektträger mit in situ Techniken. Die Gewebeproben wurden immunhistochemisch auf die Proteine p53, p16, Bcl-2, P504S, MUC6, MUC2, MUC5AC, CD10 und Ki-67 untersucht.
Die Ergebnisse zeigten nur geringe Unterschiede zwischen Cronkhite-Canada-Polypen und normaler Kolonschleimhaut. Dieses Resultat würde zu einer „nicht-neoplastischen“ Entstehung von Cronkhite-Canada-Polypen passen, z.B. durch Ödembildung in der Schleimhaut bedingt durch „vascular leakage“, einer erhöhten Permeabilität der Gefäße. Veränderungen wie bei Adenomen vom Sägeblatttyp bzw. Dysplasien (Bcl-2-Positivität, P504S-Positivität, p16-Expression) fanden sich bei Cronkhite-Canada-Polypen nur sehr selten. Möglicherweise könnten solche molekularen Erscheinungen Vorboten einer neoplastischen Transformation bzw. einer Tumorbildung sein. Besonders eindrücklich war die geringe Proliferationsaktivität bei Cronkhite-Canada-Polypen (Median=0%), welche praktisch identisch ist zur Proliferationsaktivität in normaler Kolonschleimhaut (Median=0%). Eine stark erhöhte Proliferationsaktivität erwies sich charakteristisch für hyperplastische Polypen (Median=10%). Adenome vom Sägeblatttyp zeigten eine geringe Proliferationsaktivität (Median=3%), unterschieden sich von den vorher beschriebenen Diagnosen aber insbesondere in ihrer häufig erhöhten P504S-Expression (ca.40%). P504s (AMACR) wurde zuletzt bei verschiedenen Tumorarten als Indiz für eine neoplastische Transformation beschrieben. Auch in Kolonadenomen scheint dieser Marker diagnostisch relevant zu sein. Unter den Adenomen vom Sägeblatttyp ließen sich 33 Adenome mit geringer Dysplasie und 5 Adenome mit schwerer Dysplasie identifizieren. Die Zahl der Adenome mit schwerer Dysplasie war zu gering um signifikante Unterschiede zwischen Adenomen mit unterschiedlichen Dysplasieschweregraden zu erkennen.
Zusammengefasst zeigen die Daten dieser Untersuchung deutliche Unterschiede zwischen den Adenomen vom Sägeblatttyp, hyperplastischen Polypen und Cronkhite-Canada-Polypen auf molekularer Ebene. Besonders bedeutsam ist aus unserer Sicht das völlige Fehlen von Anhaltspunkten für eine neoplastische Genese von Cronkhite-Canada-Polypen. Es stellt sich die Frage ob die Entstehung dieser Polypen tatsächlich durch eine Läsion von Epithelzellen bedingt ist. P504s (AMACR) ist auch bei Kolonschleimhautadenomen ein brauchbarer Marker für Dysplasie und maligne Transformation.

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