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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-52138
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2011/5213/


Möglichkeiten der Beeinflussung der weiblichen Fruchtbarkeit durch Mikronährstoffe - systematische Übersichtsarbeit -

Grajecki, Donata Samantha

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SWD-Schlagwörter: Vitamin , Vitaminpräparat , Vitaminbedarf , Fertilität , Kinderwunsch
Freie Schlagwörter (Deutsch): Beeinflussung, Verbesserung
Freie Schlagwörter (Englisch): fertility, vitamin, vitamin supplement, vitamin needs
Basisklassifikation: 44.92
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Bühling, Kai (PD Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 11.01.2011
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 08.07.2011
Kurzfassung auf Deutsch: Grundgedanke dieser Arbeit ist die Tatsache, dass In- oder Subfertilität der Frau ein globales Problem darstellt. Wenn auch die Ursachen für die Kinderlosigkeit je nach Entwicklungsstand des Landes und auch nach Bildungsniveau der Frauen differieren, besteht doch von Seiten der betroffenen Paare großes Interesse der ungewollten Zweisamkeit entgegenzutreten. Vor dem Gang zum Gynäkologen oder Reproduktionsmediziner wird daher zu einem nicht unerheblichen Teil durch Nahrungsergänzungsmittel, speziell Mikronährstoffe, versucht nachzuhelfen. Nun sind Vitamine und Spurenelemente zwar essentiell, sie können aber auch überdosiert werden – zudem ist die Bedeutung für die Konzeption bis heute komplett unklar.
Ziel dieser Arbeit ist es daher auf Basis von Studien mit hoher Evidenz Aussagen zur Wirkung einzelner Vitamine oder Spurenelemente auf die weibliche Fruchtbarkeit machen zu können, so dass bei ausreichenden evidenzbasierten Belegen Empfehlungen ausgesprochen werden können. Die Studiensuche erfolgte mittels elektronischer Datenbanken über die Plattform Ovid ® im Zeitraum 16.-20. Woche 2008. Neben einer allgemeinen Suchanfrage wurde für jeden einzelnen Mikronährstoff eine spezifische Anfrage durchgeführt, so dass insgesamt 17 412 Studien überprüft worden sind. Nach der Studienermittlung und Beschaffung erfolgte eine unabhängige, verblindete Begutachtung durch den ersten und zweiten Reviewer; bei abweichenden Beurteilungen wurde eine Entscheidung nach dem Mehrheitsprinzip durch den dritten Reviewer vorgenommen. Die Datenerhebung aller eingeschlossenen Studien erfolgte mithilfe eines Datenextraktionsbogens; die Beurteilung der methodischen Güte der Studien erfolgte in der bereits beschriebenen Begutachtungsreihenfolge mithilfe eines Qualitätsbewertungsbogens. Dieser orientierte sich an den Vorgaben der Cochrane Collaboration, des NHS Center for Reviews and Dissemination und der Delphi List. Insgesamt konnten 13 Studien in die Untersuchung eingeschlossen wurden. Aufgrund der klinischen als auch methodischen Heterogenität der Studien war die geplante Metaanalyse nicht möglich. Die Studien wurden daher, soweit möglich, gemeinsam mit Studien, die ähnliche klinische Parameter wie Studienteilnehmer, Interventionen und Zielsetzung aufwiesen, qualitativ beurteilt und die Ergebnisse kritisch geprüft. Trotz fraglicher Auswertungsstrategien konnte in der Doppelveröffentlichung der randomisiert kontrollierten Studie von Czeizel et al. eine signifikante Erhöhung der Schwangerschaftsrate der Interventionsgruppe, die ein Multivitaminpräparat erhalten hatten, dargelegt werden. Auch in der Kohortenstudie von Cavarro et al., in der die Assoziation zwischen Multivitamin- und B-Vitamineinnahme und dem Auftreten einer ovulationsbedingten Unfruchtbarkeit untersucht wurde, konnte gezeigt werden, dass es Hinweise auf mögliche Effekte einer Vitaminsubstitution zur Vermeidung dieser Form der Fruchtbarkeitsstörung gibt. Ähnliche Ergebnisse konnten Cavarro et al. ebenfalls für die mögliche Wirkung von Eisen, speziell nicht-tierischem Eisen, ermitteln. Die fehlenden Basischarakteristika erlaubten bezüglich der Interventionsstudie von Leeda et al., in denen die Wirkung einer B-Vitaminsubstitution auf den Homocysteinspiegel wie auch die Schwangerschaftsrate demonstriert werden sollte, die Aussage, dass es zu einer signifikanten Reduktion des Homocysteinspiegels gekommen war. Die Interventionsstudie von Kilidag et al., in der B-Vitamine als auch Metformin Patientinnen mit Polycystischen Ovar Syndrom verabreicht wurden, konnte zeigen, dass es unter B-Vitaminen zu einer deutlicheren Absenkung des Homocysteinspiegels als unter alleiniger Folatsubstitution gekommen war. Die Kohortenstudie von Ronnenberg et al. demonstrierte, dass es positive Assoziationen zwischen erhöhten Vitamin B6 Konzentrationen und dem Risiko für eine Konzeption gab. Auch war das Risiko einer Konzeption wie auch einer Schwangerschaft für Frauen, die eine Unterversorgung für B6, B12 und Folsäure aufwiesen, 70-80% niedriger. Trotz unzureichender Dokumentation konnte in der Studie von Hemni et al. gezeigt werden, dass es unter hochdosierter Vitamin C Gabe zu einer deutlich signifikanten Erhöhung des Progesteronspiegels > 10 ng/ml und zu einer signifikant höheren Schwangerschaftsrate als in der Kontrollgruppe gekommen ist. Keine der untersuchten Studienergebnisse war uneingeschränkt verwertbar. Dennoch läßt sich als generelle Aussage festhalten, dass die untersuchten Studien trotz ihrer geringen Evidenz Hinweise auf mögliche Wirkungen von Mikronährstoffen auf die weibliche Fruchtbarkeit geben. Ursächlich für die geringe Studienqualität waren neben methodischen Fehlerquellen auch Dokumentationslücken, so dass sich hieraus keine qualifizierten Therapieempfehlungen ableiten lassen.

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