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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-45706
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2010/4570/


Korrelate von Familienklima und Erziehungsstil in Familien von psychotisch ersterkrankten Adoleszenten

Correlates of expressed emotion, perceived criticism and rearing style in first admitted early onset schizophrenia-spectrum disorders

Polier, Georg von

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SWD-Schlagwörter: Schizophrenie , Expressed Emotion , Erziehungsstil , Juvenile Psychose , Psychose
Freie Schlagwörter (Deutsch): Empfundene Kritik
Freie Schlagwörter (Englisch): Schizophrenia , Early onset psychosis , perceived criticism , parental bonding
Basisklassifikation: 44.91
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Schulte-Markwort, Michael Jürgen (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 16.11.2009
Erstellungsjahr: 2009
Publikationsdatum: 07.04.2010
Kurzfassung auf Deutsch: Die Leitfrage dieser Hypothesen generierenden Pilotstudie war: „Mit welchen Patienten- und Elternvariablen sind Familienklima und Erziehungsstil bei ersterkrankten schizophrenen Adoleszenten assoziiert.“ Untersuchungen an erwachsenen schizophrenen Patienten belegen, dass ein ungünstiges Familienklima mit einer höheren Rezidivrate assoziiert ist. Einige Autoren beschreiben eine erhöhte Rückfallrate von schizophrenen Patienten, die vermehrt Kritik und einen ungünstigen Erziehungsstil wahrnehmen. Die Kausalität dieser Zusammenhänge blieb unklar, weshalb in erwachsenen¬psychiatrischen Studien Korrelate von ungünstigem Familienklima und Erziehungsstil untersucht worden sind. Im kinder- und jugendpsychiatrischen Bereich fehlen Untersuchungen zu dieser Fragestellung.

Methode: Es wurde ein exploratives Design als Querschnittsstudie gewählt und im Rahmen einer Multicenter-studie der VESPA-Gruppe an 31 Patienten und deren Eltern durchgeführt. Die Patienten wurden charakterisiert hinsichtlich: Soziodemographische Variablen, Psychopathologie, Dauer der unbehandelten Psychose, Erkrankungsschwere, Krankheitskonzept, prämorbides Funktionsniveau, Lebensqualität, Lebensereignisse, Verhaltensauffälligkeiten sowie Substanzabusus. Von den Eltern wurden das Familienklima soziodemographische Variable, Persönlichkeitseigenschaften, Erziehungsstil und das Krankheitskonzept erhoben. Die Variablen wurden mittels univariater logistischer und linearer Regressionsanalysen mit Familienklima (Expressed Emotion Status mittels Five-minute speech sample (FMSS) gemessen, empfundener Kritik und Erziehungsstil (Parental bonding instrument) Korreliert.

Ergebnisse: Die Ergebnisse unserer Studie unterstützen die Annahme, dass emotionale Überinvolviertheit im FMSS gemessen bei dieser Patientengruppe eher als angemessene Reaktion zu betrachten ist. Hohe empfundene Kritik war mit einem geringeren Funktionsniveau und geringerer Lebensqualität der Jugendlichen assoziiert und sollte Beachtung in zukünftigen Studien finden. Geringere Unterstützung und Akzeptanz sowie höhere Belastung der Eltern durch die Therapie fand sich besonders in Familien mit hoher empfundener Kritik und ungünstigem Familienklima. Das Merkmal liefert Hinweise darauf, welche Familien intensiverer Unterstützung bedürfen. Deutliche Zusammenhänge fanden sich zwischen günstigem Erziehungsstil und positivem Krankheitskonzept sowie zwischen ungünstigem Erziehungsstil und negativem Krankheitskonzept. Eine Assoziation zwischen einer kürzeren Dauer der unbehandelten Negativsymptomatik und einem günstigen Erziehungsstil legt die Hypothese nahe, dass auch Erziehungsstil eine ‚state’ Variable sein könnte, i.e. der Erziehungsstil könnte sich mit länger dauernder unbehandelter Psychose und dem damit assoziierten niedrigeren prämorbiden Funktionsniveau und ausgeprägteren Negativsymptomen verschlechtern.
Kurzfassung auf Englisch: Objective: To assess patterns and correlates of family variables in 31 adolescents with first admitted schizophrenia-spectrum-disorders.
Method: Expressed-emotion (Five-Minute-Speech-Sample), perceived-criticism and rearing-style (Parental-Bonding-Instrument) were assessed. Potential correlates were patient’s psychopathology, premorbid-adjustment, illness-duration, quality of life (QoL), sociodemographic variables, patient’s and caregiver’s illness-concept and personality traits and caregiver’s support.
Results: Families were rated critical more frequently by patients than raters (55% vs. 13%). Emotional-overinvolvement was associated with better premorbid-adjustment and QoL and more disorganised symptoms at admission. Perceived-criticism was linked to substance abuse, worse premorbid-adjustment and QoL. Adverse rearing style was associated with negative illness-concept in patients and caregivers, i.e. less trust in medication and physician.
Conclusion: Emotional-overinvolvement may be appropriate, when caregivers face disturbing symptoms in previously better functioning adolescents. Perceived-criticism might be a good candidate as predictor of relapse for future research. Rearing-style should be carefully observed due to its link to family’s trust in physician and medication and, thus, potentially, to service-engagement and medication-adherence.

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