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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-46096
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2010/4609/


Erregerdiagnostik mittels PCR und bakteriologischer Kultur aus bronchoalveolärer Lavage bei Kindern mit chronisch-obstruktiven Atemwegserkrankungen

Bachmann-Lepper, Hans Bernhard

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SWD-Schlagwörter: Polymerase-Kettenreaktion , Reverse Transkriptase-Polymerase-Kettenreaktion , Bakteriologie , Broncho-alveoläre Lavage , Kinderheilkunde , Angewandte
Freie Schlagwörter (Deutsch): Chronisch-obstruktive Atemwegserkrankung
Basisklassifikation: 44.67
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Riedel, Frank (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 27.04.2010
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 26.05.2010
Kurzfassung auf Deutsch: Chronisch-obstruktive Atemwegserkrankungen pädiatrischer Patienten bedürfen einer ausführlichen Abklärung. Die diagnostischen Maßnahmen umfassen bei Nicht-Ansprechen auf die üblichen Therapieansätze (antiasthmatische Therapie einschließlich inhalativer Steroide) eine Bronchoskopie, um anatomische oder funktionelle Stenosen der luftführenden Atemwege oder chronische Infektionen auszuschließen. Hierfür erfolgt im Rahmen der Bronchoskopie oft eine bronchoalveoläre Lavage. Der Nutzen dieser bronchoalveolären Lavage mit anschließender Auswertung des Lavage-Materials mittels kostenintensiver PCR und bakteriologischer Anzucht ist bei pädiatrischen Patienten bisher nicht untersucht worden.
Es wurden retrospektiv Patientendaten und die Ergebnisse der Auswertung der bronchoalveolären Lavage von 98 Kindern mit chronisch-obstruktiven Atemwegserkrankungen ausgewertet. Der Altersmedian der Patienten betrug 15 Monate, das jüngste Kind war 3 Monate, das älteste war 18 Jahre. Chronisch-obstruktive Beschwerden bestanden seit mindestens 3 Monaten.
Das Lavagematerial wurde mit bakteriologischer Kultur und PCR untersucht, um eine chronische Infektion als Ursache für die Beschwerden auszuschließen. Es wurden 56 anamnestische, klinische, radiologische und laborchemische Merkmale daraufhin untersucht, ob sich hiermit ein positiver Erregernachweis in der Kultur und/oder PCR bzw. bei letzterer ein Ergebnis mit potentiell therapeutischer Konsequenz in Form einer erregerspezifischen medikamentösen Behandlung vorhersagen lässt.
Mit Hilfe der PCR gelangen 54 Erregernachweise. CMV: 10, EBV: 4, Adenoviren: 10, Enteroviren: 8, Influenza A und B: 3, Mycoplasma pneumoniae: 2, Chlamydia pneumoniae: 0, Parainfluenza I-III: 6, RSV: 1, Bordetella parapertussis: 1, Rhinoviren: 9. Dabei wurden bei 10 Patienten 2 oder mehr Erreger nachgewiesen. Potentiell erregerspezifisch-medikamentöse therapeutische Konsequenzen aus den PCR-Daten hatten ausschließlich die Nachweise von CMV (Ganciclovir), Mycoplasma pneumoniae und Chlamydia pneumoniae (Antibiotika) und Influenza A und B (Amantadin).
Mit Hilfe der Kultur gelangen 34 Erregernachweise: Haemophilus influenza: 9, Pseudomonas aeruginosa: 4, Escherichia coli: 2, Streptococcus pneumo-niae: 5, vergrünende Streptokokken: 4, Staphylococcus aureus: 4, Moraxella catarrhalis: 4, Stenotrophomonas maltophilia: 1, Haemophilus parainfluenzae: 1. In den meisten Fällen wurde eine entsprechende antibiotische Therapie eingeleitet.

Merkmale, die für eine statistisch gesicherte erhöhte Wahrscheinlichkeit einer positiven bakteriologischen Kultur und/oder eines positiven PCR-Befundes sprechen, sind:

• Jüngeres Alter des Patienten
• Obstruktives Giemen bei Aufnahme
• Kurzatmigkeit in der Anamnese
• Fehlende Hinweise für eine atopische Erkrankung
• Erhöhte neutrophile Granulozyten in der BAL
• Erhöhte Leukozyten im Blutbild
• Erhöhte Monozyten im Blutbild
• Erhöhter CRP-Wert innerhalb der ersten 24h nach Aufnahme
• Erhöhter CRP-Wert während des gesamten stationären Aufenthaltes
• Erhöhte Körpertemperatur in den ersten 24h nach Aufnahme

Aus diesen Daten und Korrelationen kann folgende Schlussfolgerung abgeleitet werden: Angesichts der geringen Kosten und der häufigen therapeutischen Folgen (Antibiotikum) im Falle eines Erregernachweises mit Hilfe einer bakteriologischen Kultur sollte diese im Rahmen jeder Bronchoskopie mit bronchoalveolärer Lavage angelegt werden.

Besondere therapeutische Konsequenzen in Form einer erregerspezifischen medikamentösen Behandlung ergaben sich aus einer PCR nur in wenigen Fällen. Erregernachweise in der PCR, die eine erregerspezifisch-medikamentöse therapeutische Konsequenz hatten, gelangen signifikant häufiger bei Patienten, die folgende pathologische Befunde aufzeigten:

• A-/ Dystelektasen oder Pneumonie im Thorax-Röntgenbild
• Obstruktive Symptome wie Giemen bei Aufnahme
• Intercostale Einziehungen bei Aufnahme
• Erhöhte neutrophile Granulozyten in der BAL
• Erhöhter CRP-Wert während des gesamten stationären Aufenthaltes

Aus diesen Daten lässt sich schlussfolgern, dass eine PCR aus der BAL aufgrund der hohen Kosten und bei fehlenden anderen Indikationen vor allem bei Vorliegen der o.g. Kriterien durchgeführt werden sollte.

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