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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-53000
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2011/5300/


Zum diagnostischen Stellenwert der Muskelbiopsie bei neuromuskulären Erkrankungen

Diagnostic significance of muscle biopsy in neuromuscular diseases

Pfanzelt, Christine

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SWD-Schlagwörter: Biopsie , Muskulatur , Diagnostik , Prävalenz , Neurologie
Freie Schlagwörter (Deutsch): Neuromuskuläre Erkrankungen
Freie Schlagwörter (Englisch): biopsy , muscle , diagnosis , neuromuscular disease , prevalence
Basisklassifikation: 44.35
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Hagel, Christian (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 15.07.2011
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 25.08.2011
Kurzfassung auf Deutsch: Neuromuskuläre Erkrankungen umfassen eine Vielzahl klinischer Symptome und werden in der wissenschaftlichen Literatur mit unterschiedlichen Prävalenzen angegeben. Ihre Diagnostik basiert, neben klinischen, apparativen und molekulargenetischen Untersuchungen, auf bioptischen Befunden.
Die Diagnoseprävalenzen in Abhängigkeit von der Klinik und der Histologie sowie die Differenzen und Konvergenzen zwischen diesen zwei Pfeilern der Diagnostik neuromuskulärer Erkrankungen sollten untersucht werden. Die Frage nach dem Stellenwert der Muskelbiopsie für die Diagnose einer neuromuskulären Erkrankung sowie die möglicherweise zu stellende Forderung nach einer strengeren Indikationsstellung für die Entnahme wurden untersucht.
Die retrospektiv untersuchten Daten entstammten Unterlagen der neurologischen Klinik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf und umfassten 2.836 Patienten eines Zeitraumes von 23 Jahren.
Die Befunde wurden systematisch erfasst und codiert sowie statistisch ausgewertet. Es wurden Patientendaten (Alter, Geschlecht), Diagnosehäufigkeiten in der Klinik und der Histologie (Prävalenzen) und Konformitäten bzw. Inkongruenzen zwischen Klinik und Histologie sowie Spezifizierungen durch die Histologie erfasst. Zudem wurde der Informationsgewinn durch Zweit- und Drittbiopsien sowie Informationen zu der entnommenen Muskulatur und zu den untersuchenden Ärzten dargestellt.
Die Alters- und Geschlechtsverteilung der aufgenommenen Daten korreliert mit der in der Literatur beschriebenen. In der Klinik wurde seltener der Verdacht auf eine neurogene Erkrankung geäußert als in der Histologie befundet wurde. Die in dieser Arbeit ermittelten Prävalenzen weichen von einer vergleichbaren Studie ab.
Grobe Übereinstimmungen zwischen den klinischen und histologischen Befunden ergaben sich in 66,1% der Patientenfälle. In diesen waren auch die totalen Übereinstimmungen enthalten, welche 1/7 aller Fälle ausmachten.
Die groben Übereinstimmungen verteilten sich überwiegend auf die allgemein neurogenen Veränderungen (1/3 der gesamten Befunde), die allgemein myogenen Veränderungen (knapp 1/8 der gesamten Befunde) sowie auf die Untergruppen ALS, kongenitale/ hereditäre Myopathien, metabolische Myopathien, Muskeldystrophien, Myositiden, entzündliche Erkrankungen und Sonstige (insg. 1/4 der gesamten Befunde). Die letztgenannten Übereinstimmungen (1/4) verteilten sich auf Spezifikationen der Klinik (13,13%), absolute Übereinstimmungen (27,15%), unspezifischere histologische Befunde (7,83%), Hinweise auf andere Erkrankungen (6,31%) und den Ausschluss der in der Klinik genannten Verdachtsdiagnose (45,58%).
Eine Spezifizierung allgemein myogener Befunde erfolgte überwiegend und in abnehmender Reihenfolge durch die Untergruppen Myositis, metabolische Myopathien und Muskeldystrophien.
Ergänzende Informationen durch eine weitere Biopsie ergaben sich in knapp 2/3 aller Zweitbiopsien. Bestätigungen des Erstbefundes durch die Zweitbiopsie lagen in 44% vor.
Das Biopsiematerial wurde zu über 90% aus den in der Literatur genannten Muskeln, für die morphometrische Normwerte vorliegen, entnommen. Befunderspezifische Diagnosehäufigkeiten gab es nicht; dies lässt auf einheitliche Diagnose- und Klassifikationskriterien schließen.
Das Patientengut ist aufgrund seiner Größe als repräsentativ einzustufen.
Die vorliegende Studie bestätigt und spezifiziert den von Banker, Engel, Sewry und Dubowitz beschriebenen „essentiellen Stellenwert“ der Muskelbiopsie bei der Diagnose neuromuskulärer Erkrankungen.
Kurzfassung auf Englisch: Neuromuscular diseases emerge with a wide range of clinical symptoms and are presented with differing prevalences in scientific literature. Diagnosis is based upon bioptic results, besides clinical and molecular-genetic examination.
In the present study clinical and histological prevalences of neuromuscular diseases, as the two main columns of examination, were analysed with respect to their accordance. Furthermore the general importance of muscle biopsies in the diagnosis of neuromuscular diseases was investigated.
A retrospective analysis of 2.836 patient records from the Department of Neurology at the University Medical Center Hamburg-Eppendorf (UKE, Germany) encompassing a time period of 23 years (1982-2004) was performed.
The findings were gathered systematically, encoded and evaluated statistically: Patient data (age, sex), clinical and histological diagnoses were recorded. Data was processed regarding prevalence and accordance of clinical and histological diagnoses. Furthermore additional information from a possible second or third biopsy was taken into consideration as well as information about the biopsied muscle and the examining physicians.
In this research the distribution of age and sex of the patients correlates with the data in the literature. Histological diagnoses confirming a neurogenic disease were found more often in comparison to their corresponding clinical diagnoses. Prevalences detected in this research differ from those found in another comparable study.
In 66,1% of all cases mainly moderate accordance between clinical and histological results was found, comprising 1/7 of all patient records of absolute consensus. As to that, moderate accordance was found in general neurogenic changes (1/3 of all cases), general myogenic changes (appr. 1/8 of all cases) as well as the following subgroups: ALS, congenital/ hereditary myopathies, metabolic myopathies, muscular dystrophies, myositis, inflammatory diseases and miscellaneous (in total 1/4 of all cases).
Among these subgroups, clinical diagnosis was specified by the biopsy in 13,13%, 27,15% reached a total agreement, in 7,83% the biopsy supplied less specific results, in 6,31% of the cases the biopsy indicated a further disease, exclusion of the diagnosis suspected by clinical diagnosis was found in 45,58%.
A specification of general myogenic diseases took place mainly by the following subgroups: myositis, metabolic myopathies and muscular dystrophies (in decreasing order).
Nearly 2/3 of all second biopsies supplied additional information. Consensus between the first and second biopsy was found in 44%.
Biopsies were taken in accordance to morphometric standard values in more than 90% of the cases. Examiner bias was not found. This implies uniform criteria of diagnosis and classification. The patient population is representative due to the large number of patients.
This study is consistent with and furthermore specifies the essential significance of the muscle biopsy in the diagnosis of neuromuscular diseases described by Banker, Engel, Sewry and Dubowitz.

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