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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-52571
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2011/5257/


Einfluss von Zyklonen auf das Meereis in der zentralen Arktis: Modellstudien und Beobachtungen

Impact of cyclones on sea ice in the central Arctic: model studies and observations

Kriegsmann, Arne

pdf-Format:
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SWD-Schlagwörter: Arktis
Freie Schlagwörter (Deutsch): Zyklonen , Statistik , Meereiskonzentration
Freie Schlagwörter (Englisch): cyclones , statistic , sea ice concentration
Basisklassifikation: 38.82
Institut: Geowissenschaften
DDC-Sachgruppe: Geowissenschaften
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Brümmer, Burghard (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 05.07.2011
Erstellungsjahr: 2011
Publikationsdatum: 12.08.2011
Kurzfassung auf Deutsch: Das arktische Meereis spielt als Grenzschicht zwischen Ozean und Atmosphäre für das Klimasystem eine wichtige Rolle. Im Winter verringert eine geschlossene Eisdecke in hohem Maße den Austausch fühlbarer und latenter Wärme zwischen Ozean und Atmosphäre. Im Sommer reflektiert das Meereis den überwiegenden Teil der einfallenden kurzwelligen Strahlung. Starke Winde, wie sie in Zyklonen auftreten, lassen das Meereis driften und beeinflussen die Meereiskonzentration. In dieser Dissertation wird untersucht, welchen Einfluss Zyklonen auf das Meereis und insbesondere auf die Meereiskonzentration in der zentralen Arktis haben. Die Wirkung von Zyklonen wird anhand von Beobachtungsdaten der beiden Messkampagnen
DAMOCLES 2007 und DAMOCLES 2008, anhand von Satellitenbeobachtungen (AMSR-E-Eiskonzentrationen) und anhand von Simulationen mit einem gekoppelten Meereis-Ozean-Modell untersucht. In den Simulationen wird das dynamisch-thermodynamische Modell NAOSIM (North Atlantic Arctic Ocean Sea Ice Model) mit 6-stündlichen ECMWF-Analysen (European Centre for Medium-Range Weather Forecasts) angetrieben. Ein Vergleich der simulierten Eisdrift und Eiskonzentration mit den Beobachtungen ergab, dass die gewählten Modelleinstellungen für die durchgeführten Studien geeignet sind. Sensitivitätsexperimente, bei denen das Windfeld einer durch die Arktis ziehenden Zyklone vorgegeben wird, zeigen, dass die Eiskonzentration unter dem Einfluss von Zyklonen im Allgemeinen reduziert wird. Die Reduktion ist umso ausgeprägter, (1) je geringer die Zyklonenzuggeschwindigkeit ist, (2) je größer die Druckdifferenz zwischen Kern und Umgebung ist, (3) je kleiner der Ablenkwinkel zwischen 10 m-Wind und geostrophischem Wind ist und (4) je höher die anfängliche Eiskonzentration ist. Eine Korrelation mit der anfänglichen Eisdicke besteht nicht. Ein Vergleich der simulierten Eisdrift mit Eisbojendaten ergibt, dass das Modell die Eisdrift im Allgemeinen leicht überschätzt, während sie bei Extremereignissen wie Stürmen unterschätzt wird. Zwischen simulierter
und gemessener Eisdrift besteht eine systematische Richtungsabweichung. Weiterhin wird gezeigt, in welchen Regionen die Übereinstimmung zwischen simulierter und gemessener Eisdrift hoch und wo sie gering ist. Das Modell simuliert realistische Eiskonzentrationen und realistische Eisausdehnung im Winter. Im Sommer hingegen sind die Eiskonzentrationen zu niedrig und die eisbedeckte Fläche zu groß. In dieser Arbeit wurde ein neuer Ansatz gewählt: Für die statistische Analyse des Einflusses einer großen Anzahl realer Zyklonen auf simuliertes Meereis wurden 6-stündliche Zyklonenpositionen im ECMWF-Bodendruckfeld verwendet. Es wurde untersucht, wie sich die Eisdrift, die Eiskonzentration und der Windfaktor an den Zyklonenpositionen ändern. Für diese Untersuchungen werden die Intensität der Zyklonen, die anfänglich vorherrschenden Eisbedingungen, die jahreszeitlichen Schwankungen und regionale Verteilungen berücksichtigt. Ein bedeutender klimatologischer Einfluss von Zyklonen besteht im Sommer darin, dass die durch die Zyklonen erzeugten Stellen offenen Wassers eine geringere Albedo aufweisen und so bis zur nächsten Gefrierperiode die Wärmeaufnahme des Ozeans erhöhen. Daher würde eine Zunahme von sommerlichen Zyklonen den Rückgang der sommerlichen arktischen Eiskonzentration beschleunigen.
Kurzfassung auf Englisch: Arctic sea-ice is a barrier between ocean and atmosphere and as such, plays an important role in the climate system. In winter, a closed ice cover reduces the sensible and latent heat fluxes between ocean and atmosphere to a great extent. In summer, the sea ice reflects the most part of the incoming shortwave radiation. Strong winds, as they occure in cyclones, lead to sea-ice drift and influence the fraction of ocean surface which is covered by sea ice. This study investigates the impact of cyclones on sea ice, with a focus an the sea-ice concentration in the central Arctic. The impact of cyclones is analyzed on the basis of observations of the field campaigns DAMOCLES 2007 and DAMOCLES 2008, on the basis of satellite measurements (AMSR-E ice concentrations) and furthermore on the basis of simulations with a coupled sea-ice-ocean model. For the simulations the dynamic-thermodynamic model NAOSIM (North Atlantic Arctic Ocean Sea Ice Model) is forced with 6-hourly ECMWF-analyses (European Centre for Medium- Range Weather Forecasts). The comparison of simulated ice drift and concentration with observations made clear that the choosen model configuration is appropriate for the performed studies. Sensitivity studies were performed with a wind field that represents a cyclone passing through the Arctic. The experiments show, that the ice concentration is reduced in general under the influence of a cyclone. The reduction is the stronger, (1) the slower the cyclone, (2) the higher the pressure difference between core and surrounding, (3) the smaller the deviation angle between 10 m-wind and geostrophic wind, and (4) the higher the initial ice concentration is. Between reduction of ice concentration and initial ice thickness no correlation has been found. The comparison of simulated ice drift with data of drift buoys reveals, that the model overestimates the drift speed in general whereas extreme events like storms are unterestimated. A systematic deviation in simulated and observed drift direction is found. Furthermore it is shown, in which region the agreement between simulated and messuared ice drift is high and in which regions it is low. In Winter, the model simulates realistic ice concentrations and realistic ice extent. In summer, the ice concentration is too low and the ice extent is too large. A new approach has been made in this study: for a statistical analyses of the impact of a large number of real cyclones on simulated sea ice, 6-hourly positions of cyclones on the basis of the ECMWF sea level pressure field are used. It is investigated how the ice drift, ice concentration and the windfactor are changing at the cyclone’s positions. These investigations include the intensity of the cyclones, the initial ice conditions, the seasonal variability and regional distribution. In summer there is an important climatologic impact of cyclone due to the reduced albedo of a reduced ice cover. Thus, the absorption of solar radiation is increased until the next freezing period. In summer, an increase of cyclone activity accelerates the reduction of the arctic ice concentration.

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