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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-46352
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2010/4635/


Langzeit-Follow-Up der medikamentösen Hormontherapie bei Patienten mit Prostatakarzinom

Long-term follow-up after androgen deprivation by LHRH-analogs for men with prostate cancer

Nguyen Ngoc, Dinh

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SWD-Schlagwörter: Prostatakrebs , Hormontherapie , Lebensqualität , Prostata-spezifisches Antigen
Freie Schlagwörter (Deutsch): Prostatakarzinom , Prostatacarcinom , LHRH-Agonisten , PSA , Androgendeprivation
Freie Schlagwörter (Englisch): prostate cancer , long-term follow-up , androgen deprivation , LHRH analogs , quality of life
Basisklassifikation: 44.88 , 44.81
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Hammerer, Peter (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 14.05.2010
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 10.06.2010
Kurzfassung auf Deutsch: In einer retrospektiven Multicenterstudie wurden bei Patienten mit Prostatakarzinom die Therapieoptionen Prostatektomie, Strahlentherapie und Hormontherapie hinsichtlich des PSA-Verlaufs miteinander verglichen. Zusätzlich wurde die Lebensqualität einiger Patienten mit der einer Kontrollgruppe aus Patienten mit BPH verglichen.
Die Krankenakten von 1224 Patienten aus 167 Kliniken und urologischen Praxen in ganz Deutschland, die mindestens fünf Jahre wegen eines Prostatakarzinoms mit dem LHRH-Agonisten Leuprorelinacetat behandelt worden waren, wurden ausgewertet.
Die meisten Patienten waren zwischen 70 und 79 Jahre alt. Etwa 70% der Patienten hatten einen Tumor entsprechend Grad II der WHO-Einteilung bzw. Stufe 6-7 der Gleason-Skala. Der mittlere PSA-Wert lag bei 40ng/ml. Bei Patienten mit progressivem Krankheitsverlauf (25% des Gesamtkollektivs) lagen der PSA-Wert sowie der WHO- und Gleason-Grad signifikant höher als bei Patienten, deren Zustand als stabil eingestuft wurde (75%). Die Behandlungsdauer lag bei über 70% der Patienten zwischen 5 und 9 Jahren, in diesem Zeitraum konnte ein Abfall des PSA-Wertes festgestellt werden. Im ersten Behandlungsjahr fiel der PSA-Wert bei 82% der Patienten. Bei Behandlungsdauern >10 Jahre stieg er wieder an.
Folgende Subgruppen wurden entsprechend den verschiedenen Therapieoptionen gebildet:
I. Patienten ohne Operation und Bestrahlung: Hier lagen Daten von nur 153 Patienten vor. Der Verlauf des PSA-Wertes zeigte keine signifikanten Unterschiede zum Gesamtkollektiv, d.h. PSA-Senkung im ersten Behandlungsjahr bei 88% der Patienten, ab dem 10. Behand-lungsjahr Anstieg des PSA-Wertes.
II. Patienten mit PSA-Progress: Lediglich 84 Patienten gehörten dieser Gruppe an. Bei ca. 80% war ein PSA-Abfall im ersten Behandlungsjahr zu verzeichnen. Nach dem 10. Behand-lungsjahr steigen die Werte erneut an.
III. Patienten ohne PSA-Progress: Daten von 151 Patienten konnten ausgewertet werden. Bei 84% fiel der PSA-Wert im ersten Behandlungsjahr. Nach dem 10. Behandlungsjahr stieg er wieder an, allerdings nicht so stark wie in der Gruppe mit PSA-Progress.
IV. Patienten mit adjuvanter Indikation: Im Vergleich zu den vorangehenden Gruppen zeigte sich hier ein PSA-Abfall auch bei einer Behandlungsdauer > 10 Jahre.
Therapie mit Leuprorelinacetat: Die Behandlungsdauer mit diesen Medikamenten lag im Mittel bei 7 Jahren. Zwischen Patienten mit stabilem und progredientem Krankheitsverlauf gab es keinen signifikanten Unterschied in der Behandlungsdauer. Leuprorelinacetat wurde eingesetzt zur neoadjuvanten Behandlung (5%), adjuvanten Behandlung (20%), wegen eines fortgeschrittenen Karzinoms (45%), eines PSA-Progresses (14%), sowie in 30% aus anderen Gründen (z.B. Patientenwunsch, Alter, Komorbidität). 98% der Patienten bezeichneten die Verträglichkeit als „gut“ oder „sehr gut“. Als unerwünschte Wirkungen standen „Hitzewal-lungen“ mit 60% im Vordergrund, gefolgt von Gynäkomastie und Gewichtszunahme (je 30%). Erektionsstörungen, Depressionen und Müdigkeit spielten eine untergeordnete Rolle (zusammen <3%).
Lebensqualität: bei 729 Patienten wurde mittels des EORTC QLQ-C30 die Lebensqualität zum Zeitpunkt im Vergleich zu 100 Probanden mit BPH ermittelt. Die Patienten wiesen in den Bereichen „körperliche Funktionen“, „Arbeitsfähigkeit (role function)“, „Appetit“, „Müdigkeit“ und „Dyspnoe“ signifikant niedrigerer Werte auf als die Probanden, nicht jedoch in den Bereichen „soziale“ und „emotionale Funktion“ sowie "globale Lebensqualität".

Fazit: Die Verträglichkeit der Hormontherapie wurde nur von 2% der Patienten als schlecht bezeichnet.
Im Hinblick auf die Lebensqualität ergaben sich im Bereich symptomorientierte LQ geringe Unterschiede zur Kontrollgruppe, die durch die Nebenwirkungen der Therapie erklärt werden können. Im Bereich "globale LQ" hingegen unterschieden sich die Gruppen nicht, was darauf hindeutet, daß die körperlichen Einschränkungen zugunsten des wichtigeren Ziels "Überleben" kompensiert werden.
Da die Akzeptanz einer neuen Behandlungsmethode seitens der Patienten im wesentlichen vom Ausprägungsgrad und der Dauer der Nebenwirkungen bestimmt wird, zeigen die Ergeb-nisse, dass auch bei langfristiger Behandlungsdauer (> 5 Jahre) mit den von uns verwendeten Präparaten die unerwünschten Begleiterscheinungen gut oder sogar sehr gut toleriert wurden.

Kurzfassung auf Englisch: Introduction and Objective: Aim of this retrospective study was to analyse complications and side-effects in men with prostate cancer treated with LHRH-analogs for a up to 10 years as well as biochemical and clinical progression rate. To compare results of quality of life (QoL) an age matched control group with men with BPH were prospectively evaluated.
Materials and Methods: The charts from 1224 patients with biopsy proven prostate cancer who were treated with long term LHRH analogs were analysed. Mean age at start of AD was 67 years (range 51-89 years), mean PSA 40,4ng/ml. 991 out of 1224 (81%) men received a primary hormonal
treatment after diagnosis of prostate cancer, 290 of 1224 patients had a
radical prostatectomy, 124 men received a primary radiotherapy with or without hormonal treatment. for 729 patients results of EORTC QLQ-C30 were available. In an age matched control group of 100 men with BPH QL was evaluated.
Results: Duration of LHRH therapy varied from 1 year to 16 years with a mean of 6,9 years. Treatment was well tolerated by 98% of patients, however side effects were reported: Hot flashes by 62%, weight gain by 33%, gynecomastia by 30%, local reaction 4%, 24% of all men reported no side effects at all. of all treated men had 24 % progressive disease, 74% were biochemical and clinical stable, data were missing for 2%. PSA decreased according to duration of treatment. Mean PSA during first year of treatment decreased to 20,6 and 4,15 after 1-5 years and 5-9 years, respectively. After 10 years a mean overall PSA increase to 11,25 ng/ml was observed. for patients without PSA-progression during the observation period mean PSA-levels were 20.7, 1.9, 0.6 and 0,3 ng/ml after less than 1 year, 1-4 years, 5-9 years and 10 or more years, respectively.
Quality of life analysis showed similar values for emotional well being for
men with prostate cancer treated with LHRH analogs and control groups.
Conclusions: These data demonstrate long term biochemical and clinical response rate up to 10 years after initiation of hormonal treatment. Most common reported side effects were hot flashes, weight gain and gynecomastia, however according to the attending physicians treatment was well tolerated.

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