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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-47589
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2010/4758/


Neoadjuvante Therapie beim Rektumkarzinom – retrospektive Qualitätsanalyse bei 210 Patienten mit lokal fortgeschrittenem Rektumkarzinom

Fortnagel, Christian

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SWD-Schlagwörter: Mastdarmkrebs
Freie Schlagwörter (Deutsch): lokal fortgeschritten , neoadjuvante Therapie , retrospektive Qualitätsanalyse
Basisklassifikation: 44.65 , 44.81
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Strate, Tim Gerrit (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 17.08.2010
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 09.09.2010
Kurzfassung auf Deutsch: Das kolorektale Karzinom stellt in Deutschland bei Männern und Frauen die zweithäufigste Krebserkrankung und die zweithäufigste Krebstodesursache dar. Beim lokal fortgeschrittenen Rektumkarzinom besteht insbesondere das Problem des häufigen Auftretens von Lokalrezidiven mit entsprechend negativem Einfluss auf die Prognose. Hier konnte durch Einführung der modernen Operationstechnik der totalen mesorektalen Exzision nach Publikationen von R.J. Heald in den 1980er Jahren eine gravierende Verbesserung erzielt werden. Einen weiteren Fortschritt brachte dann die neoadjuvante Therapie mit Durchführung einer kombinierten Radiochemotherapie vor späterer Tumorresektion.

Das Ziel dieser Studie war es, die Ergebnisse der Patienten des Krankenhauses Reinbek St. Adolf-Stift, die von 2000 bis 2008 wegen eines lokal fortgeschrittenen, operablen Rektumkarzinoms behandelt wurden, zu erheben. Dabei ging es insbesondere um die Gegenüberstellung der neoadjuvant behandelten (n=66) mit den primär operierten Patienten (n=144) und dabei um die Frage, ob die in der Literatur beschriebenen Vorteile der neoadjuvanten Therapie für das untersuchte Patientenkollektiv nachvollziehbar sind.

Für die in dieser Studie untersuchten Patienten des Krankenhauses Reinbek konnte hinsichtlich des Gesamtüberlebens und des rezidivfreien Überlebens kein signifikanter Vorteil für die neoadjuvante Therapie gegenüber der primären Operation ermittelt werden. Diese Tatsache wiegt umso schwerer, da die neoadjuvante Behandlungsgruppe die durchschnittlich jüngeren Patienten mit den möglicherweise niedrigeren Tumorstadien aufwies. Die 5-Jahres-Überlebensrate konnte mit 61% für die neoadjuvante Therapiegruppe bzw. 64% für die primär operierten Patienten ermittelt werden. Die 5-Jahres-Rate für rezidivfreies Überleben fiel mit 55% für die neoadjuvante Therapie und 68% für die primäre Operation noch günstiger für letztere Gruppe aus.
Auch konnte durch den neoadjuvanten Therapieansatz keine niedrigere Lokalrezidivrate erzielt werden. Diese fiel sogar niedriger aus in der Gruppe der der primär operierten Patienten (8,3% gegenüber 12,1% bei neoadjuvanter Therapie), wobei sich statistisch kein signifikanter Unterschied zeigen ließ.
Interessant war auch die Tatsache, dass eine Sphinkter-erhaltende Operation mit einem signifikant besseren Gesamtüberleben verbunden war, was allerdings zumindest teilweise durch die jüngere Altersstruktur dieser Patienten bedingt sein könnte. Die Rate Sphinkter-erhaltender Operationen unterschied sich nicht signifikant für beide Therapiegruppen. Sphinktererhalt gelang bei insgesamt 70% der Reinbeker Patienten und war sogar häufiger bei den primär operierten Patienten. Eine anhaltende Stuhlinkontinenz trat insgesamt nur selten auf, beide Therapiegruppen zeigten hier keinen signifikanten Unterschied.

Zusammenfassend können somit die in der Literatur beschriebenen Vorteile der neoadjuvanten Therapie mit Senkung der Lokalrezidivrate und häufigerer Möglichkeit der Sphinkter-erhaltenden Operation im untersuchten Patientenkollektiv nicht nachvollzogen werden. Die in dieser Studie untersuchten Patienten des Krankenhauses Reinbek St. Adolf-Stift scheinen alleinig durch die erfahrene chirurgische Therapie unter Einsatz der totalen mesorektalen Exzision eine ebenso gute Behandlung erfahren zu haben.

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