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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-48652
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2010/4865/


Einfluss des Lagerungsmediums auf die Scherfestigkeitswerte eines Self-Etch-Adhäsivs an humanen und bovinen Schmelz- und Dentinflächen

Doderer, Sandra

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Basisklassifikation: 44.96
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Schiffner, Ulrich (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 22.10.2010
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 29.11.2010
Kurzfassung auf Deutsch: Das Ziel der vorliegenden methodenorientierten In-vitro-Studie war es, den Einfluss des Lagerungsmediums auf die Scherfestigkeitswerte von mittels Self-Etch-Verfahren applizierten Kompositen an humanen und bovinen Schmelz- und Dentinflächen zu untersuchen.

Dazu wurden 100 Rinderzähne und 100 extrahierte dritte Molaren nach der Entnahme in Leitungswasser kühl gelagert, gereinigt und anschließend randomisiert auf jeweils 4*5 Gruppen (Substrat Schmelz bzw. Dentin; Zahnart human bzw. bovin; 5 Lagerungsmedien) à 10 Probekörper verteilt. Es handelte sich um folgende Lagerungsmedien: Leitungswasser, 0,9%ige Natriumchloridlösung, 0,1%ige Thymollösung, 10%ige Formalinlösung und 3%ige H2O2-Lösung. Nach einer Lagerungsdauer von 60 Tagen in den jeweiligen Lösungen wurden mit Hilfe einer Schleifmaschine Schmelz- und Dentinschliffflächen hergestellt. Anschließend wurden an diesen Zahnoberflächen mittels eines Self-Etch-Adhäsives standardisierte Kompositaufbauten befestigt. Als Haftvermittler kam das Zwei-Schritt-Adhäsiv-System Contax® zum Einsatz, das verwendete lichthärtende Komposit war Ecusit®-Composite (DMG, Hamburg, Deutschland). Nach 24 Stunden Wasserlagerung bei 37°C wurde die Scherhaftfestigkeit der adhäsiv befestigten Kompositproben in einer Universalprüfmaschine (Zwick Z010, Zwick GmbH & Co. KG, Ulm, Deutschland) gemessen. Zur statistischen Auswertung wurden mehrfaktorielle und einfaktorielle Varianzanalysen (ANOVA) sowie t-Tests herangezogen.

Die statistische Auswertung der Messwerte konnte einen signifikanten Einfluss des Lagerungsmediums auf die Scherfestigkeitswerte beweisen. Allerdings zeigten die Ergebnisse, dass nur die Haftwerte an humanen Zähnen durch die verwendeten Lagerungsmedien signifikant beeinflusst wurden (p < 0,001). Die Lagerungsmedien beeinflussten nicht die Scherfestigkeitswerte an bovinen Zähnen. Bovine Zähne wiesen demnach, im Vergleich zu humanen Zähnen, keine signifikanten Unterschiede der Haftwerte in Abhängigkeit von den einzelnen Lagerungsmedien auf.

Signifikante Unterschiede zwischen den Scherfestigkeiten an humanen Zähnen konnten bezüglich der Lagerungsmedien Wasser und Thymol, Wasser und Formalin, Wasser und H2O2, NaCl und Formalin, NaCl und H2O2 sowie zwischen Thymol und H2O2 festgestellt werden. Außerdem zeigten die Ergebnisse, dass die verwendeten Lagerungsmedien keinen signifikanten Einfluss auf die Haftwerte an unterschiedlichen Substraten (Schmelz bzw. Dentin) haben. Überraschend waren die niedrigen Haftwerte an humanen Zähnen, die deutlich unter denen an bovinen Zähnen lagen und teilweise im klinisch insuffizienten Bereich blieben. Bei bovinen Zähnen nahm die Höhe der Haftwerte in Abhängigkeit des verwendeten Lagerungsmediums folgendermaßen ab: Thymol, H2O2, Formalin, NaCl, Wasser. Humane Zähne erzielten dagegen eine gegensätzliche Haftfestigkeits-Reihung: Wasser, NaCl, Thymol, Formalin, H2O2.

Aus der Untersuchung kann gefolgert werden, dass das Lagerungsmedium einen entscheidenden Einfluss auf die Höhe der Haftwerte von an humanem Zahnmaterial befestigten Kompositen hat. Deshalb sollte sorgfältig abgewogen werden, in welchem Lagerungsmedium Versuchszähne vor Haftfestigkeitsuntersuchungen aufbewahrt werden. Über eine Standardisierung der Lagerungsmedien sollte nachgedacht werden, da sie einerseits die Steuerung von Versuchsergebnissen erschweren würde und andererseits auch den Vergleich von Ergebnissen verschiedener Studien wie auch von Untersuchungen verschiedener Adhäsivsysteme fördern könnte.

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