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Hamburg, Carl von Ossietzky

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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-51625
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2011/5162/


Leben und Arbeit des Neuropathologen Hermann Josephy (1887-1960) : Sowie eine Einführung in die Geschichte der deutschen Neuropathologie

Stellmann, Jan-Patrick

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SWD-Schlagwörter: Neuropathologie , Biographie , Hamburg / Universität , Nationalsozialismus , Medizingeschichtsschreibung
Basisklassifikation: 44.01
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Schmiedebach, Heinz-Peter (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 18.05.2011
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 22.06.2011
Kurzfassung auf Deutsch: Das Leben Hermann Josephys zeichnet Beispielhaft die Entwicklungen der deutsch-jüdischen Beziehungen nach. Geboren im Kaiserreich in ländlicher Umgebung schlug er eine akademische Laufbahn ein, während sich seine Familie wirtschaftlich bis in die oberste Gesellschaft Rostocks hocharbeiten konnte. Jüdische Traditionen traten immer weiter in den Hintergrund und waren schließlich nicht mehr Teil des Selbstverständnisses. Diese Akkulturation und Assimilation setzte sich für Josephy sowohl in der Teilnahme am Ersten Weltkrieg als auch in seinem bürgerlichen Leben in Hamburg weiter fort. Der akademische Aufstieg über Habilitation, außerordentlicher Professur und schließlich Leitung der Hamburger Neuropathologie machte ihn zu einem der führenden Forscher innerhalb dieses Forschungsbereiches in Deutschland. Mit der Entlassung aus „rassischen“ Gründen wurde dieses Lebenskonzept zerstört. Bis 1938 bemühte er sich um ein Exil im europäischen Ausland und verhalf seinen noch minderjährigen Kindern zur Ausreise nach Israel. Nach Verschleppung ins KZ im November 1938 blieb ihm keine andere Wahl als die Flucht nach England, wo er wie fast alle jüdischen Emigranten interniert wurde. Andere Mitglieder der Familie erlitten nahezu das gesamte Spektrum der nationalsozialistischen Verfolgung. Erst mit dem Exil in Chicago endete diese Phase der Verfolgung. Zwar gelang ihm nach erneuter Examinierung und Facharztausbildung schließlich wieder die Berufung als außerordentlichem Professor, dennoch war diese Position nicht mit der Hamburger zu vergleichen. Er verstarb 1960 ohne Kontakt nach Deutschland aufgenommen zu haben.
Wissenschaftlich gehörte er zu den jüngeren Vertretern jener Generation von histologisch arbeitenden Neurowissenschaftlern, die den Grundstein für das spätere Fach Neuropathologie legten. Die deutsche Forschung in diesem Bereich zeichnete sich durch vier verschiedene Schulen in Deutschland aus, die gute Vernetzung trotz unterschiedlicher Schwerpunkte zeigte. Hamburg darf mit der deutschen Forschungsanstalt in München unter Kraepelin zu einer der beiden führenden Forschungsstandpunkte gezählt werden. Früh konnte sich Josephy in diesem gut organisiertem Umfeld auch thematisch innerhalb der Wissenschaft eine namhafte Position sichern. Seinen wegweisenden Arbeiten zur Histopathologie der Schizophrenie waren leider negative Ergebnisse beschieden, so dass die Erinnerung an ihn rasch verblasste. Andere Bereiche wie die Tuberöse Sklerose wurden von ihm auf hohem Niveau vertreten, so dass er mehrere Beiträge in wichtigen Handbüchern verfassen konnte. Bereits als Assistent in Rostock hatte er sich zudem einen teratologischen Schwerpunkt erarbeitet. Durch die Entlassung wurde er am Höhepunkt seines Schaffens von der weiteren Forschung abgeschnitten. In Amerika gelang ihm nur langsam wieder der Anschluss. Trotz eines nur noch kleinen Labors konnte er dennoch weiter publizieren und schloss kleinere Lücken der Neuropathologie, fokussierte aber auch neueste Forschungsrichtungen wie die Analyse von zerebralen Enzymen. Eines seiner Hauptthemen in Chicago betraf die histopathologische Erforschung der kindlichen Zerebralparese. Schließlich begründete er zusammen mit anderen Forschern die Diskussion um die Versorgung geriatrischer Psychiatriepatienten.

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