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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-52991
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2011/5299/


Veränderungssensitivität etablierter Assessmentverfahren zur Erfassung der Funktionsfähigkeit sowie der gesundheitsbezogenen Lebensqualität und klinischer Parameter nach Totalendoprothetik des Hüft- und Kniegelenks

Brosche, Stefan

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Lebensqualität , Assessmentverfahren , Totalendoprothetik , SF-36 , Änderungssensitivität
Basisklassifikation: 44.83 , 44.07
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Rüther, Wolfgang (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 13.04.2011
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 29.08.2011
Kurzfassung auf Deutsch: Die in der vorliegenden Studie eingesetzten Instrumente scheinen zum Teil in verschiedenen Dimensionen in der frühen postoperativen Phase unterschiedliche Ergebnisse zu liefern: manche zeigen Verschlechterungen, manche Verbesserungen. Trotzdem sind diese Verläufe – gesundheitliche Verbesserungen wie Verschlechterungen – in diesem Setting mit seinen kurz auf die Operation folgenden Messzeitpunkten nachzuvollziehen, wenn man an die unvermeidbaren, aber in der Regel kurzfristig ausheilenden „Kollateralschäden“ der Operation denkt. Die Tatsache, dass verschiedene Instrumente auf unterschiedliche Teilbereiche fokussieren, kann diese Unterschiede in den früh-postoperativen Ergebnissen erklären. Welches der eingesetzten Instrumente nun am änderungssensitivsten ist, konnte hier nicht abschließend geklärt werden und macht weitere Untersuchungen notwendig.
Prinzipiell scheint die Outcome-Messung nach Totalendoprothetik des Kniegelenks mit Fragebögen, die verschiedene Tätigkeiten des Alltags abfragen, schon zu einem früheren postoperativen Zeitpunkt sinnvoll zu sein als nach Hüftgelenksersatz, da nach Knie-TEP weniger Bewegungsbeschränkungen bestehen. Zum einen ist im Vergleich zum Hüftgelenk die Luxationsgefahr des Kniegelenks geringer, zum anderen ist die Wahrscheinlichkeit einer Positionsveränderung der Knieprothese weniger gegeben als bei einer zementfreien Hüft-TEP, die erst vollständig in den Knochen integriert werden muss. Diese Problematik wirkt sich besonders auf die Dimension Funktionsfähigkeit und damit auch auf die Globalscores aus.
Insgesamt lässt sich jedoch sagen, dass die guten Ergebnisse der modernen Endoprothetik in Bezug auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität bzw. den arthrosespezifischen Gesundheitszustand hier zwar nur bedingt abgebildet werden können, da die Messzeitpunkte sehr kurz auf die Implantation folgten. Bei der Betrachtung der Genesungsverläufe zeigt sich jedoch bei allen Instrumenten eine eindeutige Tendenz in Richtung gesundheitlicher Verbesserung, wie sie mit Blick auf die aktuelle Literatur zum Outcome nach Hüft- und Knie-TEP zu erwarten ist und zu späteren Messzeitpunkten wahrscheinlich von allen eingesetzten Messverfahren angezeigt würde. Abschließend lässt sich konstatieren, dass die Outcome-Messung mit den hier eingesetzten Assessmentinstrumenten nach endoprothetischem Hüft- und Kniegelenksersatz erst mit einem gewissen Abstand zum Eingriff aussagekräftige Ergebnisse liefert, was an den unumgänglichen „Kollateralschäden“ dieser Operationen liegt. Der frühestmögliche Messzeitpunkt muss in weiteren Untersuchungen gefunden werden, er liegt aber mit Sicherheit mehr als zwei Wochen nach der Operation. Für die Testung der Änderungssensitivität wird hier derselbe frühestmögliche Zeitpunkt empfohlen, denn die Bögen sollen dann ja auch zukünftig für die Outcome-Messung eingesetzt werden. Als Voraussetzung für diesen Messzeitpunkt sollte eine nahezu abgeschlossene Wundheilung sowie eine Lockerung der Verhaltensregeln, insbesondere nach Hüft-TEP, gegeben sein. Außerdem ist es von Vorteil, wenn die Befragten schon mit den ADL in der häuslichen Umgebung konfrontiert wurden, d.h. also nach der Rehabilitation schon für einige Tage entlassen wurden oder sich in einer ambulanten Rehabilitation befinden. Nach Müller et al. überschätzen auch viele mit dem SF-36 befragten Patienten ihre Lebensqualität, wenn sie diese im Rahmen einer stationären Behandlung einschätzen sollen im Vergleich mit der Einschätzung von zu Hause.
Wie gut der Patient mit dem künstlichen Gelenk im Alltag zurecht kommt, kann letztendlich nur er selbst beurteilen, und zwar erst, wenn er die Nachwirkungen der Operation überstanden und seine körperliche Funktionalität und damit einhergehend seine gesundheitsbezogene Lebensqualität selbst im täglichen Leben getestet hat. Hierzu können Assessmentinstrumente sehr gut eingesetzt werden. Die Eignung eines Instruments für eine bestimmte Untersuchung ist jedoch von verschiedenen Faktoren abhängig und eine Empfehlung kann hier abschließend nicht formuliert werden, es kann lediglich auf Ergebnisse früherer Studien zurückgegriffen und verwiesen werden.
Viele Autoren empfehlen den Einsatz eines generischen und eines krankheitsspezifischen Instruments, um eine möglichst umfassende Abbildung der Gesundheit zu erhalten. So liefern krankheitsspezifische Verfahren mit ihrer im Vergleich zu generischen Fragebögen höheren Änderungssensitivität wichtige Informationen zu einer bestimmten Behandlungsmaßnahme einer bestimmten Krankheit, beispielsweise zum operativen Ergebnis einer TEP-Implantation. Andererseits erfassen generische Instrumente weitere Auswirkungen der Behandlung auf die Lebensqualität der Betroffenen. In der Literatur wird häufig die Kombination des SF-36 und des WOMAC empfohlen, dies sind auch die am häufigsten getesteten Assessmentinstrumente ihrer Art bei Arthrose. Diese beiden Verfahren haben auch den Vorteil, dass sie in vielen verschiedenen Sprachen erhältlich sind.

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