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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-55247
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2012/5524/


Pharmakologische Behandlung der komorbiden Depression bei Alkoholabhängigkeit - eine Bestandsaufnahme und Literaturanalyse

Pharmacologic treatment of comorbid depression in alcoholism- an inventory control and literature analysis

Lutz, Friederike

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SWD-Schlagwörter: Alkoholismus
Basisklassifikation: 44.91
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Haasen, Christian (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 24.01.2012
Erstellungsjahr: 2011
Publikationsdatum: 10.02.2012
Kurzfassung auf Deutsch: Abstract:

Einleitung: Bei Alkoholabhängigkeit finden sich hohe Prävalenzratenzusätzlicher psychischer Störungen. Aus Untersuchungen geht hervor, dass insbesondere komorbide Depressionen bei bis zu 50% der Alkoholpatienten auftreten. Viele Studien mit depressiven Alkoholabhängigen habe gezeigt, dass eine antidepressive Medikation die Rückfallrate deutlich verringern und zu einer Reduktion der depressiven Symptomatik führen kann. Ziel dieser Arbeit ist eine Bestandaufnahme der Literatur zur Effektivität der pharmakologischen Behandlung komorbider depressiver Störungen bei Alkoholabhängigkeit.

Methoden: Publikationen aus den Jahren 1975 bis 2010 zum Thema wurden in einer umfassenden Literaturrecherche anhand der Datenbanken Medline, Embase, Pubmed und Medpilot ausfindig gemacht. Die vorliegenden Studien wurden in Anlehnung an das Leitlinienmanual des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (ÄZQ; 2001) nach 6 Evidenzstärken sowie nach den drei Empfehlungsklassen des Scottish Intercollegiate Network (SIGN; 1999) bewertet.

Ergebnisse: Insgesamt gingen aus der Literaturrecherche 35 Studien zur psychopharmakologischen Therapie der Depression bei Alkoholpatienten hervor. Zur Behandlung mit Selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI) wurden 20 Studien mit dem Evidenzlevel (E) Ib-IIb und den Empfehlungsklassen A-B identifiziert. SSRI-Präparate (Insbesondere Fluoxetin, Sertralin, Escitalopram und Fluvoxamin) erwiesen sich in 15 Studien überwiegend symptomspezifisch wirksam und zumeist als nebenwirkungsarm. Zur Klasse der Selektiven Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SSNRI) wurde eine Studie mit Venlafaxin (E: IIb, Empfehlungsklasse B) gefunden. Darin kam es zu einer signifikanten Reduktion von Alkoholkonsum und depressiven Symptomen. 3 Studien (E: Ib-IIb, Empfehlungsklassen A-B) zu dual serotonergen Antidepressiva zeigten keine eindeutigen Behandlungserfolge. In 7 von 11 Studien zu tri- und tetrazyklischen Antidepressiva (E: Ib-IIb, Empfehlungsklassen A-B) zeigte sich eine Effektivität in der Behandlung von Depressionen bei Alkoholabhängigkeit. Als wirksame Präparate dieser Substanzklasse erwiesen sich vor allem Desipramin, Imipramin, Amitriptylin und Tianeptin. In aktuellsten Untersuchungen zeigte sich auch die Kombination eines Antidepressivums (Sertralin) mit einem Anticravingmedikament (Naltrexon) als geeignet zur Behandlung von depressiver Symptomatikund craving bei depressiven Alkoholkranken.

Diskussion: Aus der Auswertung geht hervor, dass es sich bei den SSRI-Präparaten um die bei erwachsenen depressiven Alkoholkranken am besten und häufigsten untersuchte Substanzgruppe handelt, die in der überwiegenden Zahl der Studien gute Behandlungserfolge erbrachte. Als besonders gut belegt kann dies für Fluoxetin gelten. Um vergleichende Aussagen zur Effizienz antidepressiver Medikamente bei dieser Patientengruppe zu treffen, sind weitere gut angelegte Studien notwendig, die Medikamente unterschiedlicher Substanzklassen einschliessen.





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