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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-50224
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2011/5022/


Ergebnisse eines Screenings zu psychischen Auffälligkeiten pädiatrischer Patienten: Unterschiede im Eltern- und Kindurteil

Walter, Julia

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Basisklassifikation: 44.67
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Schulte-Markwort, Michael Jürgen (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 15.12.2010
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 23.02.2011
Kurzfassung auf Deutsch: Kinder und Jugendliche mit einer chronischen somatischen Erkrankung leiden, im Vergleich zu ihren Altersgenossen in der Normalbevölkerung, häufiger unter psychischen Auffälligkeiten. Es zeigt sich eine deutliche Diskrepanz zwischen der Anzahl psychisch auffälliger Kinder und der geringen Inanspruchnahme professioneller psychiatrischer oder psychotherapeutischer Hilfe. Seelische Erkrankungen können einen bedeutsamen Einfluss auf die soziale, emotionale und psychische Entwicklung eines Kindes nehmen. Die Integration eines kurzen, aber effektiven Screeninginstruments in die klinische Routine der medizinischen Versorgung von pädiatrischen Patienten kann helfen, Kinder mit möglichem psychosomatischen
Beratungsbedarf zu erkennen, um somit frühzeitig Unterstützung und Hilfe anzubieten. Ein Screening zur Ermittlung von Hinweisen auf einen Beratungsbedarf wurde entwickelt und im klinischen Alltag einer pädiatrischen gastroenterologisch-hepatologischen Spezialambulanz
eingesetzt. Für die hier vorgelegte Arbeit wurden Daten von 143 Eltern und Patienten untersucht und Informationen zu emotionalen und Verhaltensauffälligkeiten, Hinweisen auf Somatoforme Störungen, Complianceproblemen, Lebensqualität, psychosozialen Risikofaktoren und zum
subjektiven Beratungsbedarf erfasst. Ein Ampelsystem mit dem Ergebnis rot (=auffällig), gelb (=grenzwertig) und grün (=unauffällig) gibt ein einfaches Feedback des Screenings. Insgesamt erhielten 49% der untersuchten Patienten dieser Inanspruchnahmepopulation ein rotes oder gelbes Screeningergebnis. Die zentrale Frage eines multiperspektivischen Studienansatzes „Kann man auf ein Urteil verzichten?“ steht im Fokus dieser Arbeit. Trotz einer starken Korrelation und einer mäßigen bis guten Übereinstimmung der Eltern- und Kindurteile, weisen fast 40% der Patienten in mindestens einem der sechs Konstrukte des Screenings, bei einem unauffälligen Urteil ihrer Eltern, ein auffälliges Selbsturteil auf. Bei alleiniger Berücksichtigung des Elternurteils würden viele Kinder,
aus deren eigenen Angaben sich ein Beratungsbedarf ergibt, nicht erkannt werden. Die untersuchten Faktoren Alter, Geschlecht und somatische Grunderkrankung haben keinen
signifikanten Einfluss auf die Übereinstimmung der Urteile von Eltern und Kindern. Für die Versorgung von jungen Patienten in der pädiatrischen gastroenterologischhepatologischen Ambulanz ist in Zukunft eine enge Kooperation zwischen Pädiatrie und Kinderund
Jugendpsychiatrie für eine optimierte Versorgung empfehlenswert. Zum Erkennen psychischer Auffälligkeiten wäre es wichtig, ein solches Screeninginstrument in allen Bereichen der medizinischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen einzusetzen. Es ist zu empfehlen, sich nicht allein auf das Elternurteil zu verlassen und weiterhin Eltern- und Kindurteil zu berücksichtigen. Die Evaluation beider Perspektiven kann einen wichtigen Beitrag zum
diagnostischen Prozess, sowie der Therapie und Betreuung der Patienten leisten. Ein frühzeitiges Erkennen und Eingreifen in den Entstehungsprozess psychischer Störungen
ermöglicht es in Zukunft, psychischen Problemen und vor allem deren Folgeschäden in der Entwicklung der Kinder und Jugendlichen entgegen wirken zu können.

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