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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-55387
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2012/5538/


Retrospektive Analyse der postoperativen Antibiotikatherapie nach semisterilen Eingriffen in der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf von 2005 bis 2008

Matern, Julia

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Antibiotikaprophylaxe, postoperative Wundinfektion, pharyngokutane Fistel, nosokomiale Infektion, Surveillance, Pneumonie, OP-KISS
Basisklassifikation: 44.94
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Knecht, Rainald (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 17.02.2012
Erstellungsjahr: 2011
Publikationsdatum: 31.03.2012
Kurzfassung auf Deutsch: Wundinfektionen stellen die häufigste Art an postoperativen Komplikationen aller chirurgischer Fächer dar und können sowohl den Erfolg der Operation beeinträchtigen, die Krankenhausverweildauer verlängern als auch weitere Eingriffen notwendig machen. Nicht zu unterschätzen ist zudem der Anteil zusätzlich entstehender Kosten, sind doch Wundinfektionen für fast 50% aller durch nosokomiale Infektionen hervorgerufenen Ausgaben verantwortlich.
Ein besonders häufiges Auftreten von Wundinfektionen kann nach semisterilen Eingriffen beobachtet werden, wie sie z.B. bei Patienten mit Hals-Kopf-Tumoren durchgeführt werden. Durch bedeutende Fortschritte im Bereich der Hygiene und Operationstechnik konnte hier in den letzten Jahrzehnten bereits ein Rückgang der Wundinfektionsraten beobachtet werden. Zudem führte der routinemäßige Einsatz einer postoperativen Antibiotikaprophylaxe erwiesenermaßen zu einer deutlichen Senkung des Infektionsrisikos. Während bei der Auswahl geeigneter Substanzen weitestgehend Konsens herrscht, so besteht, bedingt durch einen Mangel an wissenschaftlichen Untersuchungen, noch immer eine große Uneinigkeit hinsichtlich der optimalen Dauer der Antibiotikagabe.
Ziel der Untersuchung war es, neben der Inzidenz und den Risikofaktoren für Wundinfektionen, auch eine optimale Dauer der postoperativen Antibiotikaprophylaxe zu evaluieren.
Es wurden die Daten von 418 Patienten aus der Hals-Nasen-Ohren-Klinik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf retrospektiv ausgewertet, die zuvor aufgrund eines Kopf-Hals-Karzinoms operiert wurden.
Die Wundinfektionsrate im Gesamtkollektiv lag bei 13,9%. Als prädisponierende Faktoren für die Entwicklung einer Wundinfektion konnten wir fünf Kriterien ausmachen. Das Vorliegen eines Diabetes mellitus oder von Unter- bzw. Übergewicht war nicht mit einem Anstieg der Infektionsrate assoziiert. Beim Vergleich der short-term- und der long-term-Gruppe ergab sich für keine Variante ein signifikanter Vorteil gegenüber der anderen, sodass unter Berücksichtigung von Nebenwirkungen, Gefahr der Resistenzbildung und Kosten die short-term-Prophylaxe zu bevorzugen ist. Auch bei Diabetikern sowie unter- bzw. übergewichtigen Patienten besteht keine Indikation zur Verlängerung der Antibiose.
Weiterhin wurde das Auftreten von postoperativen mukokutanen Fisteln untersucht, welche in 6,7% der Fälle auftraten. Auch hier stellten sich die Kriterien Diabetes mellitus und Unter- bzw. Übergewicht nicht als Risikofaktoren heraus. Zu denen zählten dagegen die Faktoren Tracheotomie, Resektionsausmaß, präoperative Chemotherapie, fortgeschrittenes Tumorstadium, positiver Lymphknotenstatus, Neck Dissection, reduzierter Zahnstatus und Vorliegen einer COPD. Auch zur Prophylaxe einer Fistel war die short-term-Gabe genauso effektiv wie die long-term-Gabe, sodass hier ebenfalls zu einer Antibiotikaprophylaxe von maximal 8 Tagen geraten wird, da eine Weiterführung keinen nachgewiesenen Vorteil erbringt.
Bei 10 Patienten entwickelte sich im postoperativen Verlauf eine Pneumonie. Als entscheidender Risikofaktor stellte sich eine Tracheostomaanlage heraus. Alle betroffenen Fälle waren mit der short-term-Prophylaxe behandelt worden. Die verlängerte Antibiotikagabe bot somit einen signifikanten Vorteil zur Prophylaxe von Pneumonien.

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