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Hamburg, Carl von Ossietzky

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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-52525
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2011/5252/


Effektivität der sonographischen Diagnostik zur frühzeitigen Evaluierung entzündlicher Veränderungen des kindlichen Kiefergelenkes bei der Juvenilen Idiopathischen Arthritis (JIA) im Vergleich zur herkömmlichen Diagnostik mittels Magnetresonanztomographie (MRT).

Effectivity of high-resolution ultrasound for the early detection of inflammatory changes in the temporo mandibular joint (TMJ) in children with juvenile idiopathic arthritis (JIA) compared to conventional diagnostics by means of magnetic resonance imaging (MRI).

Assaf, Alexandre Thomas

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SWD-Schlagwörter: Juvenile chronische Arthritis , Kiefergelenk , Ultraschalldiagnostik , NMR-Tomographie
Basisklassifikation: 44.67 , 44.83 , 44.96 , 44.97 , 44.64
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Kahl-Nieke, Bärbel (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 30.05.2011
Erstellungsjahr: 2011
Publikationsdatum: 17.08.2011
Kurzfassung auf Deutsch: Die bildgebende Diagnostik der kindlichen Kiefergelenke im Rahmen einer JIA erfolgt routinemäßig mittels konventioneller PSA und kontrastmittelverstärkter MRT (Gd-DTPA-MRT). Für die Gelenkdia¬gnostik anderer Gelenke bei Kindern mit JIA konnte die Sonographie sich in den letzten Jahr¬zehnten bereits etablieren und gilt heute als anerkanntes Verfahren.

Während die konventionelle PSA lediglich eine Beurteilung knöcherner Struktu¬ren erlaubt, stellt sich für die MRT-Diagnostik, welche eine Weichgewebsdiagnostik er¬möglicht, als häufigstes Problem heraus, dass die Compliance der kindlichen Patien-ten nur selten gewährleistet ist und ein Grossteil der Untersuchungen in Sedie¬rung erfolgen muss. Mit der Anwendung der Sonographie als diagnostisches Hilfs¬mittel zur Kiefergelenkdiagnostik bei Kindern mit JIA eröffnet sich die Möglichkeit, ein neu-es, kostengünstigeres und risikoärmeres Untersuchungsverfahren zu etablieren, wel-ches zukünftig ergänzend oder alternativ zu PSA und MRT im Rahmen der Erstun-tersuchung sowie bei Verlaufskontrollen verwendet werden kann. Ziel der vorliegen-den Untersuchung war es, die Effektivität der sonographischen Diagnostik zur früh-zeitigen Evaluierung entzündlicher Veränderungen am kindlichen Kiefergelenk bei JIA im Vergleich zur herkömmlichen Diagnostik mittels MRT zu untersuchen und zu beurteilen.

Das Gesamtkollektiv von Patienten unter 18 Jahren, die sich mit der Diagnose einer Juvenilen Idiopathischen Arthritis in der Poliklinik für Kieferorthopäde am Universi-tätsklinikum Hamburg Eppendorf zur Abklärung einer eventuellen Kiefergelenkbetei-ligung vorstellten, umfasste 219 Patienten. Das mögliche Studienkollektiv umfasste 38 Patienten (16,1%), von denen 28 Patienten (73,7%) das Einschlusskriterium einer neuaufgetretenen Kiefergelenkbeteiligung erfüllten, und in einem vorgegeben Zeit-raum von maximal 14 Tagen nach Durchführung der MRT-Untersuchung eine so-nographische Untersuchung beider Kiefergelenke durchführen ließen. Das 18. Le-bensjahr durfte zum Untersuchungszeitpunkt noch nicht vollendet sein. Insgesamt nahmen 20 Patienten (71,4%) an der Studie teil, 17 Mädchen (85%) und drei Jungen (15%). Das Durchschnittsalter betrug 11,06 Jahre, der älteste Patient war 17 Jahre und der jüngste fünf Jahre alt. Mit ca. 30% lag der Altersgipfel zwischen neun und zehn Jahren. Zehn Patienten zeigten eine oligoartikuläre Verlaufsform (50%), fünf eine psoriasisassoziierte (25%), jeweils zwei eine polyartikuläre (10%) und Enthesi-tis-assoziierte (10%) sowie ein Kind eine systemische Verlaufsform (5%).

Sonographisch untersucht wurden bei den 20 Patienten beide Kiefergelenke bei ge-schlossenem und geöffnetem Mund sowohl in der transversalen sowie in der corona-len Ebene (n=160 Aufnahmen). Entzündliche Veränderungen wurden an Hand von fünf Messparametern beurteilt. Insgesamt konnten 287 (35,9%) auffällige unter 800 möglichen Befunden erhoben werden: auf 55 Aufnahmen (34,4%) strukturelle Ver-änderungen der Synovia, auf 20 Aufnahmen (12,5%) ein Gelenkerguss, 48 mal (30%) entzündliche Veränderungen des Gelenkknorpels, 124 mal (77,5%) eine echo-reiche Schallvermehrung der Corticalis und 40 mal (25%) eine entzündlich veränder-te Gelenkoberfläche.

Der Vergleich der sonographischen und der MRT-Befunde zeigte insgesamt 736 di-rekte Übereinstimmungen der verglichenen Parameter (92%): 248 richtig positive (31%) und 488 richtig negative Übereinstimmungen (61%). Keine direkte Korrelation bestand bei 64 sonographischen Aufnahmen (8%): dies waren 39 falsch positive (4,875%) und 25 falsch negative (3,125%) Ergebnisse.

Die vorgelegte vergleichende Studie bezüglich Sonographie und MRT im Rahmen der Kiefergelenkdiagnostik bei JIA erlaubt die Schlussfolgerung, dass die Sonogra-phie, trotz geringfügiger Einschränkungen, eine gute und sichere Alternative zur Be-urteilung der Kiefergelenke ist. Zur frühzeitigen Erkennung sowie zur Verlaufsbeurtei-lung entzündlicher Kiefergelenke sollte dieses kostengünstige und von den Kindern gut tolerierte Untersuchungsverfahren zukünftig häufiger in Betracht gezogen wer-den. Studien mit höheren Fallzahlen, sowie eine standardisierte Einteilung arthritisch bedingter Veränderungen der Kiefergelenke bei JIA könnten zukünftig die Möglich-keiten der hochauflösenden US-Diagnostik vereinfachen und dieses Verfahren für die routinemäßige Diagnostik etablieren.

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