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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-54750
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2012/5475/


Prognose der Autoimmunen Hepatitis in Abhängigkeit der Geschwindigkeit des Therapieansprechens und bei Diagnose bestehender Einflussfaktoren

Hellweg, Stefanie

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SWD-Schlagwörter: Langfristige Prognose , Remission
Freie Schlagwörter (Deutsch): Autoimmune Hepatitis , Autoimmunhepatitis , Therapieansprechen , Outcome , Einflussfaktoren , Prognosefaktoren
Basisklassifikation: 44.61
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Schramm, Christoph (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 26.07.2011
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 10.01.2012
Kurzfassung auf Deutsch: Die Autoimmunhepatitis stellt trotz der bisher nicht vollständig geklärten Pathogenese eine gut zu behandelnde Krankheit dar, bei der die Prognose vom Therapieansprechen und dem Erreichen einer laborchemischen vollständigen Remission abhängt. Es existieren unterschiedliche Therapieschemata, die sich im Therapieansprechen deutlich unterscheiden.
Ziel dieser Arbeit war es, das Therapieansprechen und das Langzeitüberleben nach einer Kombinationstherapie mit Azathioprin und inital hochdosiertem Prednisolon zu untersuchen. Dabei wurden die Schwerpunkte auf die Untersuchung eines möglichen Einflusses der Geschwindigkeit des Erreichens einer vollständigen Remission auf das Outcome sowie der Detektierung von möglichen Einflussfaktoren zum Zeitpunkt der Diagnose auf den Krankheitsverlauf gesetzt.
In die retrospektive Analyse wurden 154 von ursprünglich 283 Patienten mit AIH und einjährigem Laborverlauf nach Therapiestart eingeschlossen, die im Zeitraum von 1974-2004 in der I. Medizinischen Klinik der JGU und von 2002-2010 in der I. Medizinischen Klinik des UKE betreut wurden.
Die Therapie bestand aus Prednisolon, in der Regel begonnen mit 1mg/kg Körpergewicht und rasch auf eine Erhaltungstherapie von 5-10mg/d reduziert in Kombination mit Azathioprin 1-1,5mg/kg Körpergewicht.

Das durchschnittliche Alter bei Diagnose lag bei 45,5 Jahren bei einer für die Autoimmunhepatitis typischen Geschlechtsverteilung von 77,9% Frauen. Unsere Patienten wiesen bei Diagnosestellung zu 76,5% Symptome auf, die im Vergleich mit asymptomatischen Patienten mit höherer AST und ALT assoziiert waren (p = 0,009, p = 0,007).
Da die ersten Medizinischen Kliniken der JGU und des UKE Zentren für autoimmune Lebererkrankungen darstellen, zeigten sich in unserem Patientenkollektiv gehäuft atypische Krankheitsbilder, weshalb nur 82,1% mithilfe der „Simplified Criteria for the Diagnosis of Autoimmune Hepatitis“ eine sichere oder wahrscheinliche Autoimmunhepatitis retrospektiv diagnostiziert bekamen.
Ein Jahr nach Therapiebeginn erreichten 70,1% des Kollektivs eine vollständige (normwertige Transaminasen und IgG) und 21,8% eine partielle Remission (Transaminasen und IgG bis zur 2-fachen oberen Norm). Im 6. Monat waren 61,2% und im 3. Monat bereits 44,4% der Patienten in vollständiger Remission. Insgesamt betrug die mediane Zeit bis zum Erreichen der vollständigen Remission damit 6 Monate. Bei einer Relapserate von 37,8% in der gesamten Beobachtungszeit erlitten unsere Patienten im Vergleich zu den Befunden der Fachliteratur deutlich weniger Rückfälle.
Die univariate Analyse der Prognosefaktoren auf das Erreichen einer vollständigen Remission nach 6 Monaten Therapie ergab einen signifikant negativen Einfluss der Leberzirrhose bei Diagnose (p = 0,018), sowie eine Tendenz des Alters über 60 Jahren (p = 0,06). Der negative Einfluss der Leberzirrhose zeigte sich ebenfalls auf die gesamte Beobachtungszeit (p = 0,046) bezogen.
Im Hinblick auf das negative Outcome in Form von Entwicklung einer Leberzirrhose, Lebertransplantation oder Tod erwiesen sich das steigende Alter (p = 0,039) und das Fehlen von Autoantikörpern (p = 0,037) als negative Einflussfaktoren. Für ein Immunglobulin G unterhalb der 1,5-fachen oberen Norm zeigte sich eine deutliche Tendenz (p = 0,051).
Keinen Einfluss auf das negative Outcome hatten die Leberzirrhose, das übrige initiale Labor, der AIH-Score, das Geschlecht sowie das Vorhandensein von Symptomen und die ikterische Hepatitis.
Die Geschwindigkeit des Erreichens der Remission zeigte einen signifikanten Unterschied, jedoch keinen Einfluss auf das negative Outcome. Patienten in partieller bzw. keiner Remission 6 Monate nach Therapiebeginn erlitten häufiger als Patienten in vollständiger Remission das negative Outcome (6,3% vs. 2,3%, p = 0,027).
Das gute Therapieansprechen unseres Kollektivs bei streng definierter Remission spiegelt sich in dem transplantatfreien Überleben von 98,7% der Patienten bei 735,2 Patientenjahren wider.

Wie unsere Arbeit zeigt, kann eine frühzeitige und aggressive, auf den Patienten abgestimmte immunsuppressive Therapie die Entwicklung einer Leberzirrhose mit ihren Komplikationen und eine daraus resultierende Lebertransplantation, sowie den leberassoziierten Tod vermeiden helfen.

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