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Hamburg, Carl von Ossietzky

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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-49578
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2011/4957/


Kriminelle Leichenzerstückelung - retrospektive Beobachtungsstudie -

Criminal mutilation

Adjei, Joyce

pdf-Format:
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SWD-Schlagwörter: Verstümmelung , Leiche , Leichenfund , Tötung
Freie Schlagwörter (Deutsch): Leichenteile , Zerstückelung
Freie Schlagwörter (Englisch): mutilation , dismemberment
Basisklassifikation: 44.72
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Püschel, Klaus (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 22.12.2010
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 03.02.2011
Kurzfassung auf Deutsch: Es wurden die Fälle krimineller Leichenzerstückelungen aus dem Sektionsgut des Institutes für Rechtsmedizin Hamburg der Jahre 1985 bis 2008 - anknüpfend an eine vorangegangene Dissertation (Burwinkel, 1986), welche die Jahre 1959 bis 1984 erfasst - kasuistisch dargestellt und ausgewertet. Neben den Sektionsunterlagen wurden dafür auch die Ermittlungsakten der Kriminalpolizei und die Akten der zuständigen Staatanwaltschaften samt Gerichtsurteilen, soweit vorhanden, miteinbezogen.
Unter den insgesamt 18 Fällen waren 15 der defensiven und drei der offensiven Leichenzerstückelung zuzuordnen, wobei auch Kombinationen zu beobachten waren. Bei allen drei Tätern, die den Leichnam offensiv / im Wahn zerteilten, lag eine Psychose vor.
Im Vergleich zum vorher untersuchten Zeitraum kristallisierten sich einige Veränderungen heraus.
Insgesamt war ein leichter Rückgang der Fallzahl von vorher durchschnittlich einem Fall pro Jahr auf im Schnitt 0,8 Fälle pro Jahr zu verzeichnen, wobei eine deutliche Abnahme der Fallzahl in den Jahren 1996 bis 2003 zu beobachten war.
Vormals dominierten in Hamburg die offensiven Fälle, nun sind es mit 83% eindeutig die defensiven Fälle.
Auch die bislang gültige Feststellung, dass die Opfer vornehmlich weiblichen Geschlechts sind, trifft auf diesen Untersuchungszeitraum nicht zu. Es waren unter den Opfern dieser Studie 61% männlichen Geschlechts.
Als Täter traten gemäß den Erwartungen mit 86% hauptsächlich Männer in Erscheinung.
Die Mehrzahl der Täter hatte eine nur geringe Schulbildung vorzuweisen und keine Berufsausbildung abgeschlossen. Die Täter, die eine Lehre absolviert hatten, hatten überwiegend handwerkliche Berufe erlernt. Etwa die Hälfte der Täter war zum Tatzeitpunkt arbeitslos und sozial randständig lebend.
Psyche und Persönlichkeit der Täter sowie die juristische Würdigung wurden, sofern darüber Informationen vorlagen, näher beleuchtet.
Hingewiesen wurde auf den besonderen Stellenwert der modernen DNA-Technologie im Hinblick auf die kriminalistische Aufklärung der Fälle. Die moderne DNA-Technologie brachte neben der ernormen Steigerung des Untersuchungserfolges laut Karger et al. (2000) allerdings auch eine neue Form der defensiven Leichenzerstückelung hervor, die in Zukunft möglicherweise zunehmen könnte. Dabei handelt es sich um Täter, die über die moderne DNA-Technologie gut informiert sind und um biologischen Spuren zu beseitigen, die Leiche entsprechend zerstückeln.


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