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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-52761
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2011/5276/


Parental Bonding Instrument und Psychopathologie: Vergleich zweier Störungsgruppen

Parental Bonding Instrument and Psychopathology: Comparison of two mental disorders

Leichsenring, Irina

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SWD-Schlagwörter: Alkoholismus , Erziehungsstil , Erziehungsstilforschung , Erziehungsstil-Inventar , Schizophrenie , Schizoaffektive Psychose , Psychose
Basisklassifikation: 44.91
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Naber, Dieter (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 27.07.2011
Erstellungsjahr: 2011
Publikationsdatum: 23.08.2011
Kurzfassung auf Deutsch: Zur Bedeutung des elterlichen Erziehungsstils für psychiatrische Erkrankungen liegen inzwischen eine Vielzahl von Befunden vor. Dabei sind Unterschiede hinsichtlich des erinnerten elterlichen Erziehungsstils zwischen verschiedenen Diagnosegruppen zu vermuten. Nur wenige Studien stellten bislang allerdings direkte Vergleiche zwischen Patienten mit unterschiedlichen psychiatrischen Erkrankungen an. Ziel dieser Untersuchung war es deshalb, Patienten mit zwei unterschiedlichen Störungsbildern, Alkoholabhängigkeit und Schizophrenie, hinsichtlich des erinnerten elterlichen Erziehungsstils gemessen mit dem „Parental Bonding Instrument“ zu vergleichen und dabei weitere potenzielle Einflussgrößen wie Geschlecht, Alter und Bildungsstand mit zu berücksichtigen.

Methode
156 stationär behandelte Patienten mit einer Alkoholabhängigkeit nach ICD-10 (70% männlich, 30% weiblich) und 140 stationär behandelte Patienten mit einer Schizophrenie nach ICD-10 (66% männlich, 34% weiblich) wurden mit dem „Parental Bonding Instrument“ (Parker et al., 1979) untersucht. Die Ergebnisse für die beiden Fragebogenskalen Fürsorge und Kontrolle wurden mit den üblichen cut-off-Werten verglichen und der Einfluss weiterer Variablen (wie z.B. Alter, Geschlecht, Bildung) untersucht.

Ergebnisse
Die Ergebnisse fielen weniger störungs- als v.a. geschlechtsspezifisch aus: Einheitlich wurde von beiden psychopathologischen Stichproben eine im Vergleich zu den Grenzwerten von Parker et al. (1979) geringer wahrgenommene elterliche Fürsorglichkeit angegeben. Dabei fiel auf, dass die Mütter von beiden weiblichen Stichproben (alkoholabhängige und psychotisch erkrankte) als signifikant weniger fürsorglich beschrieben wurden als von den beiden männlichen Stichproben. Die Männer beider Stichproben wiederum beschrieben beide Eltern als signifikant weniger kontrollierend als die weiblichen Teilnehmer. Unter Einbezug der Psychopathologie war im direkten Vergleich der Ergebnisse der einzige signifikante Unterschied, dass die alkoholkranken Männer ihre Mütter als signifikant unterkontrollierender bewerteten als die psychotisch erkrankten Männer. Innerhalb der Frauenstichprobe gab es in Abhängigkeit von der psychischen Störung keinen signifikanten Unterschied hinsichtlich des erinnerten Erziehungsstils der Eltern.

Diskussion
Eine geringe elterliche Fürsorge wurde von Patienten beider Diagnosegruppen berichtet und könnte einen eher unspezifischen Risikofaktor für die Entwicklung psychischer Erkrankungen darstellen. Für die elterliche Kontrolle fanden sich störungsspezifische Unterschiede, mit einer im Vergleich geringeren Kontrolle bei alkoholabhängigen Patienten. Neben der Diagnosegruppe scheint das Geschlecht der Teilnehmer eine statistisch relevante Einflussgröße zu sein, die in künftigen Untersuchungen berücksichtigt werden sollte.

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