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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-51735
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2011/5173/


Das Filmseminar „Psychische Störungen im Spielfilm“ am UKE - Konzeption, Lernziele und Evaluationsergebnisse

The movie seminar "Psychiatric disorders in motion pictures" at the University Medical Center Hamburg-Eppendorf - conception, learning goals and evaluation results

Emami, Roya

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SWD-Schlagwörter: Medizinische Ausbildung , Medizinstudium , Hamburg / Klinik und Poliklinik fr Psychiatrie und Psychotherapie
Freie Schlagwörter (Deutsch): Filmseminar, Spielfilm, Medizinstudierende, Psychiatrie
Freie Schlagwörter (Englisch): cinemeducation, film, undergraduate medical education, psychiatry
Basisklassifikation: 44.91
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Naber, Dieter (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 04.05.2011
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 24.06.2011
Kurzfassung auf Deutsch: Einleitung.
Um Studierenden den Zugang zu dem Fachgebiet der Psychiatrie und seinen Störungsbildern zu erleichtern, wurde ein fakultatives Filmseminar „Psychische Störungsbilder im Spielfilm“ in das klinische Curriculum (KliniCuM) des Medizinstudiums der Medizinischen Fakultät der Universität Hamburg integriert. Evaluiert wurden die allgemeine Akzeptanz des neuen Unterrichtskonzeptes und die Erreichung spezifischer Lernziele, wie z.B. ein breites Verständnis für das jeweilige psychiatrische Störungsbild. Weiterhin wurde untersucht, ob sich ein Dokumentarfilm oder ein Spielfilm besser zum Erlangen dieser Ziele eignet.

Methodik
Das neu konzipierte, vierstündige Filmseminar, bestehend aus einem Film, einem interaktiven Impulsvortrag und einer Patientenvorstellung mit Diskussion, wurde von 2005 bis 2008 drei mal pro Trimester durchgeführt. An insgesamt 39 Seminaren nahmen 1032 Studierende der Medizinischen Fakultät der Universität Hamburg teil. Im Erhebungsinstrument wurden Zustimmung oder Ablehnung auf einer 6-Punkt Likert Skala nach deutschen Schulnoten dokumentiert. Neben deskriptiven Parametern wie arithmetischem Mittel (M) und Standardabweichung (SD) wurden verschiedene Vergleiche von Mittelwerten anhand von t-Test bzw. Varianzanalysen mit multiplen Vergleichen nach Bonferroni durchgeführt.

Ergebnisse
72% der Teilnehmer waren weiblich. Das Durchschnittsalter lag bei 25 Jahren und 90% der Teilnehmer waren Studierende der Humanmedizin. Alle berechneten Mittelwerte lagen in der als positiv beurteilten Skalenhälfte (1 bis 3) der 6-stufigen Likert Skala. Die Studierenden beurteilten die Kombination der Lehrveranstaltung aus Film und Seminar als sehr gut (M=1,4; SD=0,7). Das Filmseminar sei eine hilfreiche Methode, um einen Zugang zu dem Fachgebiet der Psychiatrie zu erlangen (M=1,5; SD=0,7). Sie beurteilten die zusätzliche Patientenvorstellung als hilfreiche Ergänzung, um die psychiatrische Grunderkrankung zu verstehen (M=1,6; SD=0,8). In Bezug auf das Störungsbild der Schizophrenie beurteilten Studierende Spielfilme signifikant besser als Dokumentarfilme, um sich in die subjektive Erleben eines an Schizophrenie Erkrankten hinein zu versetzen (p<0,05). Im Vergleich zu Filmen über psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol und neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen mit Schwerpunkt auf Angst- und Zwangsstörungen bewerteten Studierende den Spielfilm über eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung als besonders hilfreich, um typische Symptome der Störung zu erkennen. Die Veranstaltungsreihe wurde von den Studierenden unabhängig von den Störungsbildern als Motivationsschub für den Themenblock 5 „Psychosoziale Medizin“ im KliniCuM wahrgenommen.

Schlussfolgerungen
Das Filmseminar, bestehend aus Spielfilm, Impulsvortrag und Patientenvorstellung, scheint geeignet zu sein, um Medizinstudierenden sowohl den Zugang zum Fach Psychiatrie als auch das Erkennen typischer Symptome zu erleichtern, und sie dabei zu unterstützen, sich in einen psychiatrischen Patienten hineinzuversetzen. Obwohl die positiven Evaluationsergebnisse vermutlich ausschließlich auf den Ergebnissen besonders motivierter Teilnehmerinnen und Teilnehmer des fakultativen Seminars basieren, geben vorliegende Daten Anlass zu der Annahme, dass sich die Implementierung eines solchen Unterrichtsformats in der curricularen Pflichtlehre der psychiatrischen Ausbildung Medizinstudierender als sinnvoll erweisen könnte.
Kurzfassung auf Englisch: Objective/aim: Psychiatric educators are often faced with students’ negative attitudes towards psychiatry. A new type of seminar was established to enable students to gain a deeper understanding of psychiatric diseases.

Methods: A ‘cinemeducation seminar’ combining a movie, a lecture, and a patient interview was established in the undergraduate curriculum at Hamburg Medical School, where 1032 students attended 39 seminars in the years 2005 to 2008. A student evaluation covering different educational aspects took place after each seminar.

Results: The students valued the combination of a movie and seminar and found the movie and the additional patient interview useful for giving them access to the subject of ‘psychiatry’ and for understanding the underlying psychiatric diseases shown in the movies.

Conclusion: From the students’ perspective, this type of seminar seems to be helpful for providing an impression of psychiatric diseases and for putting oneself in the position of a person suffering from these diseases. Therefore, we judged the cinemeducation seminar to be an appropriate teaching format in undergraduate medical education.

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