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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-54895
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2012/5489/


Der Einfluss der Leberzirrhose bei Diagnose auf den Verlauf der Autoimmunen Hepatitis

Müller, Eva Susanne

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SWD-Schlagwörter: Remission , Hepatitis , Leberzirrhose , Krankheitsverlauf , Prognose , Einflussgre , Rezidiv
Freie Schlagwörter (Deutsch): Autoimmune Hepatitis , Relapse , negatives Outcome , Therapieansprechen
Basisklassifikation: 44.61 , 44.87
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Schramm, Christoph (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 09.01.2012
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 16.01.2012
Kurzfassung auf Deutsch: Die Autoimmunhepatitis stellt trotz der bisher nicht vollständig geklärten Pathogenese eine gut zu behandelnde Krankheit dar, bei der die Prognose vom Therapieansprechen und dem Erreichen einer laborchemischen vollständigen Remission abhängt.
Es existieren unterschiedliche Therapieschemata, die sich im Therapieansprechen deutlich unterscheiden.
Ziel dieser Arbeit war es, einen möglichen Unterschied von Patienten mit und ohne Leberzirrhose zum Zeitpunkt der Diagnose im Hinblick auf das Stadium der Remission innerhalb des ersten Therapiejahres und im weiteren Verlauf sowie auf das negative Outcome zu untersuchen. Zusätzlich wurde ein Schwerpunkt auf die Detektierung möglicher Einflussfaktoren auf den Krankheitsverlauf zum Zeitpunkt der Diagnose gesetzt.
In die retrospektive Analyse wurden 166 von ursprünglich 283 Patienten mit AIH eingeschlossen, die im Zeitraum von 1974-2004 in der I. Medizinischen Klinik der JGU und von 2002-2010 in der I. Medizinischen Klinik des UKE betreut wurden. Davon waren 32,7% der Patienten bereits bei Diagnosestellung an einer Leberzirrhose erkrankt.
Die Therapie bestand unabhängig vom Vorhandensein einer Leberzirrhose aus Prednisolon, in der Regel begonnen mit 1mg/kg Körpergewicht und rasch auf eine Erhaltungstherapie von 5-10mg/d reduziert in Kombination mit Azathioprin 1-1,5mg/kg Körpergewicht.

Das durchschnittliche Alter bei Diagnose lag bei 45,4 Jahren bei einer für die Autoimmunhepatitis typischen Geschlechtsverteilung von 77,1% Frauen. Patienten mit Leberzirrhose waren mit 48,5 Jahren älter als die Patienten ohne Leberzirrhose (42,8 Jahre). Unsere Patienten wiesen bei Diagnosestellung zu 77% Symptome auf, die im Vergleich mit asymptomatischen Patienten mit höheren AST und ALT assoziiert waren (p = 0,017, p = 0,011), jedoch bestand kein Unterschied in Bezug auf die Leberzirrhose. Patienten mit Leberzirrhose zeigten gehäuft immunologische Begleiterkrankungen.
Da die I. Medizinischen Kliniken der JGU und des UKE Zentren für autoimmune Lebererkrankungen darstellen, zeigten sich in unserem Patientenkollektiv gehäuft atypische Krankheitsbilder, weshalb nur 80,2% mithilfe der „Simplified Criteria for the Diagnosis of Autoimmune Hepatitis“ eine sichere oder wahrscheinliche Autoimmunhepatitis retrospektiv diagnostiziert bekamen.
Nach einjähriger Therapie erreichten 77,2% des Kollektivs eine vollständige (normwertige Transaminasen und IgG) und 17,3% eine partielle Remission (Transaminasen und IgG bis zur 2-fachen oberen Norm). Bei Patienten mit Leberzirrhose war dieser Anteil im Vergleich zu Patienten ohne Leberzirrhose deutlich niedriger (Erreichen der vollständigen Remission: 64,1% vs. 84,3%). Deshalb ergab die Leberzirrhose bei Diagnose in der univariaten Cox-Regression einen negativen Einflussfaktor (p = 0,001) auf das Erreichen der vollständigen Remission im ersten Therapiejahr sowie während der gesamten Beobachtungszeit (p = 0,008).
Insgesamt betrug die mediane Zeit bis zum Erreichen der vollständigen Remission 6 Monate, wobei Zirrhotiker doppelt so lange brauchten (6 vs. 3 Monate). Bei einer Relapserate von 35,8% in der gesamten Beobachtungszeit erlitten unsere Patienten im Vergleich mit den Befunden der Fachliteratur deutlich weniger Rückfälle.
Das gute Therapieansprechen unseres Kollektivs bei streng definierter Remission spiegelt sich in dem transplantatfreien Überleben von 98,2% der Patienten bei 741,4 Patientenjahren wider. Trotz des unterschiedlichen Erreichens der vollständigen Remission im ersten Therapiejahr zwischen Patienten mit und ohne Leberzirrhose fand sich kein Unterschied in Bezug auf das transplantatfreie Überleben.
Weiter zeigte die univariate Analyse der Prognosefaktoren auf das Erreichen einer vollständigen Remission innerhalb des ersten Therapiejahres einen tendenziell negativen Einfluss des Alters über 60 Jahren (p = 0,053).
Im Hinblick auf das negative Outcome in Form von Lebertransplantation oder Tod erwies sich das steigende Alter (p = 0,008) als negativer Einflussfaktor.
Keinen Einfluss auf das Erreichen einer Remission sowie das negative Outcome hatten Autoantikörper, das initiale Labor, der AIH-Score, das Geschlecht sowie das Vorhandensein von Symptomen und die ikterische Hepatitis.

Wie unsere Arbeit zeigt, kann eine frühzeitige und aggressive, auf den Patienten abgestimmte immunsuppressive Therapie unabhängig von einer Leberzirrhose bei Diagnosestellung eine Lebertransplantation und den leberassoziierten Tod vermeiden.

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